Überreichen die Geschenke: Elke Hartmeier, Ulrich Martinschledde und Axel Brachmann vom Verein Mahl-Zeit. - © GERALD DUNKEL
Überreichen die Geschenke: Elke Hartmeier, Ulrich Martinschledde und Axel Brachmann vom Verein Mahl-Zeit. | © GERALD DUNKEL

Bünde/Kirchlengern/Rödinghausen Geschenke für alle

Paket mit Herz: Zum neunten Mal erfüllen die Menschen im Bünder Land bei der Weihnachtsaktion der Neuen Westfälischen in Zusammenarbeit mit karitativen Organisationen die Weihnachtswünsche von Bedürftigen

Jemima Wittig
Gerald Dunkel

Bünde/Kirchlengern/Rödinghausen. Warme Kleidung, Bettbezüge, Gebäck, eine Bratpfanne, eine Puppe - die Wünsche auf den Wunschzetteln sind gar nicht so ungewöhnlich. "Ein älterer Mann wünscht sich jedes Jahr die gleichen Pflegeprodukte", sagt Ulrich Martinschledde vom Verein Mahl-Zeit, der den Mittagstisch in Bünde ausrichtet.Bereits zum neunten Mal veranstaltete die Neue Westfälische mit der Hilfe karitativer Organisationen in ganz Ostwestfalen die Aktion "Paket mit Herz". So erreichten im letzten Jahr knapp 6.000 Weihnachtspäckchen bedürftige Menschen in der ganzen Region. Die Wunschzettel werden von sozialen Institutionen und Vereinen wie dem Deutschen Roten Kreuz, der Bünder Tafel, dem Kinderschutzbund, dem Sozialberatungsdienst Bünde, den Diakoniestationen und den Kirchengemeinden an bedürftige Kinder, Jugendliche und Erwachsene verteilt, damit diese sie mit ihren ganz persönlichen Wünschen ausfüllen können. »Ohne Gutschein wären Schuhe für ein Kind nicht möglich gewesen« So kamen in diesem Jahr etwa 500 Wunschzettel zusammen. "Die Zettel werden uns förmlich aus den Händen gerissen", freut sich Gabriele Klenke, Mitarbeiterin in der Geschäftsstelle der NW Bünde, über die Schenkbereitschaft der Menschen. Hier konnten die ausgefüllten, anonymisierten Zettel in der Adventszeit abgeholt werden. "Konkrete Wünsche erfüllen die Bünder gerne", sagt Martinschledde. Irritiert seien sie aber, wenn um einen Gutschein von Lebensmittelgeschäften oder auch Schuhläden gebeten wird. "Das sind Anzahlungen", weiß Martinschledde. "Kinder müssen Schuhe anprobieren. Außerdem kosten sie mehr als 15 Euro." Das bestätigt auch Martina Kmoch, Vorsitzende des Kinderschutzbundes in Bünde: "Eine Mutter hat mir nach der Aktion im letzten Jahr erzählt, dass sie ihren beiden Kindern ohne den Gutschein keine neuen Winterschuhe hätte kaufen können." Duschgel und Haarshampoo auf dem Wunschzettel Die Geschenke sollen den Wert von 15 Euro nicht überschreiten. Der Wunschzettel muss fest auf dem Geschenk befestigt werden, damit er zugeordnet werden kann. Die jeweilige Organisation verteilt die Geschenke dann an die Bedürftigen. "Die Mutter einer Flüchtlingsfamilie hat sich Weihnachtsschmuck gewünscht. Den haben wir ihr natürlich nicht erst kurz vor dem Weihnachtsfest übergeben", sagt Kmoch. "Die Bünder bringen uns die Geschenke in wunderschönen Verpackungen und freuen sich riesig, wenn sie uns die Päckchen überreichen." Etwa 70 Geschenke konnte sie in diesem Jahr weitergeben. Die Wünsche beim Kinderschutzbund waren recht unterschiedlich, vom Puzzle für einen kleinen Jungen bis hin zu alltäglichen Gegenständen wie Duschgel oder Haarshampoo. "Es handelte sich um Bitten für kleine Gaben unter dem Tannenbaum, die sich ohne die Hilfe dieser Aktion nicht jeder erfüllen kann", heißt es in einer Mitteilung des Kinderschutzbundes. Der gesamte Vorstand der Kinderschutzbundes bedankt sich bei allen Helferinnen- und Helfern, die diese Wünsche erfüllt haben. "Es macht mich sehr stolz, wenn ich sehe, wie selbstverständlich die Geschenke gebracht worden sind und jeder gerne diese Aktion unterstützt hat. Für meine Kinder und mich war direkt klar, dass auch wir Wünsche von den Wunschzetteln erfüllen werden", freut sich Doris Clöer, Beisitzerin im Vorstand des Kinderschutzbundes.

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