Die Kreispolizeibehörde Hansastraße Herford. - © Frank-Michael Kiel-Steinkamp
Die Kreispolizeibehörde Hansastraße Herford. | © Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Bünde/Herford Bombendroher steht vor Gericht

Amtsgericht: 64-Jähriger soll gedroht haben, die Polizeiwache in die Luft zu sprengen

Niklas Krämer

Bünde/Herford. Die Vorwürfe wiegen schwer. Ein 64-jähriger Rödinghauser soll im Dezember 2016 gedroht haben, die Herforder Polizeiwache in die Luft zu sprengen. Dafür muss er sich kommende Woche unter anderem vor dem Amtsgericht Bünde verantworten. Ihm wird eine Störung des öffentlichen Friedens, Nötigung und Beleidigung vorgeworfen. Laut Anklage wollte der Rödinghauser mit der angedrohten Sprengung erreichen, dass die Polizei die zuvor bei ihm beschlagnahmten Waffen wieder an ihn herausgibt. Im März des gleichen Jahres hatte der Mann bereits einen größeren Polizeieinsatz in der Wiehengemeinde ausgelöst. Am frühen Abend des Gründonnerstags soll der damals 62-Jährige einen Nachbarn mit einer Machete und einem pistolenähnlichen Gegenstand bedroht haben. "Bereits in der Vergangenheit war der Beschuldigte wegen ähnlicher Vorkommnisse in Erscheinung getreten und in psychiatrischer Behandlung", hieß es in der damaligen Mitteilung der Polizei. Bei Eintreffen der Polizei verschanzte er sich wiederum in seinem Wohnhaus. Ermittlungen und Vernehmungen ergaben, dass er im Besitz weiterer Waffen sein könnte. Deshalb wurden Spezialeinheiten aus Dortmund und Münster angefordert. Gegen 23.15 Uhr nahmen Beamte einer Verhandlungsgruppe Kontakt mit dem Rödinghauser auf. Als er versuchte, durch den Kellerausgang zu flüchten, nahmen ihn die Sondereinsatzkräfte fest. Waffen bei Einsatz sichergestellt Bei diesem Einsatz hatte die Polizei mehrere Waffen sichergestellt. "Ob es sich dabei um pistolenähnliche Gegenstände gehandelt hat, muss jetzt das Gericht klären", sagte Uwe Maser, Sprecher der Kreispolizeibehörde, auf Anfrage der NW. Eine Woche vor Weihnachten 2016 sorgte der Angeklagte wieder für mächtig Aufregung in der Wiehengemeinde.In zwei Briefen, die er bei einem Nachbarn hinterlegt haben soll, soll er die Herausgabe dieser sichergestellten Waffen gefordert haben. Andernfalls soll er gedroht haben, die Herforder Polizeiwache in die Luft zu sprengen. Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot an. Unterstützung gab es wieder von Spezialeinheiten. Die Sonderkräfte konnten den damals 62-Jährigen vor seinem Haus überwältigen und in Gewahrsam nehmen. Prozess startet am Donnerstag, 13. September Der Mann erlitt laut der damaligen Mitteilung der Polizei leichte Verletzungen und wurde deshalb in ein Krankenhaus gebracht. Dort wurde auch sein psychischer Zustand überprüft. Laut Polizei bestand nach medizinischer Untersuchung damals keine Fremd- oder Eigengefährdung, so dass der Beschuldigte wieder entlassen wurde. Der Prozess gegen den Mann ist am kommenden Donnerstag, 13. September, ab 10.30 Uhr. Der Fall wird im Saal 1 des Amtsgerichts Bünde verhandelt.

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