Der Bahnhof in Bünde hat fast historischen Charme. Ab März 2015 wird er erneuert, umgebaut und barrierefrei gestaltet. Wenn weiterhin "Die Zigarrenstadt" unter dem Bünde Schild stehen soll, muss die Verwaltung das extra bezahlen. - © Foto: T. Klüter
Der Bahnhof in Bünde hat fast historischen Charme. Ab März 2015 wird er erneuert, umgebaut und barrierefrei gestaltet. Wenn weiterhin "Die Zigarrenstadt" unter dem Bünde Schild stehen soll, muss die Verwaltung das extra bezahlen. | © Foto: T. Klüter

Bünde Sieben Millionen Euro teurer Bahnhofsumbau in Bünde startet im März

Martin Nowosad von der Bahn AG stellt Planungen im Verkehrsausschuss vor

Bünde. Im März 2015 wird sie starten, die Modernisierungsoffensive am Bahnhof in Bünde. Die Bahnsteige werden angehoben und neu gepflastert, die Fußgängerunterführung wird neu und barrierefrei gebaut. Beschilderungen, Fahrkartenautomaten und Bänke kommen neu. Auf insgesamt sieben Millionen Euro hat die Bahn AG die Kosten für den Umbau beziffert. 400.000 Euro davon kommen vom Land. Bis Ende 2017 soll der Bahnhof fertiggestellt sein. Die genauen Pläne stellte Martin Nowosad am Mittwoch im Verkehrsausschuss vor. Die Bahn unterscheide zwischen Empfangsgebäude und Verkehrsstation, machte der Bahnhofsmanager aus Bielefeld gleich zu Beginn seiner Darstellungen deutlich. Bei den vorgestellten Planungen ging es also nicht um das Bahnhofsgebäude, das der Stadt mit Vorkaufsrecht von der Bahnflächenentwicklungsgesellschaft angeboten wird und über dessen weitere Nutzung es in der Vergangenheit einige Debatten gab (die NW berichtete). Es gehe um die öffentliche Infrastruktur, wie Gleise, Aufzüge, Treppen, Dächer, Mülleimer und Sitzbänke, so Nowosad. Da wird sich die Bahn AG gehörig ins Zeug legen. Die Bahnsteige werden von 38 auf 76 Zentimeter erhöht, um den barrierefreien Einstieg in die Züge zu gewährleisten. In konventioneller Bauweise werde mit Bahnsteigfertigteilkanten modernisiert, die Flächen werden mit 30 mal 30 Zentimeter Steinplatten belegt. "Das Ganze planen wir für die gesamte Länge von 330 Metern und das ist wirklich viel für einen Bahnhof dieser Größe", sagt Nowosad. Rund 3.300 Fahrgäste nutzen den Bahnhof täglich und für die wird die Bahn AG auch neue Sitzbänke montieren, Windschutzwände und Abfallbehälter aufstellen, die Lautsprecheranlage, die Beleuchtung und die Uhren werden erneuert und neue Fahrplanvitrinen, Fahrkartenautomaten und Entwerter werden aufgestellt. Außerdem wird der schon jetzt barrierefreie Zugang zum Bahnsteig etwas verändert. Eine der größeren Umbaumaßnahmen stellt die neue Personenunterführung dar. Mit einer Länge von 18,30 Metern, einer Breite von vier Metern und einer Durchgangshöhe von 2,70 Metern, wird sie etwa im Bereich des Ausgangs des Bahnhofsgebäudes neu gebaut. "Die Aufzüge werden sogenannte Durchlader sein, also von beiden Seiten zugänglich", erklärt Martin Nowosad. Während der Bauarbeiten am neuen Tunnel wird der Bahnverkehr darüber unverändert weitergehen. Die Wände der Unterführung werden mit Fliesen ausgekleidet, da die unempfindlich gegen Vandalismus seien. Der spiele aber in Bünde im Vergleich zu großen Städten nur eine untergeordnete Rolle, so Nowosad. Der neu gestaltete Bahnhof sei daher nicht mit Videoüberwachung geplant. "Lediglich in den Aufzügen werden Kameras sein, um zu überprüfen, ob ausgelöste Notrufe tatsächlich ein Eingreifen erfordern", sagt der Bahnhofsmanager.

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