Soll auch weiterhin in Bünde halten: Der Intercity. Bürger und Politiker fürchten, dass die Bahn den IC-Stopp in der Elsestadt streichen will. - © Foto: Björn Kenter
Soll auch weiterhin in Bünde halten: Der Intercity. Bürger und Politiker fürchten, dass die Bahn den IC-Stopp in der Elsestadt streichen will. | © Foto: Björn Kenter

Bünde Bahn bleibt bei Stellungnahme zu IC-Halt weiter unkonkret

Schreiben an den Bürgermeister: Der Konzernbevollmächtigte für Nordrhein-Westfalen erklärt, die Bedürfnisse der Bünder im Blick zu haben, schreibt aber auch von nötigen Anpassungen

Gerald Dunkel

Bünde. Im Frühjahr kündigte die Deutsche Bahn an, etwa ab 2024 auf Stopps der Fernverkehrszüge in Bünde zu verzichten. Dagegen protestieren Bürger und Politiker seit einigen Wochen vehement. Jetzt hat das Unternehmen auf eine Anfrage des Bünder Bürgermeisters geantwortet und blieb dabei recht unverbindlich. Auslöser der Überlegungen ist die Einführung einer neuen ICE-Sprinterlinie, die die Strecke Berlin-Köln in einer Fahrzeit von vier Stunden schaffen soll. Damit die Zeit eingehalten werden kann, könnte beispielsweise ein Halt in Bielefeld ausfallen. Aber: Die neue Linie hat auch Auswirkungen auf mehrere andere Verbindungen, da die Bahn die Fahrpläne der Züge aufeinander abstimmen muss. Neben Bünde könnten Bad Oeynhausen und Minden zu den Verlierern gehören - diese drei Bahnhöfe, die an der Strecke des IC77 (Berlin - Osnabrück - Amsterdam) liegen, sollen ab 2024 nicht mehr angefahren werden. Achse NRW-Hannover-Berlin hat für die Bahn sehr hohen Stellenwert In dem Schreiben des Konzernbevollmächtigten der Deutschen Bahn für das Land NRW, Werner J. Lübberink, ist die Rede davon, dass die Achse NRW-Hannover-Berlin einen sehr hohen Stellenwert habe. "Daher werden für diese Achse aktuell verschiedene Konzepte zur mittel- und langfristigen Erweiterung und Verbesserung des Angebots im Fernverkehr geprüft", so Lübberink. Zu dieser Verbesserung zählt die Bahn unter anderem die ICE-Sprinterzüge. Der Konzernbevollmächtigte schreibt weiter von "verschiedenen Varianten mit Anpassungen der via Bünde fahrenden IC-Linie 77 Amsterdam - Hannover - Berlin." Die DB Fernverkehr AG würde Lübberinks Worten nach "alle bisherigen Halte dieser IC-Linie möglichst weiterhin anbieten". Und weiter: "Insbesondere zwischen Köln und Hannover müssten die Fernverkehrszüge und die teilweise deutlich langsameren Nahverkehrszüge aber dieselbe Schieneninfrastruktur nutzen. Künftige Verbesserungen des Fernverkehrsangebots erfordern daher auch eine Anpassung von Nahverkehrszügen." Folglich seien entsprechende Abstimmungen mit den Landesverkehrsministerien . . . besonders wichtig". Konzepte müssen erst entwickelt werden Mit Blick darauf, dass Konzepte erst entwickelt werden müssten, erklärt Lübberink weiter, "zum jetzigen Zeitpunkt noch keine konkreten Linienkonzepte veröffentlichen oder kommentieren zu können". Er versicherte Wolfgang Koch ferner, bei langfristigen Planungen auch die Bedürfnisse der Menschen in Bünde und Umgebung im Blick zu haben. In den vergangenen Wochen hatten sich mehrere Bundestagsabgeordnete dafür eingesetzt, dass die Bahn am bestehenden IC-Haltesystem festhält. Unter anderem wollten sie ein Gespräch mit dem Bahnvorstand zu diesem Thema erreichen. Auch der Bünder Stadtrat hatte sich entsprechend geäußert und einen einstimmigen Beschluss gefasst, sich für die IC-Stopps einzusetzen.

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