0
Konzentration und Genauigkeit sind für geologische Arbeiten unerlässlich, wie Philipp Strakeljahn eindrucksvoll demonstriert. Vorsichtig arbeitet er sich mit dem Hammer durch das Schiefergelände im Steinbruch, der Helm schützt ihn vor harbfallenden Steinen. - © FOTO: FELIX EISELE
Konzentration und Genauigkeit sind für geologische Arbeiten unerlässlich, wie Philipp Strakeljahn eindrucksvoll demonstriert. Vorsichtig arbeitet er sich mit dem Hammer durch das Schiefergelände im Steinbruch, der Helm schützt ihn vor harbfallenden Steinen. | © FOTO: FELIX EISELE

Mit dem Hammer auf Fossilienjagd

Interessierte Kinder suchten in Wallücke nach Zeugnissen vergangenen Lebens

VON FELIX EISELE
28.04.2009

Bünde/Wallücke Während Indiana Jones auf der Suche nach Kristallschädeln und indischen Tempeln in die wahnwitzigsten Situationen gerät, verläuft der Berufsalltag der meisten Paläontologen und Archäologen zumeist weniger abenteuerlich. Dass Ausgrabungen und Untersuchungen dennoch spannend sein können, bewies die geologisch-paläontologische Exkursion des Dobergmuseums in den Steinbruch Störmer in Wallücke am Samstag.

Mehr als 20 Kinder hatten sich am Museum eingefunden, um gemeinsam auf Fossilienjagd zu gehen. Dazu ging es zunächst mit dem Auto in Richtung Wiehengebirge. Ziel des Ausflugs war der Steinbruch Störmer in Wallücke, "einer der schönsten Steinbrüche im ganzen Wiehengebirge", wie Achim Hildebrand vom Museum einführend erklärte.

Tatsächlich faszinierte das Panorama des Grabungsgeländes nicht nur die Kinder, sondern auch die mitgereisten Eltern. Eine steil in die Höhe gehende Wand hatte es allen Teilnehmern der Exkursion besonders angetan. Mehrere aufeinander folgende Schichten Ton, Sand und Kalk zeigten deutlich die Ablagerungen aus verschiedenen geologischen Epochen der Erdgeschichte. "Sogar eine Saurierfährte haben wir in dieser Wand gefunden", brachte Geologe Wilhelm Brandhorst den Nachwuchs zum Staunen.

Nicht minder interessant erschien den jungen Wissenschaftlern auch ein großes abfallendes Areal aus Tonschiefer, das vor Jahrmillionen einmal den Meeresboden darstellte. Davon zeugt nicht zuletzt eine versteinerte Wellenmarke, die Brandhorst bei seinen Arbeiten im Steinbruch aus dem Fels sprengen konnte.

Auf eben diesem Meeresboden aus dem Jura-Zeitalter ging es für die Nachwuchs-Geologen schließlich auf Fossilienjagd. Ausgerüstet mit Hammer, Helm und Pinsel klopften sie sich durch die Erde auf der Suche nach Zeugnissen vergangenen Lebens. Die Experten Achim Hildebrand, Rainer Ebel und Wilhelm Brandhorst vom Dobergmuseum standen den Ausgrabungskünstlern dabei hilfreich zur Seite und erklärten ihnen die Funde, die durchaus erfolgreich ausfielen: eine Vielzahl versteinerter Muscheln wurde zu Tage gefördert und ließ die Freude der Entdecker überschlagen. Auch der ein oder andere Belemnit, ein Vorfahr des heutigen Tintenfischs, konnte entdeckt werden.

Den Kindern machte die Arbeit offensichtlich Spaß. "Es ist ein schönes Gefühl, einen Fund zu machen und ihn dann aus der Erde zu klopfen", befand etwa Mattis Meier nach der Freilegung einer Auster. Auch Kevin Brinkhoff, der bereits im vergangenen Jahr bei einer Exkursion dabei war, zeigte sich mit seiner Ausbeute zufrieden. Den schönsten Fund aber beanspruchte Nick Litschel für sich: auf einer von ihm freigelegten Schieferplatte prangte deutlich der versteinerte Abdruck eines Ammoniten, den er voller Stolz seinen jungen Kollegen präsentierte.

Newsletter abonnieren

Bünde-Newsletter

Jeden Donnerstagmorgen informieren wir Sie über die wichtigsten Nachrichten aus Ihrer Region.

Wunderbar. Fast geschafft!