Johannes Gerlach, Hagen Wendt und Hannes Enderweit (v. l.) vom Team der "Glorreichen Puchisten" wollen am kommenden Samstag beim Mofarennen in Espeln erneut den Siegerpokal erringen. Mit der getunten Puch Maxi N Baujahr 1984 hatten sie 2010 den Renntag gewonnen. Davon zeugt der wuchtige Pokal, den Wendt in Händen hält. - © FOTO: HUBERTUS EBBESMEYER
Johannes Gerlach, Hagen Wendt und Hannes Enderweit (v. l.) vom Team der "Glorreichen Puchisten" wollen am kommenden Samstag beim Mofarennen in Espeln erneut den Siegerpokal erringen. Mit der getunten Puch Maxi N Baujahr 1984 hatten sie 2010 den Renntag gewonnen. Davon zeugt der wuchtige Pokal, den Wendt in Händen hält. | © FOTO: HUBERTUS EBBESMEYER

Verl-Kaunitz Mit der 11 auf Platz 1

Die Glorreichen Puchisten aus Kaunitz träumen vom Sieg beim Mofarennen in Espeln

VON HUBERTUS EBBESMEYER

Verl-Kaunitz. 2009 waren sie 36., ein Jahr später die Sieger, 2011 landeten sie erneut auf dem 36. Platz und im vergangenen Jahr hatten sie einen Totalausfall noch vor dem Start. Wahrlich: Die "Glorreichen Puchisten" aus Kaunitz haben beim Mofarennen in Espeln ein Wechselbad der Gefühle erlebt. Daher haben sie sich für die 6. Auflage der Acker-Rundfahrt am kommenden Samstag, 6. April, ein verhaltenes Ziel gesetzt: "Wenn wir unter die ersten Zehn kommen, wäre das schon ein Erfolg", sagt Johannes Gerlach.

Er und seine Teamkollegen Bruno Esken, Hagen Wendt, Hannes Enderweit, Mark Ullrich, Matthias Feldmann und Robin Kleinegrauthoff sind, was das Mofafahren anbelangt, in ihrer Jugend stehengeblieben. "Puch Maxi zu fahren, das war damals Kult", sagt Wendt. Doch mit einer normalen Maxi N kämen sie beim Feld-Moto-Cross in Espeln nicht weit. "Wir haben eine originale Maxi N von 1984 ein wenig modifiziert", sagt er augenzwinkernd.

Information

Das Mofarennen in Espeln

Die Glorreichen Puchisten nehmen zum fünften Mal am Mofarennen in Espeln teil.

Dieses beginnt am Samstag, 6. April, um 13 Uhr mit einem freien Training, gefolgt vom Training zur Ermittlung der Startaufstellung.

Das Rennen selbst auf dem Rundkurs hinter dem Bürgerhaus beginnt um 15 Uhr und dauert vier Stunden.

Um 19 Uhr beginnt im Festzelt die Renn-Party, deren Bestandteil um 20 Uhr die Siegerehrung sein wird.

In der Werkstatt seines Anwesens an der Brandkuhle in Kaunitz steht das rote "Mopped", mit dem sie am Samstag punkten wollen. "Es macht einfach riesigen Spaß, in Espeln anzutreten. Im vergangenen Jahr waren rund 5.000 Zuschauer da", erinnert er sich an die Atmosphäre auf dem Rundkurs und im Fahrerlager. Doch bei dem Rennen hatten die Kaunitzer, trotz akribischer Vorbereitung, gar nicht starten können. "Beim freien Training war uns der Motor gerissen", beschreibt Johannes Gerlach die missliche Situation. "Natürlich waren wir ersatzteilmäßig vorbereitet und hätten den Motor kurzfristig noch austauschen können." Doch das Reglement verbietet das.

Diesmal wollen die Glorreichen Puchisten mehr herausholen. Vorbereitet sind sie. "Die Maschine ist fit. Sie hat manchen Trainingslauf erfolgreich absolviert, und auch der Fahrer hat sich schon mit der Maschine eingefahren", sagt Hagen Wendt, der darauf hofft, dass beim Rennen kein Schnee mehr liegt wie bei den Trainingsfahrten in seinem Garten.

Von der 29 Jahre alten Maxi N, deren Rahmen Hagen Wendt seinerzeit für gerade einmal 50 Euro gekauft hat, ist nach der Umarbeitung durch die Kaunitzer nicht mehr viel Originales geblieben. "Wir haben den Motor auf eine Leistung von 10,5 PS tunen lassen", sagt Schrauber Hagen Wendt. Ab Werk verfügte das Mofa gerade einmal über 1,5 PS.

Die Gabel wurde massiv verstärkt, die Bremsanlage besteht aus hydraulischen Scheibenbremsen, die Kette stammt von einem Motorrad. Johannes Gerlach: "Die normale Kette würde schnell reißen." Hinten besitzt die Puch ein sogenanntes Cantilever-Monofederbein, "und wir haben dicke Puschen eingesetzt", bezieht sich Wendt auf die opulente Bereifung, die "aus Cross-Reifen aus dem Off-Road-Bereich" stammt.

Je nach Übersetzung erreicht das "leicht modifizierte Mofa" eine Spitzengeschwindigkeit von 120 Kilometern pro Stunde, sagt Fahrer Hannes Enderweit. "Auf dem Feld in Espeln ist das natürlich nicht realisierbar", weiß Hagen Wendt. "2010, bei unserem Sieg, waren wir mit durchschnittlich 48 km/h unterwegs", erinnert er sich an die glorreichste Zeit der Glorreichen Puchisten. Von dieser zeugt noch der wuchtige Siegerpokal, den das Kaunitzer Team nach Erreichen des 1. Platzes seinerzeit jubelnd gen Himmel gereckt hatte.

"Das Schöne ist, wir sind wirklich ein echtes Team", loben Gerlach, Enderweit und Wendt die Mannschaft. Denn nicht nur das Tuning, nicht nur das Begleiten während der vier Stunden auf dem Espelner Acker, auch beim Betanken ist Teamgeist gefragt. "Das Betanken geschieht bei uns beinahe auf Formel-1-Niveau", sagt Wendt nicht ohne Stolz. "Da liegen wir mit etwas mehr als acht Sekunden ganz gut im Rennen."

Ob die Glorreichen Puchisten damit nach vier Stunden in der Gesamtwertung vorn liegen, werden sie am Samstag gegen 19 Uhr wissen. Ein Sieg wäre für sie das Größte. Und darauf soll die Startnummer hinweisen: "Die 11 bedeutet doch, dass wir zweimal auf Platz 1 landen", lacht Hagen Wendt. "Einmal hatten wir das ja schon." 

Copyright © Neue Westfälische 2019
Texte und Fotos von nw.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist deaktiviert.

nw.de bietet Ihnen unter vielen Artikeln und Themen die Gelegenheit, Ihre Meinung abzugeben, mit anderen registrierten Nutzern zu diskutieren und sich zu streiten. nw.de ist jedoch kein Forum für Beleidigungen, Unterstellungen, Diskriminierungen und rassistische Bemerkungen. Deshalb schalten wir bei Artikeln über Prozesse, Straftaten, Demonstrationen von rechts- und linksradikalen Gruppen, Flüchtlinge usw. die Kommentarfunktion aus. Näheres dazu lesen Sie in unseren Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion (Netiquette) und in dem Kommentar unseres Chefredakteurs Thomas Seim zur Meinungsfreiheit im Forum der NW.

realisiert durch evolver group