Stellt seit gestern in Kirche in Dünne aus: Die Fotografin Pavla Ctvrtnickova neben einem ihrer Lieblingsbilder. Es zeigt die Treppe aus dem Märchenfilm "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel", auf der Aschenbrödel ihren Schuh verlor. - © Hans Joachim Güttler
Stellt seit gestern in Kirche in Dünne aus: Die Fotografin Pavla Ctvrtnickova neben einem ihrer Lieblingsbilder. Es zeigt die Treppe aus dem Märchenfilm "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel", auf der Aschenbrödel ihren Schuh verlor. | © Hans Joachim Güttler

Bünde Bilder von Pavla Ctvrtnickova in der Dünner Kirche

Ausstellung: Pavla Ctvrtnickova zeigt in der Kirche der Ev.- Luth. Kirchengemeinde Dünne einen Ausschnitt aus ihrer Fotosammlung

Hans-Joachim Güttler

Bünde. Wer mit Pavla Ctvrtnickova unterwegs ist, muss manchmal viel Geduld aufbringen. Ihr ständiger Begleiter ist ein Rucksack, gefüllt mit Kamera, Objektiven, Fotofiltern und Stativ. "Ich will den Augenblick festhalten, das, was ich im Moment sehe und was mir dieser Moment erzählen will", sagt Ctvrtnickova. So fällt ihr Blick auf ein Strandfoto, das im vorderen Teil der Dünner Kirche zu sehen ist. Steine zu einem Herzen geformt. Die Geschichte dahinter ist düster und unvergessen. Ist es doch einer der Strände, an dem im Juni 1944 die Alliierten in der Normandie ans Land traten, um eine der größten Schlachten des 20. Jahrhunderts zu beginnen. Ganz anders die Bilder vorne im Eingang der Kirche. Bilder aus ihrer Geburtsstadt Prag, unter anderem mit der berühmten Treppe aus dem Märchenfilm "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel", auf der Aschenbrödel ihren Schuh verlor. Oder die Trilogie mit den Händen im mittleren Bereich der Kirche, die mithilfe eines Bokeh-Filters gemacht worden sind. "Mit meinen Bildern möchte ich den Betrachter einladen, in den festgehaltenen Augenblicken seine eigene Geschichte zu entdecken", antwortet sie auf die Frage nach ihrem Motiv für diese Ausstellung und die Auswahl der Bilder. »Das Fotografieren liegt wohl in den Genen« Doch bei ihrem Lieblingsbild hüllt sie sich in Schweigen über den genauen Ort und die Zeit. Dort, bei der Treppe, hat sie sich auf einmal wie zu Hause gefühlt. Aufgrund des starken Regenfalls konnte sie die Treppe allerdings nicht bis ganz nach oben gehen, um zu sehen, was dort ist. Aber sie will es wissen und hat sich fest vorgenommen, noch einmal an diesen Ort zurückzukehren, um das Geheimnis zu lüften. Dass Pavla Ctvrtnickova mit Leidenschaft Fotografin ist, hat sie schon in die Wiege gelegt bekommen. Ihr Vater war in Prag Vorsitzender eines Amateurfilmstudios und ihre Mutter hat viele Ausstellungen für Hobbyfotografen ermöglicht. Auch nachdem sie 1988 aus Prag geflüchtet, und dann nach Dünne gezogen ist, hat sie dieses Hobby beibehalten. "Es liegt wohl in den Genen", sagt sie und verweist auf ihren Sohn, der selbst ein begeisterter Amateurfilmer geworden ist. Daneben widmet sie sich mit viel Liebe zum Detail der künstlerischen Gestaltung von Einladungskarten, Kunstkarten, Tischdekoration und Geschenkverpackungen. Seit gestern ist ihre Fotoausstellung "Augenblicke" in der Kirche in Dünne, Kirchbrink 10, zu sehen. Möglichkeiten, die Ausstellung zu besuchen, sind jeweils sonntags ab 10 Uhr während oder nach dem Gottesdienst, oder nach telefonischer Absprache mit Eva Meyer unter Tel. (0 52 23) 4 12 86.

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