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BÜNDE Mit Luftgewehr auf Katze geschossen

Kopf, Brust und Pfoten von mehreren Projektilen durchbohrt

VON ANNE WEBLER
04.05.2011 | Stand 03.05.2011, 23:15 Uhr

Bünde. Heiko Söhlmann ist aufgebracht, seine Frau Irina fassungslos. Jemand hat mehrfach mit einem Luftgewehr auf ihre Katze Muschka geschossen, sie mit vielen Projektilen durchbohrt. Der Tierarzt musste die Katze einschläfern. Das Ehepaar Söhlmann hofft auf Hinweise aus der Bevölkerung, wer vielleicht etwas gesehen oder gehört hat.

Vergangene Woche Donnerstag ging Heiko Söhlmann morgens um 5.30 Uhr zur Terrassentür, um zu lüften. Vor der Tür saß Muschka, die Katze der Familie, mit zugeschwollenen Augen und einer tiefen, offenen Fleischwunde über dem Auge. Sie maunzte jämmerlich. Söhlmann fuhr mit ihr zum Tierarzt. Der behielt sie dort und vermutete, dass sie ein Hund attackiert habe, weil die Katze Risswunden aufwies. Das rechte Auge sei stark verletzt, wurde Söhlmann mitgeteilt.

Information

Immer wieder Tierquälerei

Im August 2009 band ein Bünder seine Schäferhündin an einen Baum im Doberg und klebte ihr die Schnauze mit Klebefolie zu. Nach Stunden starb die Hündin an Überhitzung und Atemnot.

Im Juli 2009 schoss in Hüllhorst ein Unbekannter mit einer Kleinkaliberwaffe auf einen Kater. Der überlebte, ihm musste jedoch ein Bein amputiert werden.

Hinweise zum Fall Muschka nimmt die Polizei Bünde unter Tel. (05223) 187-0 entgegen.

Als sich der Familienvater am Freitag Nachmittag beim Tierarzt erkundigte, habe man ihm gesagt, die Katze befinde sich noch in einem tiefen Schockzustand, weshalb sie noch nicht behandelt werden könne. Am Montag fragte Söhlmann erneut nach. Ihm zufolge wurde die Katze aufgrund des Schockzustandes erst danach gründlich untersucht, auch weil man bis dahin von oberflächlichen Bisswunden ausgegangen war. Dabei fand der Arzt vier Projektile im Kopf der Katze. Auch in Brust und Pfoten steckten mehrere Geschosse. Sie stammen aus einem Luftgewehr. Der Tierarzt musste die Katze einschläfern, da die Projektile unter anderem irreparable Schäden im Gehirn angerichtet hatten.

Söhlmann wird lauter, wenn er erzählt, wie Muschka zugerichtet wurde. "Jemand muss sie angelockt und eingesperrt haben. Keine Katze bleibt sitzen, wenn sie von einem Geschoss getroffen wird." Es habe sich jemand viel Zeit genommen. "Ein Luftgewehr ist kein Mehrschussgewehr", sagt Söhlmann. "Da hat jemand geschossen, nachgeladen und wieder auf die Katze gehalten, immer wieder." Für ihn ist das unbegreiflich. "Klar haben wir als Kinder auch mal Mist gemacht. Aber das ist irre. Das ist krank."

Irina Söhlmann hat bei allen Nachbarn geklingelt und gefragt, ob sie etwas gesehen oder gehört haben. Sie wohnen in der Heidkampstraße. "Ich habe überlegt, ob wir irgendwelche Feinde haben, die uns eins auswischen wollen." Aber ihr sei niemand eingefallen. "Wir haben ein gutes Verhältnis zu den Nachbarn", sagt Heiko Söhlmann. Man kenne sich, spreche Dinge offen an, nehme Pakete für den anderen an. Das ältere Ehepaar gegenüber habe auch eine Katze. "Uns ist kein Katzenhasser bekannt." Jedoch kenne man das weitere Umfeld nicht.

Söhlmanns wollen Flugblätter in der Nachbarschaft verteilen. Sie hoffen, dass sich auf den Zeitungsartikel jemand meldet, der etwas gesehen oder gehört hat am frühen Donnerstag Morgen. Heiko Söhlmann vermutet, dass die Verletzungen noch keine Stunde alt waren, als er Muschka um 5.30 Uhr fand, da die Wunden noch frisch waren. "Zurückbringen wird uns das die Katze nicht", sagt er. Aber sie wüssten, wer es war. Ihrer Tochter (3) und dem Sohn (4) haben sie noch nichts gesagt, das wollen sie ihnen vorerst ersparen. Irina Söhlmann hält ein gerahmtes Foto der Katze in der Hand und streicht über das Bild. "Unsere kleine Muschka", sagt sie. "Diese Brutalität verstehe ich nicht."

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