Malerisch: Wolken, Himmel und Bäume spiegeln sich in der Else am Rathaus. Auf der gegenüberliegenden Seite misst eine Sonde des Werre-Wasserverbands den Pegel. Anfang der Woche war der Wasserstand auf acht Zentimeter gesunken. - © Foto: Anne Webler||
Malerisch: Wolken, Himmel und Bäume spiegeln sich in der Else am Rathaus. Auf der gegenüberliegenden Seite misst eine Sonde des Werre-Wasserverbands den Pegel. Anfang der Woche war der Wasserstand auf acht Zentimeter gesunken. | © Foto: Anne Webler||

Bünde Der Sommer stresst die Else

Gewässer: Da es seit Februar kaum geregnet hat, war die Else Anfang der Woche an einigen Stellen nur noch 10 bis 15 Zentimeter tief. Der Sauerstoffgehalt des Wassers nimmt dann ab, was für die Fische ein Problem ist

Anne Neul

Bünde. Anfang der Woche lag die Else noch tief in ihrem Bett, war unter dem Ufergrün ein halber Meter trockener Schlamm zu sehen. Nach zwei Tagen Regen ist das Wasser wieder bis ans Ufergrün gestiegen. Steffen Veenaas, Geschäftsführer des Werre-Wasserverbands, erklärt, wie sich eine lange Trockenperiode auf das Fließgewässer auswirkt. Mit 8 Zentimetern Wassertiefe war am Montag der für dieses Jahr bislang niedrigste Wasserstand der Else erreicht. "Wir haben ein trockenes Jahr, seit Anfang Februar hat es nicht mehr nennenswert geregnet", sagt Steffen Veenaas. Im vergangenen Jahr sei teilweise noch weniger Wasser in der Else gewesen, am 5. Juli 2017 nur drei Zentimeter. Zwischendurch habe es im Juli und August jedoch starke Niederschläge gegeben. Während die Wasserstandskurve im Sommer 2017 starke Ausschläge nach oben aufweist, verläuft sie in diesem Jahr beinah gleichmäßig abfallend nach unten. Auf die gemessenen acht oder drei Zentimeter müsse man noch ein paar Zentimeter hinzurechnen, sagt Veenaas. Denn die Messsonde hängt gegenüber des Rathauses an der Uferböschung. In der Mitte sei die Else etwas tiefer. Statt der gemessenen 8 Zentimeter sei die Else dort tatsächlich 15 bis 20 Zentimeter tief. Das Wasser erwärmt sich stärker "Der Sommer ist immer ein Stressfaktor für das Gewässer und die Tiere darin", sagt Veenaas. Weil sich weniger Wasser in der Else befinde, nehme die Fließgeschwindigkeit ab. Dadurch und durch die geringere Wassertiefe erwärme sich das Wasser stärker, dadurch wüchsen wiederum die Pflanzen mehr. Durch das stärkere Wachstum verbrauchen sie mehr Sauerstoff, den sie dem Wasser entziehen, damit konkurrieren sie mit den Fischen. Die Staustufen reduzierten die Fließgeschwindigkeit künstlich, oberhalb der Wehranlagen erwärme sich das Wasser deshalb noch mehr, weil es stehe. Die Else habe noch lange vom nassen Winter profitiert, sagt Veenaas. Der Bodenspeicher sei dann voll, das Grundwasser entwässere in die Else und fülle sie auf. Seit Mitte Januar/Anfang Februar habe es aber nicht mehr ausgiebig geregnet, deshalb sei der Wasserpegel seitdem gesunken. Die Verlaufskurve des Wasserstands sei jedoch normal. Es bestehe kein Grund zur Sorge. "Die Fische überleben das. Heute ist für sie ein Freudentag", sagte Veenaas zu den Niederschlägen am Dienstag. Gestern Morgen um 10.30 Uhr war der Wasserstand auf 34 Zentimeter gestiegen. "Durch den Regen steiggt der Pegel schnell wieder an", stellt Veenaas zufrieden fest. Bustedter Wiesen als Stauraum Er beschäftigt sich sonst mit den Hochwasserereignissen der Else, die üblicherweise im Winter stattfinden. Der höchste Wasserstand war in diesem Jahr am 4. Januar mit 2,12 Meter. Ab 1,65 Meter ist der Rathausparkplatz teilweise überflutet, ab 2,05 Meter gilt für das Rathaus eine Hochwasserwarnung. Der Werre-Wasserverband steuert die Pegel von Else, Bega und Werre über drei Hochwasserrückhaltebecken in Bustedt, Löhne und Bad Salzuflen. In Bustedt durchläuft der Brandbach das Becken, bevor er in die Else mündet. Der Wasserverband drosselt den Abfluss und hält das Wasser im Becken zurück, auch ein Jahrhunderthochwasser kann das Becken bewältigen. Das Einstauvolumen sei in Bustedt noch klein und betrage 450.000 Kubikmeter, sagt Veenaas, in Löhne und Bad Salzuflen 2,5 Millionen Kubikmeter. Der Beckeninhalt entspreche einer Fläche von 34 Hektar. Das Becken ist kein Betonbehälter, vielmehr dient das Naturschutzgebiet Bustedter Wiesen als Stauraum. Ein Randdeich von rund einem Kilometer Länge schützt die angrenzende Bebauung. Die Bustedter Wiesen werden wahrscheinlich erst wieder im Winter überschwemmt. Im Moment fließt die Else gemächlich in ihrem Bett, seit gestern ist auch kein trockener Uferschlamm mehr zu sehen.

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