So nicht: Flüge und Fotos mit Drohnen über dem Nachbarsgarten sind - ohne die jeweilige Erlaubnis - verboten. Ohne Genehmigung des Grundstückseigentümers ist es laut Deutscher Flugsicherung auch verboten, dort zu starten und landen. Bei diesem Foto wurde zuvor eine Erlaubnis eingeholt. - © Foto: picture alliance/Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa
So nicht: Flüge und Fotos mit Drohnen über dem Nachbarsgarten sind - ohne die jeweilige Erlaubnis - verboten. Ohne Genehmigung des Grundstückseigentümers ist es laut Deutscher Flugsicherung auch verboten, dort zu starten und landen. Bei diesem Foto wurde zuvor eine Erlaubnis eingeholt. | © Foto: picture alliance/Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Bünde Nachbarn von Drohne genervt

Ferngesteuerte Belästigung aus der Luft: Bünder fühlen sich von einer Drohne, die über ihre Grundstücke fliegt, belästigt. Was erlaubt ist, und was nicht

Niklas Krämer

Bünde. Es ist ein sonniger Tag, draußen auf der Terrasse ist es mucksmäuschenstill. Plötzlich kommt dieses Brummen. Die Bünderin, die namentlich nicht genannt werden möchte, ist irritiert. "Es ist ein störendes Geräusch", sagt sie. Und das Geräusch ist weitaus lauter als eine Wespe oder Hornisse. Schnell bemerkt sie: Eine Drohne fliegt über ihr Grundstück. Ein Nachbar habe den Flugroboter gesteuert - und das nicht zum ersten Mal. "Ich möchte aber nicht über unserem Grundstück ausgespäht werden", sagt die Bünderin. Auch andere Nachbarn fühlten sich durch die Drohne belästigt. Vor allem: Die Bünderin ist sich sicher, dass es sich dabei um eine Flugdrohne mit Kamera handelt. Sie habe den Mann, der den Flugroboter steuert, auch schon darauf angesprochen - er habe sich aber wenig einsichtig gezeigt. "Ich bin kein Unmensch, aber irgendwo hört der Spaß auch auf", sagt die Frau. Grundsätzlich können Drohnen heutzutage problemlos in Elektronikmärkten oder online gekauft werden - und erfreuen sich auch unter Privatleuten immer größerer Beliebtheit. Manche Modelle sind bereits für nur etwa 100 Euro erhältlich. Wer eine Drohne erwirbt, erhält oft ein Flugrobotor "ready to fly", also direkt flugfertig. Doch sie dürfen eben nicht überall gesteuert und geflogen werden. "Über private Grundstücke dürfen sie nicht ohne Erlaubnis des Eigentümers fliegen - oder gar Fotos aufnehmen", sagt Uwe Maser, Sprecher der Kreispolizeibehörde Herford. "Wenn der Eigentümer sagt, er will das nicht, dann muss sich der Drohnen-Pilot daran halten. Private Grundstücke sind dann für Drohnen verboten." Regeln im Luftraum Der Luftraum ist im sogenannten Luftverkehrsgesetz geregelt. Drohnen und Multikopter dürfen nur bis zu einer Flughöhe von 100 Metern gesteuert werden. Das bedeutet: Ab 100 Meter dürfen Drohnen nur fliegen, wenn eine behördliche Ausnahmeerlaubnis bei den Landesluftfahrtbehörden eingeholt wurde. Sie dürfen zudem lediglich in Sichtweite des Pilot gesteuert werden. Wichtig: Jede Drohne ab einem Startgewicht von mehr als 250 Gramm unterliegt der Kennzeichnungspflicht und muss mit der kompletten Adresse des Eigentümers gekennzeichnet sein. Datenschutz und Privatsphäre gelten auch in der Luft "Die Vorgaben des Datenschutzes und der Privatsphäre sind zu beachten", heißt es von der Deutschen Flugsicherung. Das gilt für alle Drohnenflüge, also auch für die über den Nachbarsgarten oder das Freibad. "Wer sich durch so etwas gestört fühlt, kann die Polizei verständigen", sagt Maser. Laut dem Polizeisprecher handelt es sich dabei meist um eine ordnungsrechtliche Angelegenheit. "Aber nach Tatbestand sind Bußgelder bis zu 50.000 Euro oder aber im Falle einer Straftat sogar eine Freiheitsstrafe möglich", erklärt Maser. Ihm seien nur wenige Problemfälle mit Drohnen, die der Polizei im Kreis Herford gemeldet wurden, bekannt.

realisiert durch evolver group