Bäume beschädigt: An mehreren Bäumen am Rand der Hunnebrocker Wiesen tauchten am Wochenende die Schmiereien auf. Eine Leserin aus Hunnebrock ist sich sicher, dass sie am Freitag noch nicht da gewesen sind. - © Katharina Georgi
Bäume beschädigt: An mehreren Bäumen am Rand der Hunnebrocker Wiesen tauchten am Wochenende die Schmiereien auf. Eine Leserin aus Hunnebrock ist sich sicher, dass sie am Freitag noch nicht da gewesen sind. | © Katharina Georgi

Bünde "SKB"-Schmierereien jetzt an Bäumen

Sachbeschädigung durch Graffiti: Das Kürzel tauchte am vergangenen Wochenende an den Hunnebrocker Wiesen wieder auf. Die Polizei sieht hinter den Zeichen aber keinen Bezug zu Bünde

Gerald Dunkel

Bünde. Über Monate nervten die Schmierereien an Wänden, Buswartehäuschen und auch an Schautafeln ehrenamtlicher Organisationen in Bünde die Menschen. Dann ging der Polizei im Januar vergangenen Jahres ein Graffiti-Sprayer ins Netz. Seitdem herrschte Ruhe - bis zum vergangenen Wochenende. Da wurden Bäume an den Hunnebrocker Wiesen beschmiert. Und erneut lautet die Inschrift "SKB". "Kürzel haben keinen lokalen Bezug zu Bünde" Die "Tags", so lautet der englische Begriff für die Zeichen der Sprayer, sind der Übersetzung entsprechend Markenzeichen oder Signaturen wie eine Unterschrift. Der Sprecher der Kreispolizeibehörde, Steven Haydon, ist sich aber sicher, dass das Kürzel keinen lokalen Bezug zu Bünde hat. In einer Information des Landeskriminalamts sei dieser "Tag" auf einem Foto aus einer geografisch völlig anderen Gegend im Hintergrund zu sehen gewesen. "Es ist auch nicht geklärt, ob SKB das Kürzel einer einzelnen Person oder einer ganzen Gruppe ist", so Haydon auf NW-Nachfrage. Einer Leserin aus Hunnebrock waren die Schmierereien an fünf Bäumen aufgefallen, die am Rand der Hunnebrocker Wiesen stehen. Sie ist sich sicher, dass sie am Freitag noch nicht dort gewesen und im Laufe des Wochenendes angebracht worden sind. Hoher Aufwand für das Beseitigen der Schäden Eine ganze Serie von Schriftzügen entstand in der Zeit zwischen Oktober 2016 und Januar 2017 an den verschiedensten Stellen in Bünde. Und die Polizei nimmt diese Schriftzüge sehr ernst, denn der Sachschaden ist vergleichsweise enorm. So musste ein Handwerker, dessen Lagerschuppen von Sprayern an verschiedenen Stellen beschmiert wurde, einen fünfstelligen Betrag für die Reinigung investieren, denn mit Schwamm und Spülmittel ist es dabei nicht getan. Je nach Ort und Untergrund müssen Spezialfirmen die kostspielige Reinigung übernehmen. "Graffiti sind keine künstlerische Gestaltung, sondern eine Straftat, deren Beseitigung für die Betroffenen mit viel Aufwand und Kosten verbunden ist", sagte Steven Haydon bereits im vergangenen Jahr, kurz bevor die Ermittler im Januar 2017 einen 20 Jahre alten Bünder geschnappt haben, den sie bereits längere Zeit beobachtet hatten. Bei einer Durchsuchung der Wohnung des Beschuldigten wurden laut Polizei farbverschmierte Kleidungsstücke und Spraydosen gefunden. Doch damit nicht genug. Auch Cannabispflanzen und -produkte befanden sich damals unter den Funden. Auch für diesen Drogenverstoß hat sich der Bünder nun zu verantworten. Mutmaßlicher Täter baute auch Drogen an Die verhängte Strafe nach einem möglichen Urteilsspruch sei nach den Worten eines Polizeisprechers aber nicht die einzige Konsequenz, die den Täter erwarten könnte. "Es bleiben die Rechnungen der Hausbesitzer und Verkehrsbetriebe offen und müssen bezahlt werden. Dafür können die Geschädigten einen Schuldtitel erwirken, der bis zu 30 Jahre bestehen bleibt. Das bedeutet, dass ein Verurteilter innerhalb dieses Zeitraums entsprechend seines Einkommens bestimmte Beträge an die Geschädigten oder deren Versicherungen zahlen muss, bis entweder die Schuld beglichen oder der Zeitraum dafür abgelaufen ist." Wer hinter den jüngsten Beschädigungen an den Bäumen an den Hunnebrocker Wiesen steckt, ist noch unklar - ebenso die Höhe des Schadens.

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