In der Bünder Fußgängerzone: Golden Retriever Bentley wartet darauf, dass der Spaziergang mit Frauchen Miriam weitergeht. - © Torben Stallmann
In der Bünder Fußgängerzone: Golden Retriever Bentley wartet darauf, dass der Spaziergang mit Frauchen Miriam weitergeht. | © Torben Stallmann

Kreis Herford Wo Hundehalter im Kreis Herford am meisten zur Kasse gebeten werden

Im Abstand von nur wenigen Kilometern wird beinahe der doppelte Steuersatz aufgerufen. Bei einigen Rassen ist der Unterschied sogar noch deutlicher.

Aileen Stuckmann
13.05.2019 | Stand 13.05.2019, 10:05 Uhr
Torben Stallmann

Eike J. Horstmann

Kreis Herford. Erstmals hat der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen die Hundesteuersätze für alle 396 Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen erhoben. Ob Mops, Schäferhund oder Bulldogge – der geliebte Vierbeiner kann teuer werden. Viele Kommunen bieten für Hunde, die aus dem Tierheim kommen, eine zeitlich befristete ermäßigte Steuer oder eine Steuerbefreiung an. Hunde, die ausschließlich zum Schutz und der Hilfe Blinder, Gehörloser und sonstiger hilfloser Personen dienen, werden in fast allen Kommunen auf Antrag von der Hundesteuer befreit. Die Hundesteuer – bereits im Mittelalter als „Hundekorn" gezahlt und als Steuer 1807 erstmals in Offenbach am Main zur Tilgung von Kriegsschulden erhoben – sei nicht mehr zeitgemäß. Der Bund der Steuerzahler NRW fordert grundsätzlich die Abschaffung. Wer einen Hund aus dem Tierheim holt, sollte keine Steuern zahlen In einem ersten Schritt sollen zumindest die beträchtlichen regionalen Unterschiede beseitigt werden: „Um möglichst einheitliche Lebensverhältnisse in NRW zu gewährleisten, sollte es landesweit einen Höchstsatz von maximal 100 Euro geben", fordert Heinz Wirz, der vorsitzende des Steuerzahlerbundes in NRW. Er plädiert außerdem dafür, Hunde aus dem Tierheim grundsätzlich befristet von der Steuer freizustellen. Im Kreis ist er diesbezüglich zumindest teilweise überholt worden: Denn in Herford ist dies bereits der Fall. Hier wird Tierfreunden, die einen Hund aus dem Tierheim aufnehmen, für zwei Jahre die Abgabe erlassen. Zudem ist die Steuer im gesamten Kreisgebiet und fast in ganz OWL deutlich unter 100 Euro - einzig die Stadt Bielefeld liegt mit 120 Euro pro Tier deutlich drüber. Laut einer Mitteilung des Städte- und Gemeindebundes NRW, sagt dessen Hauptgeschäftsführer Bernd Jürgen Schneider: „Die Hundesteuer dient dazu, die Anzahl der Hunde in einer Stadt oder Gemeinde zu begrenzen und die entstehenden Kosten bei der Straßenreinigung zu decken. Unterschiede in der Höhe der Hundesteuer sind Ausdruck kommunaler Selbstverwaltung." „Rechtlich gesehen sei die Hundesteuer aber nicht zweckgebunden, sondern wird als öffentlich-rechtliche Abgabe nach dem Gesamtdeckungsprinzip für die Finanzierung aller Aufwendungen mitverwendet", heißt es in einer Mitteilung der Gemeinde Rödinghausen. Herford alleiniger Spitzenreiter Die Abgaben selbst sind in den einzelnen Kommunen des Kreises Herford sehr unterschiedlich gestaffelt. Beispielsweise ist es in der Kreisstadt selbst am teuersten, einen Hund zu halten. Wer in Herford einen Hund anmeldet, muss jährlich 80 Euro dafür berappen. Bei zwei Tieren sind es je 95 Euro, ab drei Hunden sind es pro Bello 110 Euro. Lediglich etwas günstiger ist es in Löhne, wo die Staffelung 78, 90 und 102 Euro beträgt. Geradezu ein Schnäppchen ist es dagegen, in Hiddenhausen oder in Kirchlengern einen Hund zu halten. Der erste Hund kostet gerade einmal 48 Euro pro Jahr, 60 Euro pro Tier kostet es jährlich bei zwei Hunden. Ab dem dritten Hund kostet es pro Hund 72 Euro. In Bünde zahlen Hundebesitzer - nach einem Ratsbeschluss aus dem Jahr 2010 - 60 Euro pro Jahr für den ersten Hund. Ab dem zweiten Vierbeiner sind es 75 Euro pro Jahr und je Hund, und ab dem Dritten 90 Euro. Andere Steuersätze für Hunde „gefährlicher Rassen" gibt es in der Stadt Bünde nicht. Die jährliche Hundesteuer in der Gemeinde Rödinghausen beträgt für einen Hund 42 Euro. Ein Besitzer von zwei Hunden bezahlt pro Jahr 66 Euro pro Hund und bei drei Hunden werden jährlich 78 Euro pro Hund fällig. Für Hunde, die zu den als gefährlich eingestuften Rassen gehören, gelten in Rödinghausen dieselben Gebührensätze. Riesige Unterschiede auch bei "gefährlichen Hunden" Für „gefährliche Hunde" gelten andere Satzungen. In Kirchlengern zahlen die Besitzer für den ersten gefährlichen Hund 396 Euro pro Jahr, ab dem zweiten 492 Euro  und ab dem Dritten 492 Euro jährlich pro Tier. Beinahe doppelt so teuer ist es wiederum in Löhne, einen "gefährlichen Hund" zu halten: Hier geht es bei 624 Euro pro Tier los und bei jedem weiteren Hund mit 780 Euro weiter.

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