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Aufgrund der kurzzeitigen Sperrung der Diekstraße lagen bei den Anwohnern die Nerven blank. - © Pixabay
Aufgrund der kurzzeitigen Sperrung der Diekstraße lagen bei den Anwohnern die Nerven blank. | © Pixabay

Kreis Gütersloh Straße verwechselt: Dieser Fehler raubt Anwohnern den letzten Nerv

Bei Anwohnern der Diekstraße liegen die Nerven blank, als sie plötzlich vor Absperrbaken stehen. Sie haben die Langzeitsperrung ihrer Straße nicht vergessen. Es wird ein Wochenende mit vielen Fragen.

Kerstin Spieker
05.11.2019 | Stand 05.11.2019, 14:22 Uhr

Werther. Okay, jeder kann sich mal vertun. Und ganz so schlimm, wie der Arzt, der das falsche Bein eingipst, war der Bautrupp, der am Donnerstag die Diekstraße sperrte, denn auch nicht unterwegs. Es kam ja niemand zu Schaden. Einen neuralgischeren Punkt als die Diekstraße hätte allerdings eben auch kaum jemand für die versehentliche Sperrung einer Straße wählen können. Die letzte Sperrung haben die Anwohner noch nicht vergessen Viele Anlieger und Anwohner jedenfalls waren alles andere als erbaut, als sie am Donnerstagnachmittag Warnbaken auf der Diekstraße kurz hinter dem Kreisel an der Borgholzhausener Straße entdeckten. Und das liegt natürlich an der Vorgeschichte der Diekstraße. Die nämlich war wegen einer defekten Rohrleitung unter der Straße ein Jahr lang dicht, bevor überhaupt der Bagger anrollte, um die Leitung zu erneuern. Erst Anfang Dezember vergangenen Jahres war die Diekstraße wieder für den Verkehr freigegeben worden. Das Nervenkostüm vieler Anwohner war bis dahin ziemlich angegriffen. Sie mussten während der Wartezeit erhebliche Umwege in Kauf nehmen, ihre Mülltonnen teilweise über erhebliche Distanzen zur Abfuhrstelle bewegen. Als nun also am Donnerstag erneut Warnbaken auf der Fahrbahn standen, schlugen die Emotionen ganz unmittelbar hoch. „Wir waren ebenfalls auf die Sperrung aufmerksam geworden, stellten aber nach einer kurzen Besichtigung der vermeintlichen Baustelle fest, dass die Absperrung im Zweifelsfall kein Hindernis für uns darstellen würde", machte Stadtbrandmeister Dr. Dirk Hollmann für die Freiwillige Feuerwehr deutlich. Absperrmaßnahmen werden dem Wehrführer normalerweise umgehend gemeldet. Er verteilt die Infos dann zügig an die jeweiligen Löschzugführer weiter. Schließlich muss sichergestellt sein, dass keine Rettungsfahrt vor einer Warnbake ins Stocken gerät. Ein Kontrollblick in den E-Mailer machte Hollmann deutlich, dass da offensichtlich ein Missverständnis vorliegen musste. Es gab keine Meldung über eine Sperrung der Diekstraße an ihn. Meldungen allerdings gab es beim Ordnungsamt der Stadt Werther. Leiter Jürgen Pilgrim ließ auf Anfrage wissen, dass es sogar am Freitag, an Allerheiligen also, Anrufe von Anwohnern der Diekstraße gegeben habe. Am Samstagmorgen dann war die Straße wieder frei. Offenbar hatten sich Straßennutzer in der Nacht von Freitag auf Samstag selbst geholfen und die Warnbaken schlicht beiseite geräumt. Bautrupp geht nach getaner Arbeit ins Wochenende Am Sonntag soll nach Angaben eines Anwohners dann sogar ein Mitarbeiter des Landesbetriebs Straßenbau.NRW ausgerückt sein, um die Baustelle in Augenschein zu nehmen. Ergebnis: „Unsere ist das nicht." Dieselbe Aussage kam auch von der Stadt Werther. Dann nach längerer Recherche die Auflösung: Der mit einer Baustelleneinrichtung beauftragte Bautrupp hatte sich mit der Straße vertan. Statt – wie beauftragt – eine Absperrung auf der Dieckbrede zu installieren, waren die Straßenbauarbeiter in der Diekstraße gelandet. Auftraggeber war vermutlich der Kreis Gütersloh. Dass die Arbeiter nach der nervenaufreibenden Vorgeschichte der Diekstraße für höchste Aufregung sorgen würden, konnten sie nicht ahnen. Und während sie selber nach getaner Arbeit vermutlich ins lange Wochenende gestartet sein dürften, herrschte an der Diekstraße und bei der ein oder anderen Behörde an Allerheiligen und am Wochenende mächtig Stress.

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