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Um den betagten Opel Kadett C Coupé schnell auf Regenreifen umrüsten zu können, begleitet ein 13-köpfiges Team Klaus Niermann in die Eifel. Der erfahrene Rennfahrer hofft auf Regen. - © FOTO: PATRICK MENZEL
Um den betagten Opel Kadett C Coupé schnell auf Regenreifen umrüsten zu können, begleitet ein 13-köpfiges Team Klaus Niermann in die Eifel. Der erfahrene Rennfahrer hofft auf Regen. | © FOTO: PATRICK MENZEL

Im Kadett durch die "Grüne Hölle"

Klaus Niermann kennt jede Kurve der legendären Nordschleife / Am Samstag startet er in einem Opel

VON THORSTEN GÖDECKER
19.05.2009 | Stand 18.05.2009, 20:41 Uhr

Bünde. Mehr als vier Liter Schweiß wird der Rennanzug von Klaus Niermann aufgesaugt haben, wenn er und sein Opel-Kadett C Coupé unbeschadet die dreistündige Jagd durch die "Grüne Hölle" des Nürburgringes überstehen. Am Samstag, 23. Mai, muss der Youngtimer, der 1978 in Rüsselsheim geschmiedet wurde, ab 9.50 Uhr beweisen, dass er der legendärsten Rennstrecke der Welt noch immer zu trotzen weiß.

Niermann werden die rund 200.000 Fans motivieren, die in die Eifel gekommen sind, um an der weltgrößten Motorsportveranstaltung, dem "37. ADAC Zurich 24h-Rennen" teilzunehmen. "Wir starten im Vorprogramm", erklärt der 48-jährige Fischhändler aus Bünde, dem über 100.000 Kilometer Nordschleife in den Knochen stecken. Geht alles gut und hält das Zwei-Liter-Aggregat des Kadett, was sich Niermanns Team verspricht, dann kommen rund 500 Kilometer hinzu. "Wir setzten auf das fahrerische Können von Klaus" , sagt Stefan Vollmer trotzig. Er hätte Niermann am Steuer des Opel ablösen sollen. Ein Achillessehnenabriss vereitelt das Vorhaben. Nun wird Niermann drei Stunden lang seine Runden über den Nürburgring drehen.

Auf bis zu 250 Kilometer pro Stunde würden die rund 220 Pferdestärken den 820 Kilogramm schweren Kadett beschleunigen. Doch die 8.000 Umdrehungen pro Minute, die der betagte Tourenwagen leistet, haben den Motor "ausgelutscht". "Gestern fehlten auf dem Prüfstand fast 60 PS", erklärt Niermann, der nun auf Regen hofft – denn auf nasser Strecke zähle nur das Können.
Für Niermann, der für den Bünder Verein "Yellostorm Racing" in der Eifel an den Start geht, ist die "Grüne Hölle", wie die Rennsportfans die legendäre Nordschleife nennen, sein zweites Wohnzimmer.

Schon 1985 machte sich der gelernte Kfz-Mechaniker mit den Tücken des Rundkurses erfolgreich vertraut. Bis 1993 kam er immer wieder und raste mit seinem Tourenwagen durch die Eifel. 2005 entdeckte der Verein das Potential von Niermann neu und motivierte den Piloten, sich wieder in den Rennanzug zu zwängen. "Das ist wie ein Virus, den du nicht mehr los wirst, wenn er dich erst infiziert hat", erklärt Stefan Vollmer, dem man ansieht, das auch er gerne den knallroten Kadett gesteuert hätte. Doch nun wird Niermann die gesamte Renndistanz in dem auf das Nötigste reduzierten Opel, der jede Unebenheit an die Wirbelsäule durchreicht, verbringen und fast 4.500 Mal schalten, bis die Zielfahne geschwenkt wird.
    

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