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Kreis Gütersloh Schlechte Abkürzung: 40-Tonner bleibt im Kreis Gütersloh in Baustelle stecken

Der Fahrer eines 40-Tonners riskiert die unerlaubte Durchfahrt durch eine Großbaustelle in Werther. Der Versuch beschert ihm jede Menge Ärger.

Anja Hanneforth
05.10.2019 | Stand 05.10.2019, 14:10 Uhr

Werther-Theenhausen. Das hat sich der Fahrer wohl anders vorgestellt. Gestern früh gegen 6 Uhr, draußen war es noch dunkel, versucht er, trotz eindeutigen Verbots mit seinem schweren Laster durch die Großbaustelle in Theenhausen zu kommen. Er ignoriert Baken und Schilder – und riskiert die Durchfahrt. Das Glück verlässt ihn bereits nach wenigen Metern. Noch vor der Einfahrt zur Brennenheide muss der Mann feststellen, dass es kein Durchkommen gibt. In einer kleinen Stichstraße will er wenden – und fährt sich prompt fest. Knapp zwei Stunden dauert es, bevor ein Trecker ihn freischleppt. Der Frust über das Durchfahrverbot rund um die Großbaustelle in Theenhausen reißt nicht ab. Und so versuchen Auto- und auch Lkw-Fahrer immer wieder, sich durch die Absperrung zu mogeln. Denn die Umleitungen kosten viele Kilometer und viel Zeit. „Das ist hier an der Tagesordnung", konstatiert Michael Lipsch. Der Theenhausener kann regelmäßig beobachten, wie Autos, Laster und jüngst auch ein Tankwagen sich den Weg durch die Baustelle bahnen. Offenkundig ist den Fahrern dabei der aktuell matschige Untergrund egal. Sie nehmen lieber das Risiko in Kauf, sich festzufahren, als den Zeitverlust durch den langen Umweg. Auch der Fahrer des 40-Tonners gestern Morgen erkannte zu spät, dass es für ihn auf der Theenhausener Straße nicht weiterging. Beim Wenden sackte die Zugmaschine in die gegenüberliegende Bankette, ein Herauskommen aus eigener Kraft war nicht mehr möglich. Statt Zeit zu sparen, kostete den Fahrer der direkte Weg nahezu zwei Stunden. So lange dauerte es, bis ein Landwirt gefunden war und den Lkw mit Hilfe eines Treckers und einer Seilwinde aus seiner festgefahrenen Lage befreite. "Das sieht hier aus wie nach einem Hurricane" Ebenfalls am frühen Morgen musste ein anderer Anlieger mit ansehen, wie eingangs der Baustelle in Höhe der Aufmündung Langenheider Straße etwa ein Dutzend massiver Bäume gefällt wurde. „Das sieht hier aus wie nach einem Hurricane", schilderte er. Eine Anfrage beim Kreis Gütersloh ergab, dass die Bäume weichen mussten, da die Straße an dieser Stelle verbreitert werden soll. Gefällt worden seien die Eichen und Buchen allerdings nicht im Auftrag des Kreises, sondern des Waldbesitzers, der sie nun auch vermarkten werde. Ob er viel dafür bekommt, sei dahingestellt: Ein Mitarbeiter des beauftragten Unternehmens vor Ort schilderte, dass fast alle Bäume nicht mehr ganz gesund gewesen seien und in der Krone viele trockene Äste gehabt hätten.

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