Verl Mit Bello auf die Couch

Hundepsychologin Tanja Maasjost bietet Verhaltenstraining für Hunde und Besitzer

VON NATALIE GOTTWALD

Mischlingshündin Lilo springt auf Anweisung durch den Reifen und verlässt sich dabei ganz auf die Kommandos von Hundepsychologin Tanja Maasjost. - © FOTO: NATALIE GOTTWALD
Mischlingshündin Lilo springt auf Anweisung durch den Reifen und verlässt sich dabei ganz auf die Kommandos von Hundepsychologin Tanja Maasjost. | © FOTO: NATALIE GOTTWALD

Verl-Kaunitz. "Hunde haben unterschiedliche Persönlichkeiten, beeinflusst durch die Sozialisation, die Erfahrungen, die sie gemacht haben, oder eben einfach genetisch durch die Rasse", sagt Tanja Maasjost. Seit gut vier Jahren arbeitet die 42-Jährige nebenberuflich als Hundepsychologin. Sie begleitet Hunde und ihre Herrchen oder Frauchen dabei, sich gegenseitig besser zu verstehen und Regeln für den Umgang miteinander zu erlernen. Doch auch so genannte "Problemhunde" mit ihren Besitzern gehören zu ihren Patienten.

Eine Dreiviertel-Stelle hat Tanja Maasjost noch als Stationsleiterin in einer psychologischen Tagesklinik – diese aber für Menschen. "Dennoch passt das natürlich gut zusammen", sagt sie schmunzelnd. Die Arbeit mit Hund und Herrchen oder Frauchen macht sie nebenberuflich und selbstständig. "Ich bin mit verschiedenen Hundepersönlichkeiten groß geworden, habe die Tiere immer viel beobachtet", erzählt die Kaunitzerin.

Vor rund fünfeinhalb Jahren kamen dann die Mischlingshündinnen Maja und Lilo zu ihr, die eigentlich der Anlass gewesen seien, Hundepsychologin zu werden. "Beide hatten eine problematische Zeit hinter sich, und ich habe sofort gemerkt, dass mit diesen Hunden irgendetwas anders war, als mit denen, die ich zuvor kannte."

Beide waren sogenannte "Problemhunde". Jeder zeigte auf seine spezielle Weise auffälliges Verhalten. Maja, ein großer, goldbrauner Mischling, sei sieben Monate alt gewesen, kam aus Griechenland, hatte vermutlich viel Stress als Welpe und keine richtige Bezugsperson. "Sie neigt noch heute dazu, leicht zu überdrehen und braucht eine liebevolle und bestimmte Hand", sagt Tanja Maasjost und streichelt der goldbraunen Hündin über den Kopf.

"Lilo hole ich jetzt mal. Die hat Angst vor fremden Menschen und ist ein so genannter ,Angsthund‘. Sie ist überhaupt nicht sozialisiert, vielleicht sogar misshandelt worden und wurde ausgesetzt." Am besten sei es, ihr zunächst nicht direkt in die Augen zu gucken und sie einfach zu ignorieren, rät Tanja Maasjost. "Wenn sie ein fremder Mensch direkt anschaut und sich auf sie zubewegt, dann empfindet sie das als Bedrohung und reagiert mit Angst-Aggression, also mit Knurren und Bellen, in das sie sich so richtig reinsteigern kann." Mit dem richtigen, auf den Hund abgestimmten Verhalten könne auch problematischen Hunden begegnet werden – das zeigt sich auch, als Tanja Maasjost mit der kleinen, milchkaffeefarbenen Hündin um die Ecke kommt. Nicht angeschaut und einfach ignoriert, kommt sie sogar von selbst vorsichtig näher, um zu schnuppern, und gibt keinen Mucks von sich.

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