0
Angezündet: Einer der Hochsitze bei Lübbecke. Foto: Polizei - © Jobst Lüdeking
Angezündet: Einer der Hochsitze bei Lübbecke. Foto: Polizei | © Jobst Lüdeking

Kreis Herford Jäger verklagt Hochsitz-Brandstifter aus Bünde auf Schadenersatz

Der 28-jährige Bünder soll in den Kreisen Herford, Minden-Lübbecke und Osnabrück insgesamt 15 Feuer gelegt haben. Die Forderungen gegen den Mann könnten noch weiter steigen

Jobst Lüdeking
29.05.2019 | Stand 29.05.2019, 19:10 Uhr

Bünde. Wegen Drogenbesitzes hat das Herforder Schöffengericht den mutmaßlichen Hochsitz-Brandstifter aus Bünde im Februar dieses Jahres bereits verurteilt. Die Ermittlungen wegen der insgesamt 15 Feuer, die der Bünder an Hochsitzen gelegt haben soll, dauern derzeit noch an. Aktuell gibt es für den verurteilten Mann aber weiteres Ungemach. Und das liegt in Form einer Akte beim Herforder Amtsgericht vor. Es ist die erste Schadenersatzklage gegen den 28-Jährigen, eine so genannte Zivilklage. Nach Informationen von nw.de fordert ein Revierinhaber in dieser Klage rund 4.000 Euro für den Ersatz und die notwendigen Arbeiten an zwei seiner – mutmaßlichen von dem Bünder angezündeten - Hochsitzen. Bei den Ermittlungen geht es um Taten im Kreis Herford, in Minden-Lübbecke und im benachbarten Kreis Osnabrück. Der klagende Revierinhaber beruft sich in seiner Klage auch auf den bisherigen Ermittlungsstand der Staatsanwaltschaft. Strafverteidiger Tobias Diedrich aus Bad Oeynhausen, der den beklagten Bünder vertritt, wollte zu den Forderungen keinen Kommentar abgeben. Betrag könnte weit höher sein Die aktuelle Klage ist möglicherweise nur die erste gegen seinen Mandanten, weitere Schadenersatzklagen könnten folgen. Denn neben den beiden genannten Feuern gibt es ja noch weitere angezündete Hochsitze, die auf das Konto des Mannes gehen sollen. Die Ersatzansprüche der Jäger, so sie denn von einem Gericht bestätigt werden, könnten also weitaus höher ausfallen. Und anders als bei einer privaten Insolvenz verjähren die Forderungen aus einer Straftat nicht. Das bedeutet, dass Gläubiger den Mann mehr als 30 Jahre belangen könnten. Die Kosten für einen gekauften Hochsitz liegen - ohne die Kosten für das Aufstellen – bei etwa 1.000 bis 2.000 Euro. Das würde bedeuten, dass sich die Schadenersatzansprüche tatsächlich auf rund 30.000 Euro belaufen könnten. Wie der Bünder gefasst wurde Im Mai 2018 war der Bünder gefasst worden, seine Tatserie soll im Oktober 2017 begonnen haben. Tage bevor er gefasst werden konnte, war er in einem Waldstück von einer dort zur Tierbeobachtung aufgehängten Wildkamera gefilmt worden. An Hand der Beschreibung und der Aufnahmen wurde der Bünder schließlich im Landkreis Osnabrück erkannt und von Landwirten und Jägern so lange festgehalten, bis die Polizei kam. Dabei soll er dann auch die Brandstiftungen gestanden haben. Ein Motiv konnte er bisher wohl nicht nennen. Der Mann ist nicht als radikaler Tierschützer oder Jagdgegner aufgefallen. In seinem Rucksack wurden Utensilien gefunden, wie sich auch bei den Brandstiftungen verwendet worden waren - und die Drogen. Auch bei einer Wohnungsdurchsuchung wurden die Ermittler fündig. Marihuana, Haschisch und Kokain brachten ihm bereits 15 Monate Haft ein, ausgesetzt auf drei Jahre zur Bewährung.

realisiert durch evolver group