Vorm Rathaus: Bürgermeister Wolfgang Koch (v.l.) Theophylaktos Emmanouilidis mit seiner Frau Ulrike und Ernst Tilly von der FDP-Fraktion, die die Ehrenbürgerschaft beantragt hatte. - © Meiko Haselhorst
Vorm Rathaus: Bürgermeister Wolfgang Koch (v.l.) Theophylaktos Emmanouilidis mit seiner Frau Ulrike und Ernst Tilly von der FDP-Fraktion, die die Ehrenbürgerschaft beantragt hatte. | © Meiko Haselhorst

Bünde Dr. Emma ist Ehrenbürger der Stadt Bünde

Theophylaktos Emmanouilidis erhielt damit die höchste Auszeichnung, die die Stadt zu vergeben hat. Der Arzt ist erst der dritte Bünder, dem diese Ehre zuteil wird.

Meiko Haselhorst
12.06.2019 | Stand 12.06.2019, 15:18 Uhr

Bünde. "Wenn die Guten nicht kämpfen, werden die Schlechten siegen." Ein Satz von Platon. Seit Freitagnachmittag steht er im Goldenen Buch der Stadt Bünde. Niedergeschrieben hat ihn sinnigerweise ein gebürtiger Grieche, der seit 1983 in Bünde zuhause ist: Theophylaktos Emmanouilidis, alias "Dr. Emma". Der 80-Jährige, der zunächst 20 Jahre Chefarzt im Lukas-Krankenhaus war und nun schon seit Jahrzehnten etwa einmal monatlich nach Afrika reist, um in diversen Ländern Kinder zu operieren, ist jetzt Ehrenbürger von Bünde. Als "seltenen, aber erfreulichen Anlass, der in den vergangenen Jahrzehnten seinesgleichen sucht", bezeichnete Bürgermeister Wolfgang Koch die Zusammenkunft in seiner kurzen Ansprache. "Fast 60 Jahre ist es her, dass ein Mensch in Bünde zum Ehrenbürger ernannt wurde. Ich freue mich, dass diese Vakanz nun ein Ende hat." Emmanouilidis' Entscheidung, nach Bünde zu kommen, so der Bürgermeister weiter, sei ein absoluter Glücksfall für die Stadt gewesen. "Meine Anerkennung gilt Menschen wie Ihnen." Dr. Emma, so erfuhren die Gekommenen vom Bürgermeister noch, ist überhaupt erst der dritte Bünder nach Friedrich Langewiesche und Richard Moes, dem eine Ehrenbürgerschaft zuteil wird.Der Antrag dafür war im Frühling von der Bünder FDP-Fraktion gekommen. So war es denn auch Bündes Freier Demokrat Ernst Tilly, der die wortreichste Laudatio hielt: "In unserer Massenmediengesellschaft wimmelt es von Stars und Promis. Man verehrt sie zeitweilig als Idole, deren Ruhm dann schnell verblasst. Ein echtes Vorbild aber ist eine Person, die bewusst oder unbewusst zum gleichen Tun, zu Verantwortung anregt", so Tilly. "Vorbilder wie Sie brauchen wir!" Es gehe dabei nicht um Nachahmung einzelner Merkmale, nicht um Frisur oder Fanclub, sondern um eine eindrucksvolle Gestalt, die einem innerlich verwandt vorkomme, auf der Suche nach Sinn und Lebensgestaltung. Tilly verglich Dr. Emma mit dem unvergessenen Bünder Pastor Julius Prüßner, der den Menschen nicht als angepasstes Ideal, sondern als Mensch mit Ecken, Kanten und - ganz wichtig - mit Herz in Erinnerung geblieben sei. Und weiter: "Mit unseren Möglichkeiten und Grenzen, die wir haben, könnten wir uns alle nach Dr. Emmas Vorbild einsetzen, Leben und Welt zu schützen und zu erhalten. Vorbilder wie Sie brauchen wir, erst recht in einer Zeit, da alte Leitbilder und Wertvorstellungen wanken." Die kürzeste aller Reden hatte Dr. Emmas langjährige Weggefährtin vom Hammer Forum, Klaudia Nussbaumer, im Gepäck - und zwar auf Griechisch. Was sie sagte, blieb den weitaus meisten Anwesenden ein Rätsel. Das Wort "Energie" war zu verstehen, ein Wort, das in Verbindung mit Theophylaktos Emmanouilidis immer wieder auftaucht. "Ich altere wohl - doch täglich lerne ich etwas dazu" Der Geehrte selbst bedankte sich in aller Bescheidenheit "bei den Gekommenen und bei den vielen Helfern", ohne die sein Wirken nicht möglich gewesen wäre. Nachdem er ein paar Fotos eines von der Stadt Bünde unterstützten Projektes im Jemen gezeigt hatte, schloss er mit einem Zitat von Solon von Athen: "Ich altere wohl - doch täglich lerne ich etwas dazu." Ob das anschließende Büffet weitere griechische Leckerbissen parat hielt, ist nicht überliefert.

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