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Bünde Mehrere Millionen Euro für Bünde

Viele Euros rollen Jahr für Jahr aus den Töpfen der EU in die lokalen Kommunen. Auch in vielen Bünder Projekten steckt europäisches Geld.

Lieselotte Hasselhoff
23.05.2019 | Stand 24.05.2019, 14:24 Uhr

Bünde. Die EU erscheint im Alltag häufig weiter weg, als sie ist. Bei genauerem Hinsehen hinterlässt sie fast überall ihre Spuren. Auch in Bünde. Zum Beispiel, wenn es um den Internet-Ausbau geht. 15.000 Euro hat die Elsestadt von der EU bekommen, um das kostenlose WLAN im Stadtgebiet auszubauen. Doris Greiner-Rietz, Pressesprecherin der Stadt Bünde, betont: "Das ist aber nicht alles, was an EU-Geldern in unsere Kommune fließt. Die meisten Gelder landen in Fördertöpfen des Landes NRW, von denen wir hier natürlich auch profitieren." Für die Landwirte sind EU-Mittell existenzsichernd Wie viel EU-Geld in Bünde steckt, wird nicht immer auf den ersten Blick deutlich, da viele Gelder vom Land Nordrhein-Westfalen bewilligt werden. Viele der Fördertöpfe des Landes wiederum beinhalten allerdings große Anteile an EU-Geldern. So beispielsweise der Europäischen Garantiefonds für die Landwirtschaft (EGFL). Eine Anfrage der hiesigen SPD-Landtagsabgeordneten Angela Lück und Christian Dahm im Landtag ergab: Bünder Landwirte erhielten zwischen 2014 und 2018 gemeinsam rund 3,4 Millionen Euro aus dem Fonds. "Die sogenannten Direktzahlungen sind existenziell wichtig für die Bauern", sagt Hermann Dedert, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbands Herford-Bielefeld. Laut der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung werden damit Schwankungen der Agrarpreise abgefedert und der Einhalt besonderer Standards für den Umwelt-, Tier- und Verbraucherschutz entgolten. "Sie machen bestimmt 30 Prozent des Einkommens eines Landwirts aus", sagt Dedert. Unterstützung für die Bünder Industrie Wie der Landwirt aus Hiddenhausen festhält, fließen rund 40 Prozent des gesamten EU-Haushalts in die Landwirtschaft. "Deshalb ist die Landwirtschaft so stark an die EU-Politik gebunden wie kein anderer Bereich." Neben den Beihilfen können Bauern Geld aus dem Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) beantragen. Mit verschiedenen Förderprogrammen schafft die EU unter anderem Anreize für Bauern, Teile ihrer Ackerflächen für den Naturschutz zu schonen. "Die Landwirte bekommen dann zum Beispiel Geld dafür, dass sie auf einer Fläche einen Blühstreifen anlegen oder einzelne Bereiche im Feld nicht beackern, damit die vom Aussterben bedrohte Feldlerche dort nisten kann." Rund 117.000 Euro erhielten die hiesigen Bauern aus diesem Topf. Ein weiteres großes Stück vom EU-Kuchen kommt der Industrie zugute. Auf der Internetseite des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) werden gleich drei Bünder Unternehmen als "gute Praxisbeispiele" angeführt. Die Firma Lindemann ist eine davon. Sie erforschte gemeinsam mit der Uni Paderborn bis zum März vergangenen Jahres Möglichkeiten, Metalle energieeffizienter zu verformen. Auch in den Bünder Bädern steckt EU-Geld Das Bünder Unternehmen ist auf die Herstellung von Stahlrohrbögen spezialisiert. Letztere dienen beispielsweise als Verbindungsstücke von gebogenen Rohrleitungen. Auch die Imperial-Werke, eine Tochter von Miele, ließen sich bis 2019 durch EU-Gelder unterstützen. Ein drittes EU-gefördertes Projekt der Firma Well Systems läuft noch bis 2022. Die Forschung der Firma Lindemann unterstützten die EU und das Land NRW mit rund 134.000 Euro. Insgesamt fielen den Elsestädtern etwa 243.200 Euro aus dem Fonds zu. Auch bei kleineren Unternehmungen greift die EU gelegentlich unter die Arme. "Im Jahr 2016 hat die Bünder Bäder GmbH 2.102,87 Euro bekommen, um ihr Heizungssystem zu erneuern", sagt Doris Greiner-Rietz, Pressesprecherin der Stadt Bünde. Sinn der Förderung sei gewesen, die Energieeffizienz bei der Wärmeversorgung von Gebäuden zu steigern.

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