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Der Hamburger Architekt Thomas Echterhoff verwaltet gegenwärtig noch den Hof Overbeck. Sollte das Neubaugebiet am Blotenberg beschlossen werden, müssten die Gebäude an der Bielefelder Straße Platz für Neubauten machen. - © FOTO: J. DAMME
Der Hamburger Architekt Thomas Echterhoff verwaltet gegenwärtig noch den Hof Overbeck. Sollte das Neubaugebiet am Blotenberg beschlossen werden, müssten die Gebäude an der Bielefelder Straße Platz für Neubauten machen. | © FOTO: J. DAMME

Die Tage scheinen gezählt

Hof Overbeck an Bielefelder Straße steht nach Jahrzehnten des Leerstands kurz vor dem Abriss

VON JONAS DAMME
26.02.2013 | Stand 25.02.2013, 20:58 Uhr

Werther. Der Hof der Familie Overbeck ist über 150 Jahre alt. Nachdem er drei Jahrzehnte im Dornröschen-Schlaf lag, fiel sein Name bei der Blotenberg-Diskussion zuletzt wieder öfter.

Verwalter Thomas Echterhoff ermöglichte einen Rundgang durch die verlassenen Gebäude, bevor der Hof bald möglicherweise für immer aus dem Stadtbild verschwindet und Platz macht für jüngere Häuser. Wer aus Bielefeld kommend in Richtung Borgholzhausen unterwegs ist, fährt in Werther fast zwangsläufig an dem alten Bauernhof oberhalb der Bielefelder Straße vorbei.

Das Gebäude mit dem imposanten Sandsteingiebel mit den vielen Fenstern steht nach Aussage von Verwalter Thomas Echterhoff bereits seit über 30 Jahren leer. Sollte sich die Stadtverwaltung nun endgültig entschließen, das Baugebiet am Blotenberg zu verwirklichen, würden an der Bielefelder Straße zwei zirka zehn Meter hohe Bürogebäude entstehen.

Eine Sanierung des alten Gebäudes ist bei den Planungen nicht vorgesehen. "Man bräuchte nach unseren Berechnungen zirka drei Millionen Euro, um den Hof in einen nutzbaren Zustand zu bringen", sagt Echterhoff. Der Hamburger Grundstücksverwalter betreut das Anwesen im Auftrag des Eigentümers Wilhelm Overbeck.

Echterhoff macht gleich zu Beginn des Rundgangs klar, dass seiner Meinung nach eine Renovierung des alten Bauernhofes keinen Sinn ergibt. Und er lässt auch keinen Zweifel daran, wo er in der Blotenberg-Diskussion steht: "Das ist gegenwärtig das beste Baugebiet für Werther." Eine Position, die nicht verwundert, obliegt es Echterhoff doch, den alten Hof samt Blotenberg und Wald zu verkaufen.

Trotzdem behauptet er, keine finanziellen Interessen zu hegen: "Der Eigentümer, der den Hof geerbt hat, verbindet keine guten Erinnerungen damit und wäre froh, wenn hier ein Neubeginn stattfinden könnte." Ältere Wertheraner erinnern sich vielleicht noch an die traurigen Ereignisse aus den Jahren 1960 bis 1980. Mehrere Mitglieder der Familie Overbeck ließen in dem Gebäude vorzeitig ihr Leben, erzählt Echterhoff.

Der Hof wurde bereits 1856 errichtet. "Damals gehörte das Hauptgebäude mit 570 Quadratmetern Grundfläche zu den größten Häusern in der ganzen Gegend", sagt der Verwalter. Die Maße imponieren auch heute noch.

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