Grün-braune Hügel: Torben Cornils bei den Chocolate Hills (Deutsch: "Schokoladenhügel") auf der philippinischen Insel Bohol. 1.268 Hügel in Halbkugelform erstrecken sich über mehr als 50 Quadratkilometer. Ihr Gras verfärbt sich in der Trockenzeit braun. - © Foto: Torben Cornils||
Grün-braune Hügel: Torben Cornils bei den Chocolate Hills (Deutsch: "Schokoladenhügel") auf der philippinischen Insel Bohol. 1.268 Hügel in Halbkugelform erstrecken sich über mehr als 50 Quadratkilometer. Ihr Gras verfärbt sich in der Trockenzeit braun. | © Foto: Torben Cornils||

Bünde/Naga City Mein Jahr auf den Philippinen: Tauchen mit Walhaien

Der Bünder Schüler Torben Cornils geht ein Jahr lang auf den Philippinen zur Schule. In der NW berichtet er über seine Erfahrungen und Erlebnisse

Bünde/Naga City. Nach etwa einem Monat habe ich die Gastfamilie gewechselt, da meine Gastmutter keine neuen Haushaltshilfen finden konnte. Die Hausangestellten, die wir hatten, sind alle bald wieder gegangen, und meine Gastmutter hat dann entschieden, dass sie mich nicht alleine versorgen kann, da sie sich überfordert fühlte. Meine aktuelle Gastfamilie lebt in Naga City in der Region Bicol im Osten der Philippinen. Sie haben bereits vor mir mehrere Gastschüler aufgenommen. Meine Gastfamilie ist unglaublich freundlich. Ich bin so unfassbar glücklich, dass sie sich dazu entschieden hat, mich aufzunehmen. Meine Gasteltern haben vier Töchter und einen Sohn. Hinzu kommen noch vier oder fünf Hausangestellte. Der Familienalltag bei uns ist harmonisch. Meine Gasteltern und zwei meiner Gastschwestern sind den ganzen Tag arbeiten. Meine Gastmutter arbeitet als Buchhalterin in einem Krankenhaus, mein Gastvater ist Politiker. Zwei meiner Gastgeschwister gehen noch zur Schule. »Ich muss hier eine Schuluniform tragen« Naga City liegt in der Bicol-Region, genauer gesagt in der Provinz Camarines Sur, und hat etwa 200.000 Einwohner. Naga ist unterteilt in 27 Stadtteile, so genannte Barangays. Ich lebe im Barangay Balatas, eine andere Austauschschülerin wohnt im Barangay Carolina. Es gibt nicht viele Sehenswürdigkeiten, aber die "Basilika Unserer Lieben Frau von Penafrancia" und die Kathedrale des Erzbistums Caceres, die beide sehr eindrucksvoll sind. Meinen Schulalltag empfinde ich als normal. Allerdings muss ich im Gegensatz zu Deutschland eine Schuluniform tragen. Sie besteht an meiner Schule aus einem weißen Hemd mit dem Logo der Schule und einer Braunen Hose für Jungs und für Mädchen einem karierten Rock, einer weißen Bluse und einer karierten Krawatte. Selbst für den Sport gibt es eine spezielle Sport-Uniform. Jeden Freitag ist ein so genannter Non-Academic Day. Das heißt wir dürfen in Zivil- Kleidung zur Schule kommen. Allerdings müssen wir immer, egal ob normaler Schultag oder Non Academic Day, unsere Schul-ID gut sichtbar tragen. Zu viel Schmuck, gefärbte Haare, Piercings oder zerrissene Jeans sind an der Schule nicht erlaubt. Auch an der Universidad de Sta. Isabel, einer privaten katholischen Universität, gibt es eine Kleiderordnung. Ausflüge, um das Land zu erkunden Unsere Lehrer bringen uns den Stoff in so genannten Performance Tasks bei. Das heißt wir bekommen ein Thema vorgegeben und müssen dieses dann selbstständig ausarbeiten. Bisher habe ich zwei Reisen gemacht. Die erste ging in die Inselprovinz Siquijor im Zentrum der Philippinen und in die ebenfalls im Zentrum des Inselstaates gelegene "Stadt des Lächelns", die Großstadt Bacolod. Die andere Reise führte auf die Inseln Cebu und Bohol etwas weiter südlich. Die Reise nach Siquijor habe ich mit meiner ersten Gastfamilie unternommen. Wir sind mit vielen Verwandten meiner Gastmutter nach Siquijor geflogen und haben dort ein paar Tage in einem Resort verbracht. Dort gab es eine große Villa, in der wir alle übernachtet haben. Wir haben mehrere Ausflüge unternommen und waren oft im Meer schwimmen. »Ich war nur einen halben Meter von den Walhaien entfernt« Nach Cebu bin ich gemeinsam mit anderen Austauschschülern gereist. Ein größeres Chaos gab es, weil die Hotelbuchung seitens des Hotels nicht richtig bearbeitet wurde und Zimmer versehentlich nicht gebucht wurden. Das Problem haben wir aber gut lösen können, und am Ende waren wir zu acht in einem Vier-Personen-Raum - letztlich alles halb so wild. Aber im ersten Moment bekam ich doch Panik, zumal wir als Jugendliche komplett alleine unterwegs waren. In Cebu haben wir eine Bootstour gemacht, ein paar Inseln gesehen und waren im Meer schwimmen. An einem Tag sind wir in die Stadt Oslob gefahren und waren mit Walhaien tauchen. Das war bei weitem das Beeindruckendste, was ich bisher gesehen habe. Teilweise war ich nur einen halben Meter von den Walhaien entfernt. Am gleichen Tag waren wir auch noch an zwei verschiedenen Wasserfällen. Die Natur hier auf den Philippinen ist unbeschreiblich schön! In Bohol waren wir in einem chinesischen Tempel und viel am Strand. Dort haben wir Seeigel und Seesterne in Massen gefunden. Die Reise mit den anderen Austauschschülern war für mich ein echtes Highlight. So viele Kulturen, Sprachen und Charaktere und trotzdem gemeinsam so viel Spaß zu haben - das war einfach toll. So, das war dann auch schon alles von meiner Gastfamilie, dem Schulalltag und meinen zwei Reisen bisher. Der letzte Bericht wird dann von meinen weiteren Erlebnissen handeln und noch ein paar Reisen, die ich gemacht habe.

realisiert durch evolver group