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Einige Händler geben an, dass verkaufsoffene Sonntage für sie existenziell seien. - © Gerald Dunkel
Einige Händler geben an, dass verkaufsoffene Sonntage für sie existenziell seien. | © Gerald Dunkel

Bünde Entscheidung zu verkaufsoffenem Sonntag in Bünde am 1. Advent ist gefallen

Der Bünder Stadtrat hat mehrheitlich abgestimmt. Auch Mitarbeiter einiger Bünder Geschäfte haben sich anonym zu dem Thema geäußert und klar Stellung bezogen.

Gerald Dunkel
11.10.2019 | Stand 11.10.2019, 06:19 Uhr

Bünde. Verkaufsoffene Sonntage sind ein ständiges Für und Wider. Auf der einen Seite plädieren die Gegner für den Sonntag als Ruhetag und fordern, dass Mitarbeiter im Einzelhandel dementsprechend diesen auch für sich und ihre Familien nutzen können, da die meisten von ihnen überwiegend auch samstags arbeiten. Andererseits belebt ein solcher Tag in den Augen der Einzelhändler die Innenstädte. Natürlich seien sie auch profitabel. Einige Händler geben sogar an, verkaufsoffene Sonntage - besonders in der Adventszeit - seien für sie existenziell. So fällt das Ergebnis im Bünder Stadtrat aus Aber auch Mitarbeiter einiger Bünder Geschäfte sehen eigenen Worten zufolge die verkaufsoffenen Sonntage positiv. Sie erhalten eine finanzielle Zulage und die Stimmung sei durchweg gut, sagten einige Befragte gegenüber von nw.de in einer anonymen Befragung. Mit 18 zu 10 Stimmen votierte der Bünder Stadtrat jetzt für einen verkaufsoffenen Sonntag am 1. Dezember. Aber auch innerhalb der Fraktionen gibt es unterschiedliche Ansichten dazu. "Mir liegt der Schutz des Sonntags am Herzen" "Wir werden unterschiedlich abstimmen", erklärte die SPD-Fraktionsvorsitzende Andrea Kieper in der Ratssitzung. Als Grund gab sie an, dass man "Verkaufsoffene" in der Adventszeit noch einmal besonders sensibel betrachten müsse, da diese Sonntag für einzelne Mitarbeiter im Einzelhandel noch gravierender sei. Auch Stefanie Janßen-Rickmann (Bündnis 90/Die Grünen) begründete das unterschiedliche Abstimmungsverhalten ihrer Fraktion mit den selben Gründen. Ernst Tilly (FDP) erläuterte, dass er gegen geöffnete Geschäfte am 1. Advent stimmen werde. "Mir liegt der Schutz des Sonntags am Herzen, wie auch die Lydia-Gemeinde in ihren Stellungnahmen zu diesen Sonntagen seit Jahren schreibt", so der FDP-Fraktionsvorsitzende. Antrag stammt aus dem Monat Juli Im Juli hatte die "Handel Bünde GbR", die Bünder Einzelhandelsvereinigung, den Antrag gestellt, im Zusammenhang mit den Veranstaltungen "Ein Weihnachtsbaum für Bünde" und "Weihnachtliches Bünde" den Sonntag, 1. Dezember, räumlich begrenzt als verkaufsoffenen Sonntag freizugeben. Wie es in einer Erläuterung der Stadtverwaltung heißt, bezieht sich diese räumliche Begrenzung auf den "fußläufigen Teil der Eschstraße und einen kleinen Teil der Bahnhofstraße". 1. Advent steht im Einklang mit dem Gesetz Aus Sicht der Stadtverwaltung steht der geplante verkaufsoffene Adventssonntag im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen des Ladenöffnungsgesetzes NRW. In einer Neuregelung über verkaufsoffene Sonntage heißt es, dass diese zulässig sind, sofern sie im Zusammenhang mit örtlichen Veranstaltungen stehen, die einen beträchtlichen Besucherstrom anziehen und sich die Erlaubnis für die Geschäftsöffnung auf das unmittelbare Umfeld der Veranstaltung bezieht. Einer Besucherprognose wie zuvor bei anderen verkaufsoffenen Sonntagen bedürfe es laut Oberverwaltungsgericht Münster dann nicht. Laut Beschluss sollen am 1. Adventssonntag Geschäfte an der Eschstraße zwischen Bismarckstraße und Bahnhofstraße sowie an der Bahnhofstraße zwischen Museumsplatz und Ernst-Reuter-Straße öffnen.

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