In Unternehmerhand: Die Wohnblocks an der Meyerhofstraße. Zuletzt geriet auch hier eine alleinerziehende Frau vorübergehend in noch größere finanzielle Not. - © GERALD DUNKEL
In Unternehmerhand: Die Wohnblocks an der Meyerhofstraße. Zuletzt geriet auch hier eine alleinerziehende Frau vorübergehend in noch größere finanzielle Not. | © GERALD DUNKEL

Bünde Soziale Lage der Stadt: Bezahlbarer Wohnraum bleibt knapp

Ausschuss für Generationen und Soziales: Die Verwaltung präsentiert Zahlen mit Stichtag 31. Dezember 2017. Demnach wächst Bünde bei der Einwohnerzahl insgesamt - allerdings nicht bei den Jüngeren unter 21 Jahren

Gerald Dunkel

Bünde. Seit 2014 nimmt die Bevölkerungszahl in Bünde stetig zu. Zu einem Teil ist das auf die Zuweisung von Asylsuchenden zurückzuführen, aber eben nicht ausschließlich. Denn die Zuweisungszahlen sind seit 2016 stark zurückgegangen. Auch aus dem europäischen Ausland habe es laut Stadtverwaltung in einem Bericht für den Ausschuss für Generationen und Soziales Zuzüge gegeben, die sich in den Zahlen niederschlagen. 46.370 Einwohner zählt die Stadt mit Stichtag 31. Dezember 2017 - 9.308 davon sind unter 21 Jahren. EINWOHNERZAHL BEI U21 683 Menschen mehr leben in Bünde in allen Altersgruppen im Vergleich zum Jahr 2012. Allerdings hat die Zahl der Jüngeren (U 21) um 152 abgenommen und liegt bei 9.308. Am meisten - sowohl absolut wie auch prozentual - hat der Stadtteil Dünne verloren. Mit 761 jungen Menschen unter 21 Jahren leben dort 80 weniger als noch im Vergleichszeitraum vor fünf Jahren. Größter Gewinner - ebenfalls absolut und prozentual - ist Hunnebrock. Dort lebten zum Stichtag 830 Menschen in der genannten Altersklasse - 67 mehr als noch Ende Dezember 2012. ANZAHL DER FAMILIEN MIT KINDERN 4.491 Familien mit mindestens einem Kind bis 18 Jahren leben in Bünde. Davon sieben mit sechs und mehr Kindern. 27 Familien haben fünf Kinder. Je vier Kinder leben in insgesamt 96 Familien. EHESCHLIESSUNGEN / EHESCHEIDUNGEN Hierbei verzeichnet die Stadt seit 2010 eine rückläufige Tendenz und prognostiziert einen weiteren Fortgang in dieser Richtung. Ließen sich 2010 noch 207 Paare trauen, waren es im vergangenen Jahr nur 146. Ähnlich verhält es sich aber auch mit den Scheidungen: 2010 wurden noch 105 Ehen geschieden, 2017 im Vergleich dazu nur 82. 2009 standen die Sterne für Ehen scheinbar besser, denn im Vergleich zu 262 geschlossenen Ehen wurden nur 90 geschieden. Eine Unterscheidung, ob es sich um eine gleichgeschlechtliche Ehe handelt, gibt es seit Oktober 2017 nicht mehr und wird seitdem auch nicht mehr in der Statistik dokumentiert. ALLEINERZIEHENDE Seit 2015 verzeichnet die Stadtverwaltung einen, wie es in dem Bericht heißt, "deutlichen Anstieg" bei den männlichen Alleinerziehenden. "Besonders ausgeprägt ist diese Tendenz bei den Alleinerziehenden mit einem Kind", stellt die Statistik fest. Zwar gebe es noch deutlich mehr weibliche Alleinerziehende, doch sei diese Zahl seit Jahren rückläufig. Bei der Gesamtzahl der Alleinerziehenden ist allerdings kein eindeutiger Trend erkennbar. Sie schwankte in den vergangenen vier Jahren zwischen 844 und 891. WITTEKINDPASS Zwar ist die Zahl der Anträge rückläufig, das hängt aber damit zusammen, dass die Anträge für den Wittekindpass nicht mehr alle sechs, sondern alle zwölf Monate gestellt werden müssen. Die Zahl der antragsberechtigten Personen ist von 1.419 im Jahr 2016 auf 1.475 gestiegen. Die Zahl der Anträge ist im gleichen Zeitraum von 1.583 auf 1.570 gesunken. Mit dem Pass können Personen mit geringem Einkommen Vergünstigungen in Anspruch nehmen. In einer Familie kann es durchaus sein, dass nicht alle Mitglieder antragsberechtigt für den Wittekindpass sind. WOHNGELD / BEZAHLBARER WOHNRAUM Eine gute Nachricht ist, dass die Zahl der Empfänger von 2016 zu 2017 wieder leicht gefallen ist. Da die Zahl monatlich wechselt, lässt sich nur eine Durchschnittszahl für das gesamte Jahr nennen. 2016 erhielten durchschnittlich noch 452 Haushalte Wohngeld, 2017 waren es noch 436. Die Stadt stellt aber auch fest, dass "der preisgebundene Wohnungsbestand (Sozialwohnungen) weiterhin rückläufig ist". Und weiter: "Nach wie vor sind kaum Vermieter bereit, Wohnraum mit öffentlichen Mitteln und damit mietpreisgebunden zu bauen." Lediglich ein privates Bauvorhaben mit zwölf Wohnungen werde derzeit in Bünde realisiert.

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