0

Bünde Bünde vor 50 Jahren: Ein Filmstar in der Elsestadt

Schauspielerin Marianne Koch begeistert Menschen im Bünder Kaufhaus. Das Zigarren- und Tabakmuseum kämpft mit Raumnot

Peter Heidbrink
30.05.2018 | Stand 30.05.2018, 16:43 Uhr

Bünde. Vor 50 Jahren wurde den Bündern etwas geboten: Die Schauspielerin Marianne Koch verschlug es auf Einladung des Bünder Kaufhauses in die Zigarrenstadt, wie die Neue Westfälische am Montag der 22. Kalenderwoche des Jahres 1968 berichtete. "Sie eroberte die Herzen der Bünder im Handumdrehen mit Charme und Geist. Ja, sogar mit Fleiß: Marianne Koch, Star zahlreicher Filme und Fernsehspiele, erschien nicht nur pünktlich auf die Minute, sie gab sich auch ohne Starallüren; sei es in einem vornehmen Kostüm als große Dame; sei es in gestreiften Hosen, brauner Lederjacke und flotter Sportmütze", schrieben die Berichterstatter damals. Hunderte von Menschen warteten vor dem Bünder Kaufhaus, um einen Blick erhaschen zu können. "Im Hause selbst war kein Fuß auf den Boden zu bekommen. Unermüdlich gab der Gast Autogramme, fünf oder sechs Filzschreiber dürfte Marianne Koch trockengeschrieben haben. Neben der Unterschrift gab es für jeden ein charmantes Lächeln und für die Kleinen noch ein Patschhändchen", so der Bericht. Originelles Autogramm für einen jungen Mann Und der Andrang war durchaus verständlich: Sie spielte 1954 neben dem späteren Oscar-Preisträger Gregory Peck im Spionagethriller "Das unsichtbare Netz" mit und war 1964 im Italowestern "Für eine Handvoll Dollar" neben Clint Eastwood zu sehen. In insgesamt rund 70 Filmen wirkte sie als Schauspielerin mit. Über ein originelles Autogramm durfte sich in Bünde ein junger Mann freuen: Marianne Koch signierte den Gipsverband seiner gebrochenen Hand. "Ob der jetzt noch lange krank feiert...?", fragten sich die Berichterstatter amüsiert. An diesem Tag gab es aber ein weiteres Highlight: Ein Heißluftballon des Luftsportverbandes Bünde-Amt Ennigloh schoss in die Lüfte. Marianne Koch überließ diese Gelegenheit ihrem damaligen Ehemann Gerhard Freund, der gemeinsam mit Volker Jährling, dem Geschäftsführer des Bünder Kaufhauses, den Ballonflug erlebte. Raumnot für die Museen "Marianne Koch, die von den Bündern herzlich gefeiert wurde und viele neue Freunde erwarb, fuhr mit einem Wagen hinter dem Ballon mit der Bergemannschaft her, um bei der Landung ihren Ehemann wieder in die Arme zu schließen", so die NW damals. Ferner wurde vor 50 Jahren auch der Raummangel des Zigarren- und Tabakmuseums thematisiert, der in einer ordentlichen Mitgliederversammlung des Vereins der Freunde des Deutschen Tabak- und Zigarrenmuseums erörtert wurde. Der Verein war vor allen Dingen wegen der Raumnot besorgt und kritisierte, dass der Platz im Museum nicht ausreichend sei, um beispielsweise ausrangierte Maschinen aufzustellen und damit die chronologische Entwicklung der Zigarrenherstellung aufzeigen zu können. "Einige Maschinen befinden sich bereits im Besitz des Museums. Für sie muss aus Platzgründen jedoch eigens Raum angemietet werden. Angesichts der Miete, die der Verein der Freunde des des Tabak- und Zigarrenmuseums aufbringen muss, wurden in der Versammlung Stimmen laut, von dem Vorhaben einer chronologischen Darstellung der Zigarrenherstellung abzusehen", hieß es. Dr. Moes, Ehrenbürger und früherer Bürgermeister, meinte jedoch, dass es möglich sein müsse, die Entwicklung in einem solchen Museum darstellen zu können. Eine Entscheidung, wie man künftig vorgehen wolle, blieb offen: "Wenn man Hoffnung haben könnte, dass die Raumfrage in absehbarer Zeit gelöst würde, würde man sich noch etwas gedulden, meinte der Vorsitzende des Vereins, Walter Weber", gab die NW wieder.

realisiert durch evolver group