Wertvoller Fund: Die Seekuh aus dem Doberg lebte vor rund 25 Millionen Jahren. Ihr Skelett ist etwa 3,50 Meter lang. Im Doberg-Museum kann man das Skelett begutachten. - © Dominique Reiz
Wertvoller Fund: Die Seekuh aus dem Doberg lebte vor rund 25 Millionen Jahren. Ihr Skelett ist etwa 3,50 Meter lang. Im Doberg-Museum kann man das Skelett begutachten. | © Dominique Reiz

Bünde Das Dobergmuseum in guten Händen

Der Förderverein des Dobergmuseums möchte die Kultureinrichtung mehr in den Fokus der Bünder rücken

Dominique Reiz
03.09.2015 | Stand 02.09.2015, 20:19 Uhr

Bünde. Der Förderverein für das Dobergmuseum besteht seit 1989. Er wurde ins Leben gerufen, um die Planung und den Bau des Dobergmuseums zu ermöglichen, das 1999 eröffnet wurde. Der Verein unterstützt den Betrieb des Museums als "überregional herausragende Kultureinrichtung", wie der Vorsitzende Rainer Ebel zu sagen pflegt. Das Museum sucht in ganz Ostwestfalen seinesgleichen, da hier die wertvollsten Fossilien des Dobergs aus der Zeit des Oligozäns gezeigt werden. Aber auch ebenso wichtige und einmalige Objekte anderer Erdzeitalter, die in Ostwestfalen maximal 40 Kilometer entfernt von Bünde gefunden wurden. Der Förderverein des Dobergmuseums umfasst 60 Mitglieder. Zwei Mal im Jahr bietet der Förderverein Fossiliensammelexkursionen an, die stets auf großes Interesse bei Familien mit Kindern stoßen. Achim Hildebrandt leitet die Exkursionen zu verschiedenen Steinbrüchen, zum Beispiel ins Wiehengebirge. Die nächste Exkursion findet am 20. September statt. Außerdem finden fünf bis sechs mal im Jahr geologische Vorträge im Dammhaus statt. Am 12. September steht der 100. Vortrag bevor. Jens Lehmann vom Fachbereich Geowissenschaften der Universität Bremen wird berichten über "Fossilien-Zeugnisse aus der Tiefe der Zeit - was längst ausgestorbene Tiere dem heutigen Klimawandel voraus haben". Jährlich beteiligt sich der Verein am bundesweit stattfindenden Tag des Geotopes und nutzt diese Gelegenheit, den Doberg der Öffentlichkeit näher zu bringen und auf die europaweit einzigartige Bedeutung hinzuweisen. Der Doberg wurde schon 1984 als Geotop ausgewiesen und 1989 in die Liste der paläontologischen Bodendenkmäler aufgenommen. Der diesjährige Tag des Geotopes ist am 20. September. Von 15 bis 18 Uhr bietet der Förderverein hierzu stündlich geologische und biologische Führungen vor Ort im Doberg an. Im Jahr 2014 gaben Mitglieder des Fördervereins ein Buch über den Doberg heraus. Es trägt den Titel "Der Doberg bei Bünde - Eine klassische Fundstelle der Paläontologie". Über 400 Exemplare wurden von den Herausgebern Michael Kaiser und Rainer Ebel bisher in Bünde und Umgebung verkauft. Auf 168 Seiten zeigen sie unter anderem die wertvollsten Funde im Doberg wie den Zahnwal-Schädel und das Seekuh-Skelett. Mitglieder des Vereinsvorstandes sind an zahlreichen Publikationen über die Geologie der ostwestfälischen Heimat beteiligt. Mitglied Sönke Simonsen gibt seit 2008 die Fossilienzeitschrift "Der Steinkern" heraus, die von Fossiliensammlern im deutschsprachigem Raum verbreitet gelesen wird. Die Arbeit im Museum ist seit drei Jahren dem Sammlungsarchiv gewidmet. "Regelmäßig stellen wir wichtige Objekte aus dem Archiv aus, die zwei bis drei Wechselausstellungen im Jahr ergänzen. Diese Schauvitrinen befinden sich im Südfoyer des Museums. Hier haben wir außerdem auch eine Sitzecke eingerichtet", sagt der zweite Vorsitzende Michael Kaiser. Mehr als bisher möchte der Förderverein das Interesse der Schulen in Bünde und Umgebung für das Museum und für die Dauerausstellung wecken. "Wir halten das Museum für einen wichtigen außerschulischen Lernort", so Ebel. Besonders den höheren Klassen, die sich im Unterricht gerade mit dem Thema Evolution beschäftigen, bietet der Förderverein Führungen an. Für untere Klassen sind zwei Museumsrallyes ausgearbeitet worden, die die Schüler mit viel Spaß durch die Ausstellungen führen sollen. Außerdem arbeitet der Verein gerade an dem Aufbau einer Jugendgruppe. Weitere Informationen über den Förderverein des Dobergmuseums gibt es unter www.fv-dobergmuseum.de. Für Fragen steht Rainer Ebel zur Verfügung unter Tel. (0 52 23) 1 55 51.

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