Viele Briten ziehen derzeit aus - auch gestern standen die Umzugswagen in der Robert-Schumann-Straße. - © FOTO: FALK
Viele Briten ziehen derzeit aus - auch gestern standen die Umzugswagen in der Robert-Schumann-Straße. | © FOTO: FALK

Bünde Häuser der britischen Streitkräfte in Hunnebrock werden frei

Briten geben zum 1. Oktober 60 Wohneinheiten zurück / Stadt hat Vorkaufsrecht

VON ANNE WEBLER

Bünde. In Hunnebrock stehen in der Robert-Schumann- und der Eichholzstraße viele Wohnungen der britischen Streitkräfte leer. 135 Wohneinheiten haben die Briten noch in Bünde, 60 davon geben sie in vier Tagen zurück. Die Stadt Bünde hat ein Vorkaufsrecht, weiß aber noch nicht, ob sie die Häuser kauft. Denn Zustand und Preis der Häuser stehen noch nicht fest, zudem besteht eine Haushaltssperre. Grundsätzlich hat auch die Bau- und Siedlungsgenossenschaft (B & S) Interesse an Wohnraum in Bünde.

Die Soldaten der britischen Streitkräfte wohnen mit ihren Familien in Bünde-Mitte in der Engelstraße und Behringstraße (37 Wohneinheiten) sowie in Hunnebrock in der Robert-Schumann- und der Eichholzstraße (98 Wohneinheiten). In diesen Tagen ziehen in Hunnebrock gleich mehrere britische Familien aus ihren Wohnungen aus, auch gestern mehrere. Zum 30. September übergeben die britischen Streitkräfte 60 Wohneinheiten zurück an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA), der die Häuser der britischen Streitkräfte gehören. Anfang November gehe auch das Hunnebrocker Community-Center der Briten samt Kita und Naafi-Shop zurück an die BIMA, die restlichen 38 Wohneinheiten in Hunnebrock folgten im Laufe des nächsten Jahres, sagte der Technische Beigeordnete der Stadt Bünde Andreas Siepenkothen auf Anfrage der NW.

Die Stadt Bünde hat ein Vorkaufsrecht, hat aber noch nicht entschieden, ob sie die Häuser der Briten übernimmt. "Die BIMA weiß noch keinen Preis, der Wert muss erst noch ermittelt werden", sagt Siepenkothen. Die britischen Streitkräfte könnten ihre Häuser innerhalb von 90 Tagen an die BIMA zurückgeben, deshalb hatten BIMA und die Stadt Bünde erst so spät von dem anstehenden Verkauf der Wohnungen erfahren.

Mitte Oktober würden bei einem Besichtigungstermin Zustand und Brandschutz der Häuser überprüft, sagt Bürgermeister Wolfgang Koch. Sie sind Anfang der 1990er/2000er-Jahre renoviert worden. Danach bestelle die BIMA noch einen Gutachter. "Dann muss die Politik entscheiden." Der Rat der Stadt Bünde wird beschließen, ob die Stadt die Häuser kauft.

Die neun Einfamilienhäuser und 28 Doppelhaushälften der Briten in der Engelstraße und Behringstraße sind Anfang bis Mitte der 1950er-Jahre gebaut worden. Hier wohnen vor allem Offiziere, die im Hauptquartier in Bielefeld arbeiten. Auch hier gebe es zwar Leerstände, sagte Koch. Aber die Briten würden diese Wohneinheiten noch nicht zurückgeben. Der Zeitpunkt stehe noch nicht fest. "Aber das wird dann auch sehr kurzfristig passieren." Diese Wohneinheiten würden die Briten als letzte zurückgeben, sagte Siepenkothen.

Darauf angesprochen, ob die Stadt bei der derzeitigen Haushaltslage an den Häusern interessiert sei, sagte Koch, man müsse zwischen Interesse und Haushaltslage unterscheiden. "Wir haben durchaus Bedarf an preiswertem Wohnraum. Das wäre eine Möglichkeit", sagte Koch. "Es ist eine Frage des Preises", sagte Andreas Siepenkothen. Was die Stadt im Falle eines Erwerbs mit den Häusern anfangen wolle, sei noch unklar. "Da sind wir noch ganz am Anfang", sagte Siepenkothen. Eins steht fest: "Wir wollen keine Heuschrecken."

Auf die Frage, ob sich die Bau- und Siedlungsgenossenschaft (B & S) für die 60 Wohneinheiten in Hunnebrock interessiert, sagte B & S-Architekt Florian Ohmes, die B & S interessiere sich für Wohnraum in Bünde. Die Lage der Häuser sei nicht schlecht, jedoch seien sie relativ klein. Zunächst müsse ihr baulicher Zustand geklärt werden. "Wir haben Interesse, uns mit dem Thema zu beschäftigen und werden das auch tun. Es wäre dumm zu sagen, wir hätten kein Interesse."

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