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Gundula Priebe und Dietrich von Bodelschwingh. - © FOTO:PATRICK MENZEL
Gundula Priebe und Dietrich von Bodelschwingh. | © FOTO:PATRICK MENZEL

BÜNDE "Ein Leben auf dem Pulverfass"

Opfer der Tschernobyl-Katastrophe berichten

29.04.2011 | Stand 28.04.2011, 21:22 Uhr

Bünde. Zum 25. Jahrestag der Atomkatastrophe von Tschernobyl (26. April) ist auf Initiative des Bünder Vereins Heim-statt Tschernobyl das Buch "Wir mussten völlig neu anfangen" erschienen. Darin berichten Opfer des Super-GAU über ihre Erlebnisse.

"Das Leben nach Tschernobyl gleicht einem Leben auf dem Pulverfass, es ist ein Leben in Angst, vor allem Angst um die Gesundheit", berichtet Natalja Starowoitowa. "In unserem Dorf sind manchmal vier Menschen pro Woche an Krebs gestorben. Und alle waren noch jung", weiß Jelena Baran.

Wie Dietrich von Bodelschwingh, Vorsitzender desVereins, und Gundula Priebe im Gespräch mit der Neuen Westfälischen erläuterten, seien die Geschichten während der Workcamps zu den Umsiedlungen gesammelt worden. Von der Essener Stiftung Mercator sei der Hinweis gekommen, diese Geschichten zu einem Buch zusammen zu fassen, um so eine bleibende Erinnerung zu schaffen. Diese Aufgabe haben die Historikerin Melanie Arndt und die ARD-Journalistin Margarethe Steinhausen übernommen.

Tschernobyl ist die düstere Metapher für atomare Verseuchung, Krankheit, Tod und Angst. "Nach 25 Jahren schien der erste ,größte anzunehmende’ Atomunfall der Geschichte beinahe vergessen zu sein. Mit der Tragödie in Japan rücken die Folgen des Super-GAU von Tschernobyl wieder ins Bewusstsein", so die Herausgeber. Trotz Evakuierung weiter Landstriche würden noch immer unzählige Menschen in der Ukraine und Weißrussland unter den Nachwirkungen der Strahlenbelastung leiden.

Zeitzeugen berichten, wie einschneidend die Reaktorkatastrophe ihren Alltag verändert hat. Ein Teil von ihnen habe sich entschieden, in der verstrahlten Region zu bleiben. Andere erzählen davon, wie sie mit Hilfe des Bünder Vereins Heim-statt Tschernobyl nach Jahren der Resignation wieder Mut für einen Neuanfang in einer unverstrahlten Region gefunden haben.

"Wir mussten völlig neu anfangen" - Opfer der Tschernobyl-Katastrophe berichten; 160 Seiten mit zahlreichen Abbildungen, Luther-Verlag; erhältlich im Buchhandel.

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