Die Mutter-Kinder-Freizeit im vorigen Jahr in Drushnaja (Foto) war gut besucht.
Die Mutter-Kinder-Freizeit im vorigen Jahr in Drushnaja (Foto) war gut besucht.

Bünde Noch Helfer für Freizeit gesucht

Heim-statt Tschernobyl lädt Kinder aus verstrahlten Gebieten nach Stari-Lepel ein

VON DIETER SCHNASE

Bünde. Die Umsiedlung von Familien aus dem Tschernobylgebiet bleibt eine wichtige Aufgabe für den Verein Heim-statt Tschernobyl, der in seiner Jahreshauptversammlung unter anderem einen Ausblick auf Projekte in diesem und im nächsten Jahr gab. "Neue Ideen sind gefragt, wie wir die Familien finden und sie überzeugen, umzusiedeln", so Vorsitzende Edeltraud Schill. Auch mit den Workshops und Freizeiten geht es weiter.

Nach den Camps 2012 in Lepel (Belarus) und 2013 in Cantalupo (Italien) wird das EWOCA-Camp in diesem Jahr vom 3. bis 17. August in Dortmund veranstaltet. An dem Projekt nehmen je sieben Jugendliche aus drei Ländern teil. Workcamps im Dorf Stari-Lepel und in Minsk werden 2014 ebenfalls fortgesetzt.

Während die Teilnehmer dafür bereits feststehen, sucht Gundula Priebe aus Rödinghausen, die sich seit langem für den Verein Heim-statt Tschernobyl engagiert und nun in den Vorstand gewählt wurde, noch freiwillige Helfer aus der Bünder Region für die Mutter- und Kind-Freizeit 2015 erstmals im Dorf Stari-Lepel. "Vor allem junge Menschen sind hier angesprochen - vielleicht Jugendliche, die schon einmal bei einem Workcamp dabei waren", so Gundula Priebe im Gespräch mit der Neuen Westfälischen. Sie denkt dabei unter anderem an Erzieher, Grundschullehrer/innen und Vereinsmitglieder. Diese sollen im Sommer 2015 mithelfen, in Stari-Lepel Kinder zu betreuen, die mit ihren Mütter (oder Großmüttern) zu der Freizeit eingeladen werden.

Während der drei Wochen soll mit den Kindern aus den verstrahlten Gebieten in der Region Tschernobyl gespielt und gebastelt oder musiziert werden, auch Ausflüge sind geplant. Und die Mütter sollen einmal Zeit für sich selbst bekommen. Einzelheiten würden noch in Vorbereitungstreffen in Bünde besprochen. Wie Gundula Priebe weiter erläuterte, leiden auch noch lange nach der Reaktorkatastrophe geborene Kinder an Schilddrüsenerkrankungen. "Häufig sind auch ihre Schleimhäute angegriffen", hat sie von einer Medizinerin erfahren. Bei der Freizeit soll gesunde Ernährung angeboten werden, die zu einer Verbesserung des Gesundheitszustandes beitrage.

Stari-Lepel wurde wie Drushnaja, wo die Freizeiten bisher veranstaltet wurden, mit Hilfe des Vereins für die Menschen aus Tschernobyl aufgebaut. In Stari-Lepel ist die Arbeit noch nicht beendet. Für die Freizeit können die Kinder und Mütter in den Häusern der Dorfbewohner wohnen, die ein Entgelt erhalten. Anders als zum Beispiel der Herforder Verein "Kinder aus Tschernobyl", zu dem gute Kontakte bestehen, werde die Freizeit des Vereins Heim-statt Tschernobyl vor Ort veranstaltet. "Für das gleiche Geld können wir hier mehr Kinder betreuen und auch die Mütter einladen", sagt Gundula Priebe. Mit Edeltraud Schill will sie noch nach Stari-Lepel fahren, im Herbst ist im Wiesenhof in Dünne ein Termin mit der Schwesterorganisation "Öko-Dom" geplant. Wer bei der Freizeit mitmachen möchte, kann sich per E-Mail unter gupriebe@t-online melden.

In der Jahreshauptversammlung wurden Irmgard von Bodelschwingh, die die Freizeiten 1999 ins Leben gerufen hat, und Wiebke Brügmann für ihren langjährigen Einsatz bei der Mutter-Kind-Freizeit gedankt. Beide Frauen möchten die Arbeit nun aus Altersgründen abgeben. Deshalb fällt die Freizeit in diesem Jahr auch aus.

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