Immer ein Hingucker: Zur Weihnachtszeit gibt es jedes Jahr an der Eschstraße eine Festbeleuchtung. Die alten Lichter sind in die Jahre gekommen und müssen ausgetauscht werden. Daran soll sich jetzt die Stadt beteiligen - jedoch nicht in dem Maß, wie es die Handel Bünde GbR gefordert hatte. - © Gerald Dunkel
Immer ein Hingucker: Zur Weihnachtszeit gibt es jedes Jahr an der Eschstraße eine Festbeleuchtung. Die alten Lichter sind in die Jahre gekommen und müssen ausgetauscht werden. Daran soll sich jetzt die Stadt beteiligen - jedoch nicht in dem Maß, wie es die Handel Bünde GbR gefordert hatte. | © Gerald Dunkel

Bünde Stadt beteiligt sich an neuer Festbeleuchtung

Weihnachtszeit: Mitglieder des Ausschusses für Wirtschaftsförderung sprechen sich dafür aus, dass die Stadt Bünde die Anschaffung der Beleuchtung komplett und die Erstinstallation anteilig bezahlen soll

Niklas Krämer

Die Sommerferien stehen vor der Tür, über Weihnachten werden sich zurzeit nur wenige Bünder den Kopf zerbrechen. Anders in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Wirtschaftsförderung: Dort haben die Kommunalpolitiker kontrovers über eine neue Weihnachtsbeleuchtung in der Innenstadt diskutiert. Die Ausschussmitglieder entschieden sich dafür, dass die Stadt Bünde die Anschaffung komplett bezahlen und sich anteilig an der Erstinstallation beteiligen soll. Somit bekam der Antrag der SPD mit acht Ja-Stimmen, zwei Nein-Stimmen und drei Enthaltungen die Mehrheit. Die Handel Bünde GbR, die sich seit Jahren um die Festbeleuchtung kümmert, hatte jedoch gefordert, dass die Stadt Bünde die kompletten Kosten sowohl für neue Weihnachtslichter als auch für deren Installation, Wartungen und Lagerung übernehmen soll. Dass die alte Festbeleuchtung in die Jahre gekommen ist und ausgetauscht werden muss, war für die Ausschussmitglieder unbestritten. "Die Glühbirnen sind nicht mehr auf dem aktuellen Stand der Technik", sagte Hartmut Bokel, zuständig für Wirtschaft und Kultur bei der Stadt Bünde. Es sei Zeit, zu reinvestieren. Laut Friedrich Heitkamp (CDU) braucht die Stadt eine Weihnachtsbeleuchtung, mit "der wir uns sehen lassen können." Es sei jetzt Zeit, ein Zeichen zu setzen. Die aktuelle Festbeleuchtung sei nicht das, was für die Stadt Bünde angemessen sei. Deshalb beantragte die Fraktion der Christdemokraten, dass die Stadt die Anschaffung und die Erstinstallation komplett übernehmen soll. "Wenn der Handel profitiert, dann profitiert im Endeffekt auch die Stadt", sagte Heitkamp. Für die langfristigen Kosten könnte man dann die Kaufmannschaft mit in die Pflicht nehmen - wie genau, das könnte man in intensiven Gesprächen feststellen. Kosten bei unter 20.000 Euro "Immerhin wird in der Innenstadt ein Großteil der Gewerbesteuer erwirtschaftet", argumentierte Mathias Steuer (CDU) für den Antrag. "Wir dürfen nicht nur die Hand aufhalten, sondern müssen auch etwas zurückgeben." Bürgermeister Wolfgang Koch sah das wie seine Parteikollegen. "Wir sollten die Grundlagen für eine authentische Weihnachtsbeleuchtung bereitstellen." Es gehe hier um einen Betrag, der unter 20.000 Euro liege. Doch der Antrag der CDU fand keine Mehrheit: Acht Ausschussmitglieder votierten dagegen, nur die Fraktion der Christdemokraten war mit fünf Stimmen dafür. "Wir halten eine Kostenteilung für angemessen", sagte Uwe Mausch von den Grünen. Auch sein Parteikollege Arndt Settnik sprach sich gegen das "All-Inclusive-Paket" für die Handel Bünde GbR aus. Eine Kostenteilung beinhaltet der SPD-Antrag, welcher letztendlich die Zustimmung des Ausschusses bekam. Das bedeutet: Die Anschaffungskosten der neuen Beleuchtung, die den kleineren Anteil ausmachen, bezahlt die Stadt. An der Erstinstallation wird sie sich nur beteiligen. Kieper: "Handel Bünde mit ins Boot holen" "Wir geben einen Zuschuss für das erste Jahr, weil dort die Kosten besonders hoch sind", sagte Andrea Kieper von den Sozialdemokraten. "Doch wir müssen auch die Handel Bünde GbR mit ins Boot holen." Die Öffentlichkeit sei schließlich schon an den Stromkosten für die Weihnachtsbeleuchtung beteiligt. Denn die übernimmt die EWB, also indirekt die Stadt Bünde, seit drei Jahren. Bei einem höheren Zuschuss hätte die Handel Bünde GbR laut Kieper die Einnahmen und Ausgaben offenlegen sollen. "Das würden wir bei anderen Vereinen genauso machen", sagte die SPD-Frau. "Es ist nicht unser Problem, wenn der Handel Bünde GbR die Mitglieder weglaufen", sagte Guido Ronsiek (FDP). Er erinnerte an das Defizit von drei Millionen Euro, das unterm Strich der Einnahmen und Ausgaben der Haushaltsplanung der Stadt Bünde für dieses Jahr steht. "Und irgendwo müssen wir einen Punkt machen."

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