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Im Kosovo für die gute Sache

Thomas Blumhagen vom 1. Januar an für ein halbes Jahr KFOR-Soldat auf dem Balkan

VON PAUL PRÖTER
23.10.2009 | Stand 22.10.2009, 20:09 Uhr
Thomas Blumenhagen in der Uniform, die er als Reservist mit ins Dasein als Zivilist bekam. Rechts: Im Kosovo angekommen, wird "Thommy" an seiner Uniform das Zeichen der KFOR tragen - und hofentlich als Friedensstifter empfangen. - © FOTO: PATRICK MENZEL
Thomas Blumenhagen in der Uniform, die er als Reservist mit ins Dasein als Zivilist bekam. Rechts: Im Kosovo angekommen, wird "Thommy" an seiner Uniform das Zeichen der KFOR tragen - und hofentlich als Friedensstifter empfangen. | © FOTO: PATRICK MENZEL

Bünde. "Ich hätte nein sagen können, aber schließlich geht es um eine gute Sache." Für Thomas Blumhagen ist es keine Frage, dass er als Bundeswehr-Reservist etwas für sein Land tut. Und im konkreten Fall heißt das: der 32-Jährige geht für ein halbes Jahr in den Kosovo, um dort die KFOR-Truppen bei der Wahrung des brüchigen Friedens in Ex-Jugoslawien zu unterstützen.

Blumhagen, der vier Jahre als Zeitsoldat gedient hat und es in jener Zeit zum Transportgruppen-Führer sowie zum Dienstgrad Nachschub-Unteroffizier gebracht hat, wird im Kosovo der hier zu Lande intensiv trainierten Tätigkeit als Leiter von Waffen-, Geräte- und Lebensmittel-Transporten nachgehen. Mit einigem Verantwortungsbewusstsein, ist anzunehmen. Denn in Deutschland hat der junge Mann bereits Transporte von 30 Millionen teuren Raketen organisiert und geleitet. Und so ist die Zusatzausbildung für den KFOR-Einsatz, die Blumhagen in den nächsten Wochen zuteil wird, auch eher auf ethnischen Konflikte und Spannungen im Kosovo ausgerichtet.

Diese Ausbildung wird der als Stabsunteroffizier ins Reservisten-Dasein verabschiedete Thomas Blumhagen in den beiden bayerischen Bundeswehr-Standorten Hammelburg und Wildflecken absolvieren, auch Roding (bei Regensburg) und Bremen (Logistikschule der Bundeswehr) gehören zu den anstehenden Zusatzschulungs-Stationen, bevor es Mitte Januar auf den Balkan geht.

Damit ende, so Thomas Blumhagen, der so genannte "Verlegezeitraum" (drei Wochen), den die Reservisten in Roding verbringen und in dem sie auch Gelegenheit haben, sich noch einmal von Freunden und Verwandten zu verabschieden. Mit einem schlimmen Hintergedanken natürlich. Schließlich kann man bei einem solchen Einsatz auch das Leben lassen. Die Wahrscheinlichkeit, dass das im Kosovo passiere, so Thomas Blumhagen, sei aber viel geringer als bei einem Einsatz in Afghanistan. Dort hätte der 32-Jährige, der für die sechs Monate auf dem Balkan eine Freistellung durch die Stadt erhält, übrigens auch eingesetzt werden können. Die Zuspitzung der Lage am Hindukusch hat aber dazu geführt, dass die Bundeswehr dort mehr und mehr auf den Einsatz von Reservisten verzichtet.

Thomas Blumhagens Einsatzort im Kosovo ist Prizren, eine 141.000-Einwohner-Stadt im Süden des Landes und ein Sitz der Multinationalen Task Force South der KFOR. Ihr Hauptquartier befindet sich in einer 1908 von Türken gebauten ehemaligen Kaserne der Jugoslawischen Volksarmee. Und von dort aus wird Thomas Blumhagen regelmäßig Transporte von Waffen, Verpflegung und Gerät zu den deutschen Verbänden im Kosovo durchführen. Gelegentlich sind auch Fahrten ins griechische Thessaloniki fällig, in dessen Hafen der Nachschub für die deutschen KFOR-Soldaten angelandet wird.

Als Bediensteter der Kommunalbetriebe bekommt Thomas Blumhagen sein Gehalt auch während der sechs Monate im Kosovo von der Stadt Bünde, dazu kommen einige Zuschläge aus dem Wehretat. Finanziell steht sich der 32-Jährige also recht gut auf dem Balkan. Und doch wird ihm etwas sehr fehlen: der "Club 53" und die Gaststätte Niedermeier an der Hansastraße in Muckum, in der Thomas Blumhagen seit Urzeiten Stammgast ist. Für den "Club 53" noch dazu als stets zuverlässiger und gut gelaunter Kassierer. Aber Dietmar Zentner sucht schon nach einer Halbjahres-Vertretung. Und beim nächsten "Club 53" am 7. November ist Thomas Blumhagen schließlich ja auch noch dabei.

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