Fahndung aus der Luft: In besonderen Fällen setzt die Polizei auch Hubschrauber ein. - © GERALD DUNKEL
Fahndung aus der Luft: In besonderen Fällen setzt die Polizei auch Hubschrauber ein. | © GERALD DUNKEL

Bünde Verdacht auf ein Kapitalverbrechen: Polizei sucht Täter und Opfer per Hubschrauber

Mann schlug seinen Bruder nieder und verfrachtete ihn ins Auto

Gerald Dunkel

Bünde. Viele Bürger nahmen am Donnerstagmittag einen Polizeihubschrauber über der Stadt wahr, der offenbar etwas oder jemanden suchte. Grund für diesen Einsatz war der Anruf eines aufmerksamen Bürgers und der Verdacht der Polizei auf eine schwere Straftat. Der Zeuge gab bei der Polizei an, dass eine Person von einer anderen im Bereich der Holser Straße in den Kofferraum eines Autos, das im Landkreis Märkischer Kreis zugelassen ist, verfrachtet worden sein soll und befürchtete, dass es sich dabei um die Leiche einer Person gehandelt haben könnte. Wie Steven Haydon, Sprecher der Kreispolizeibehörde, auf NW-Nachfrage am Freitagmorgen erklärte, hat man diesen Hinweis sehr ernst genommen und ist dem Verdacht nachgegangen. Da hierbei Menschenleben gefährdet sein konnten, setzte die Polizei kurzerhand sogar einen Hubschrauber ein, um das vom Zeugen gesehene Fahrzeug ausfindig zu machen. Es stellte sich im weiteren Verlauf der Ermittlungen heraus, dass zwei Männer, die das Grab ihrer Mutter in Bünde besucht hatten, in Streit geraten waren. "Sie waren betrunken", sagte Haydon. Der eine schlug den anderen nieder, verfrachtete ihn in sein Auto und fuhr davon. Der Wagen wurde später gestoppt. Zu der Körperverletzung kommt noch der Vorwurf der Trunkenheitsfahrt hinzu. Ferner offenbar auch noch Unfallflucht, da der Täter während der Fahrt einen Sachschaden verursacht haben soll. Haydon erklärte zudem, dass die Polizei für Zeugenhinweise jederzeit dankbar ist und sie sehr ernst nimmt, selbst wenn sich - wie in diesem Fall - der Verdacht eines Kapitalverbrechens nicht bestätigen würde. "Im Nachhinein sind wir froh, dass sich der anfängliche Verdacht nicht bestätigt hat", sagte Haydon im Gespräch mit der NW.

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