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Fußballfans beim Public Viewing im Steinmeisterpark während der Fußball-Weltmeisterschaft 2010. Neben den Fahnen werden auch die Vuvuzelas (vorne r.) wieder hervorgeholt. - © Archivfoto: Patrick Menzel
Fußballfans beim Public Viewing im Steinmeisterpark während der Fußball-Weltmeisterschaft 2010. Neben den Fahnen werden auch die Vuvuzelas (vorne r.) wieder hervorgeholt. | © Archivfoto: Patrick Menzel

Bünde Teure Lizenzen für Rudelgucken bei der WM

Veranstalter zahlt 11.000 Euro für Public Viewing im Steinmeisterpark

VON ANNE WEBLER
04.06.2014 | Stand 03.06.2014, 18:57 Uhr

Bünde. Noch acht Tage, dann geht sie los, die Fußball-Weltmeisterschaft. Am Montag, 16. Juni, läuft in Brasilien das erste Spiel mit deutscher Beteiligung gegen Portugal. Das ist auch der Anpfiff für das Rudelgucken im Steinmeisterpark. Dort werden alle Spiele der deutschen Nationalmannschaft auf Großleinwand gezeigt. Besonders teuer sind für die Veranstalter die FIFA- und GEMA-Lizenz, dass sie die Spiele öffentlich zeigen dürfen.

Die FIFA-Lizenz berechne sich nach den erwarteten Besucherzahlen, sagt Carsten Müller vom Veranstaltungsservice Professional Event Solutions aus Bünde. Zusammen mit Matthias Wibbeler veranstalten Carsten Müller und Edelhart Scheidig von Professional Event Solutions das Public Viewing im Steinmeisterpark. Carsten Müller rechnet mit maximal 5.000 Besuchern - so viele passen in den Steinmeisterpark. An die FIFA zahlt er zwei Euro pro erwartetem Besucher - macht 10.000 Euro Lizenzgebühr. "Auch wenn nur 500 kommen sind die 10.000 Euro weg", sagt Müller. Von der GEMA wartet er noch auf Nachricht, da rechnet er mit weiteren 1.000 Euro Lizenzgebühr.

Information

Kneipenwirte müssen auf die GEMA zugehen

Kneipenwirte, die die Spiele der Fußball-WM auf Flachbildschirmen bis zu einer Bildschirmdiagonale von gut einem Meter (42 Zoll = 106,68 Zentimeter) zeigen, zahlen für alle WM-Spiele eine Gebühr von 80 Euro. Das sei eine kombinierte Lizenzgebühr für FIFA und Gema, erklärt Uwe Pape, Geschäftsführer des DEHOGA-Kreisverbands Herford. Sei der Bildschirm größer, sollte der Wirt sich möglichst mit dem Gema-Mitarbeiter in Herford auseinandersetzen, der sei für den Kreis Herford zuständig.
Würden die Spiele auf einer Leinwand gezeigt und habe das gemeinsame Gucken Veranstaltungscharakter, seien die FIFA- und Gema-Lizenzen aufgesplittet, dann gebe es Parallelverträge. Die Größe der Leinwand, wie viele Sitzplätze vorhanden sind und ob Eintritt genommen wird bestimmten dann die Höhe der Lizenz.

Da viele Spiele erst nach 22 Uhr deutscher Zeit stattfinden, haben die Bundes- sowie die NRW-Landesregierung die Lärmschutzverordnung für die Zeit der WM gelockert und ausdrücklich Public Viewing auch nach 22 Uhr erlaubt (die NW berichtete). Die genaue Sperrstunde vor Ort legen die jeweiligen Ordnungsämter der Städte und Gemeinden fest. Auch Carsten Müller hat beim Bünder Ordnungsamt eine spätere Sperrstunde beantragt. "30 Minuten nach Spielende muss Ruhe sein", sagt er. Auch ein beträchtliches Sicherheitskonzept musste Müller der Stadt vorlegen: Es musste Antworten liefern auf Fragen wie: Was passiert bei einer Bombendrohung? Gibt es einen Krisenstab? Wie groß sind die bereitstehenden Sanitäter- und Rettungsdienstmannschaften?

Ein riesiges Sonnensegel wird das Publikum vor der Sonne schützen. Das knapp 600 Quadratmeter große Dach wird den Rasen zwischen Boulefeld und Weg überspannen. Am Samstag, 7. Juni, wird das Dach ab 12 Uhr im Steinmeisterpark aufgebaut.

Wem beim Public Viewing zu viele Menschen sind, kann auch in einer der Bünder Kneipen die WM-Spiele gucken: Auch das Mexim?s, das Dolbi, das Amigo und Schroeder?s Bistro zeigen alle Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft. Im Mexim?s hängen drei Fernseher - einer drinnen, zwei auf den Terrassen. Auch das Amigo hat drei Fernseher, einen im Garten, einen in der ersten Etage und einen unten im Gastraum. Das Dolbi zeigt alle Spiele drinnen

Der VfL Holsen und der TuS Dünne bieten kein Public Viewing an. "Eine Konkurrenzveranstaltung zum Steinmeisterpark wäre nicht zielführend", sagt Martin Lohrie, Vorsitzender des TuS Dünne und des Stadtsportverbandes. Einige beim TuS würden die Spiele zwar gucken, "aber es ist keine öffentliche Veranstaltung", stellt Lohrie klar. Ähnlich ist es beim VfL Holsen. Die Deutschlandspiele würden zwar übertragen, sagt Michael Schmidt, Vorsitzender des VfL. "Aber die zeigen wir nur für uns im kleinen Kreis."

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