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So sollen die neue Gesamtschule und das Hallenbad nach dem Siegerentwurf des Büros "4A Architekten" wirken. - © 4A Architekten Stuttgart
So sollen die neue Gesamtschule und das Hallenbad nach dem Siegerentwurf des Büros "4A Architekten" wirken. | © 4A Architekten Stuttgart

Verl Gesamtschule und Hallenbad in Verl werden deutlich teurer

Die Architekten müssen nachbessern. Die Kostenobergrenze von 29 Millionen Euro wird um deutlich mehr als zehn Prozent überschritten.

Roland Thöring
05.09.2019 | Stand 05.09.2019, 16:26 Uhr

Verl. Vor den Sommerferien hatte es sich bereits angedeutet, nun ist es sicher: Die beiden noch im Rennen befindlichen Entwürfe der Büros „4A Architekten" aus Stuttgart und Schlattmeier Architekten aus Herford für den Umbau und die Erweiterung der Gesamtschule und den Neubau des Hallenbades reißen die von der Stadt festgesetzte Kostenobergrenze von 29 Millionen Euro. In einer nichtöffentlich tagenden interfraktionellen Runde informierte Bürgermeister Michael Esken die Vorsitzenden der Ratsfraktionen über das Ergebnis der Untersuchung des eingeschalteten Projektmanagers Eisenmenger Co-Operation GmbH aus Osnabrück. Danach liegen beide Entwürfe mit deutlich mehr als zehn Prozent über der Höchstgrenze der Baukosten. Konkrete Zahlen genannte Esken in der Runde wie auf Nachfrage nicht. Kostenexplosion beim neuen Baubetriebs- und Wertstoffhof Wie berichtet hatten die schlechten Erfahrungen mit der Kostenexplosion beim neuen Baubetriebs- und Wertstoffhof die Stadt vorsichtig werden lassen. Erstmals im Rahmen eines Architektenwettbewerbs hatte sie deshalb die Überprüfung der preisgekrönten Entwürfe hinsichtlich der versprochenen Baukosten zwischengeschaltet. Die dabei ermittelten Zahlen sollen jetzt in einem „Aufklärungsgespräch" mit den im Wettbewerb verbliebenen beiden Büros erörtert werden. Dies soll in den kommenden vier Wochen geschehen. Wollen sie nach wie vor für den Auftrag infrage kommen, müssen die Architekten nachbessern und Einsparmöglichkeiten finden. Anders als beim Bauhof hat die Stadt für Gesamtschule und Hallenbad ein so genanntes standardisiertes Vergabeverfahren gewählt. Damit will sie erreichen, dass die beiden Entwürfe vergleichbar sind. „Die 29 Millionen Euro ermöglichen den baulichen Standard", sagte Esken gestern auf Nachfrage. Für den Fall, dass die Architekten in ihren Entwürfen etwas vorgeschlagen haben, was über diesem Standard liegt, müssten sie dies auf das Standardmaß zurückführen, damit die Entwürfe vergleichbar bleiben. Mehr als 29 Millionen Euro investiert Das schließt am Ende nicht aus, dass die Stadt doch mehr als 29 Millionen Euro investiert. Esken: „Wir befinden uns noch in einer Phase mit einer unscharfen Berechnung. Wir sprechen noch nicht über eine Genehmigungs- oder Ausführungsplanung." In dieser späteren Phase könne es durchaus passieren, dass sich durch Gespräche mit den künftigen Nutzern Zusatzwünsche ergeben, die auch umgesetzt werden sollen. Ausgaben für damit verbundene Mehrkosten muss der Rat aber erneut beschließen. Der jetzt vorgegebenen Standard orientiert sich am pädagogischen Konzept der Schule. Bei dem Projekt Gesamtschule/Hallenbad handelt es sich um das volumenmäßig größte Bauvorhaben der Stadtgeschichte. Vorgesehen ist ein Neubau für die Gesamtschule in einer Größenordnung von rund 6.000 Quadratmetern. Hinzu kommen 4.800 Quadratmeter Gebäudebestand, der umgebaut und saniert werden muss. Auf weiteren 4.300 Quadratmetern sind Instandsetzungsarbeiten erforderlich. Hinzu kommt der Hallenbad-Neubau mit rund 3.000 Quadratmetern. Umsetzung des Projekts würde sich erheblich verzögern Anders als bei der Planung für den erheblich teurer gewordenen Bauhof hat die Stadt zum jetzigen Zeitpunkt noch keinen Vertrag mit dem späteren Architekten geschlossen. Deshalb ist es auch nicht völlig ausgeschlossen, dass der eine und oder andere Kandidat an seinem Entwurf keine Abstriche machen möchte und abspringt. Die Umsetzung des Projektes würde sich dadurch allerdings erheblich verzögern. Der Wettbewerb war im November 2018 ausgeschrieben worden. Acht Büros hatten sich beworben. Als Gewinner kürte das Preisgericht Anfang März die „4A Architekten" aus Stuttgart. Der zweite Preis ging an das Berliner Büro FAR Frohn und Rojas aus Berlin, der dritte an Schlattmeier Architekten aus Herford. FAR Frohn und Rojas sind bereits aus dem Rennen.

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