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Alle Parteien - außer der UWG - haben weibliche Ratskandidatinnen aufgestellt. - © MONTAGE: GRUNDMANN
Alle Parteien - außer der UWG - haben weibliche Ratskandidatinnen aufgestellt. | © MONTAGE: GRUNDMANN

Frauen an die Macht

Weniger als ein Drittel aller Bünder Ratskandidaten sind weiblich

VON ANDREA ROLFES
07.08.2009 | Stand 06.08.2009, 20:42 Uhr

Bünde. Frauen in der Politik - Margret Thatcher, Englands eiserne Lady, hatte dazu eine eigene Meinung: "Wenn Sie in der Politik etwas gesagt haben wollen, wenden Sie sich an einen Mann. Wenn Sie etwas getan haben wollen, an eine Frau." So weit so gut. Für die UWG hieße das ewiger Stillstand, denn auf ihrer Kandidatenliste für die Kommunalwahl finden sich ausschließlich Männer - 22 an der Zahl.

Rechnet man die Zahl aller Kandidaten für den Bünder Rat zusammen und betrachtet sich die Frauenquote, dürfte das Ergebnis so manche Gleichstellungsbeauftragte ins Grübeln kommen lassen. Lediglich 26 Prozent aller wählbaren Kommunalpolitiker sind weiblich. Und das, obwohl immer mehr Frauen wichtige Rollen auf der politischen Bühne übernehmen. Angefangen bei Angela Merkel. Aber auch in Bünde lenkte eine Frau zehn Jahre die Geschicke der Stadt. Anett Kleine-Döpke-Güse wird ihr Amt in dreieinhalb Wochen allerdings an einen Man abgegeben. Das steht bereits fest. Doch wie weiblich wird der Rat sein?

Die UWG hat zu dieser Frage nichts beizutragen. 22 männliche Kandidaten stehen auf ihrer Liste. Warum eigentlich keine Frau, will die NW von Bürgermeisterkandidat Uwe Blomeier wissen. "Keine Ahnung", sagt dieser einigermaßen überfordert. "Wir haben uns noch keine Gedanken darüber gemacht."

Der Anteil der Frauen an den Bundestagsabgeordneten lag in der BRD lange Zeit unter zehn Prozent. Erst als die Grünen 1979 und die SPD 1988 eine Frauenquote einführten, änderte sich dies. So wundert es nicht, dass diese beiden Parteien auch in Bünde den höchsten Frauenanteil unter den Ratskandidaten besitzen (Grüne 52 %, SPD 37 %).

Eine von ihnen ist Gudrun Henning, sie kandidiert für die SPD im Wahlkreis Muckum. Sie entschied sich vor zehn Jahren, in der Kommunalpolitik Verantwortung zu übernehmen. Aus einem einfachen Grund: "Ich habe lange nur gemeckert, bis ich gemerkt habe, dass das nichts bringt, man muss selber etwas unternehmen." Seither macht sie sich besonders für die Belange von Kindern und Jugendlichen stark.

Gundhild Stuke (CDU) lag ihr Wohnort besonders am Herzen. Als sie sich 1994 entschied, das erste Mal für den Wahlkreis Ahle zu kandidieren, gab es in ihrem Ort weder einen Bäcker noch einen Supermarkt. Das wollte sie ändern. Inzwischen ist die Bünderin 72 und hat immer noch Spaß an der Ratsarbeit: "Ich fühle mich nicht zu alt, bin motiviert und habe noch einige Feuer im Eisen", sagt sie.

Wie sieht es mit dem weiblichen Nachwuchs aus? "Ich habe nicht wirklich das Gefühl, dass da viel kommt", sagt Gudrun Henning. Den Eindruck habe sie parteiübergreifend.

Doch es gibt Hoffnung: Unter anderem Jessica Terhorst. Die Bünderin ist 30 Jahre jung und ehrgeizig. Sie ist bereits Mitglied des Landesfachausschusses für Verbraucherschutz der FDP und Beisitzerin im Landesvorstand der Liberalen Frauen. Nun möchte sie für den Rat kandidieren und in Bünde mitmischen. Ihre Begründung klingt logisch: "Ein Stadtrat ohne Ältere hat keine Geschichte, ein Stadtrat ohne die Jugend hat keine Zukunft."

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