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Hilfsbereit: Gabriele Gievers spendet die Hälfte ihrer Einnahmen im Haus Bunte Vielfalt an die Organisation Plan International. Der Verein stellt den Kontakt zu ihrem Patenkind, einem Mädchen in Guatemala, her. - © Ingo Müntz
Hilfsbereit: Gabriele Gievers spendet die Hälfte ihrer Einnahmen im Haus Bunte Vielfalt an die Organisation Plan International. Der Verein stellt den Kontakt zu ihrem Patenkind, einem Mädchen in Guatemala, her. | © Ingo Müntz

Verl In Verl gibt es jetzt einen Flohmarktladen

Die Verlerin Gabriele Gievers spendet die Hälfte ihrer Geschäfts-Einnahmen. In dem Laden gibt es tatsächlich fast alles. Sogar Patenschaften mit Kindern in aller Welt.

Ingo Müntz
19.08.2019 | Stand 19.08.2019, 13:15 Uhr

Verl. Es kam so einiges zusammen. „Ich wollte mal das Haus entrümpeln, das Ladengeschäft stand leer und ich hatte diese Idee mit dem Flohmarktladen", sagt Gabriele Gievers. Und das fehlende Puzzlestück für den neuen Laden war die „Patenschaft, die ich für Maria übernommen habe". Das ist gut drei Jahre her. Maria ist heute 13 Jahre alt. Sie wohnt in Guatemala und profitiert von dieser Patenschaft. Gleichzeitig profitiert auch der Verein, der diese Patenschaften vermittelt. „Fünfzig Prozent des Geldes, das ich im Haus Bunte Vielfalt einnehme, geht an Plan International." An der Österwieher Straße steht am Rande jetzt dieser Kessel Buntes. Würde ein Kunde mit zehn Euro in den Laden kommen, würde Gabriele Gievers ihm drei Artikel empfehlen. „einmal habe ich zum Beispiel Modeschmuck, eine Halskette wäre doch ganz nett. Dann zum Beispiel eine Handtasche und zum Schluss vielleicht noch eine Schallplatte", sagt sie und deutet auf den Plattenspieler. Dort läuft schon seit einiger Zeit das Sade-Album „Promise" von 1985. „Das würde ich dazu empfehlen", sagt sie und blättert im gut erhaltenen Cover. Den Nachschub am Bekleidung, Büchern, CDs, Schuhen oder Hüten bekommt sie von Freunden oder Kunden. „Dafür habe ich ein Rabattsystem entwickelt. Statt in bar auszuzahlen bekommen die Menschen eine Rabattkarte. Das wird dann verrechnet, wenn sie hier Artikel kaufen." Bis es dahin kam musste erst der Raum hergerichtet und das Dach abgedichtet werden. Die Brüder haben als Malermeister Farbe an die Wände geworfen und „Freunde aus Eritrea haben mir geholfen die alte braune Holzdecke herunterzureissen", so Gievers. Der Kontakt zur Patin läuft über den Verein Die Organisation Plan setze sich international für Kinderrechte ein und vermittele Patenschaften, erzählt sie. „Ich würde mich freuen neben den Spenden auch Patenschaften zu generieren. Denn mit den 28 Euro pro Monat hilft man den Kinder, in diesem Fall den Mädchen sehr", sagt Gabriele Gievers. „Der direkte Kontakt zu meiner Patin in Guatemala läuft über Briefe, Fotos und ein paar wenige Geschenke, die man machen darf. Im Gegenzug erfahre ich einiges über Land und Kultur." Ganz direkt fördere das Geld die dortige Gemeinde, ermögliche dem Mädchen den Schulbesuch, die Busfahrt und Schulmittel zu erwerben. Seit gut 20 Jahren arbeitet die 53-Jährige als Grafik Designerin. Das war eines Tages nicht mehr genug. „Zudem war ich immer Einzelkämpfer und wollte einfach auch mal mehr Kontakte haben." die hat sie jetzt. Die Verler Menschen kommen und gucken, prüfen und probieren. Das wollte alles vorbereitet sein. „Zur Eröffnung Anfang Juli sollte zum Beispiel die gesamte Bekleidung gereinigt und gebügelt sein", sagt sie und erinnert sich gut, sich ein wenig übernommen zu haben. „Ich habe das wirklich unterschätzt und hier stundenlang gestanden und gebügelt." Im Regal steht ein Bügeleisen, verkäuflich. Hinter dem Tresen eines auf dem Bügelbrett, unverkäuflich. „Ich gehe den Flohmarktladen jetzt erstmal ganz entspannt an und schaue, wie der sich bis ins kommende Jahr entwickelt. Und solange ich Spenden und Kosten für das Geschäft reinhole ist doch alles gut", sagt sie und im Hintergrund säuselt Sade „Never as good as the first Time..."

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