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Am 16. Juli kam es auf der Paderborner Straße/Ecke Bielefelder Straße zu einem folgenschweren Unfall. - © Ingo Müntz
Am 16. Juli kam es auf der Paderborner Straße/Ecke Bielefelder Straße zu einem folgenschweren Unfall. | © Ingo Müntz

Verl Nach Frontal-Crash: Diese Unfallkreuzung soll jetzt sicherer werden

Vor knapp zwei Wochen wurden bei einem schweren Unfall in Verl fünf Menschen verletzt. Jetzt werden Forderungen nach einer erneuten Untersuchung der Abbiegesituation laut.

Ingo Müntz
31.07.2019 | Stand 31.07.2019, 19:46 Uhr

Verl. Der Unfall war für viele ein Schock: Fünf Verletzte, davon zwei Schwerverletzte und reichlich Sachschaden. Am 16. Juli hatte ein Autofahrer aus Kaunitz kommend beim Linksabbiegen den entgegenkommenden Verkehr missachtet. Es kam auf der Bielefelder Straße Ecke Paderborner Straße zu einem folgenschweren Crash. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen will diese Risiken künftig verringern. Sie beantragt eine „Verbesserung der Sicherheit an der Kreuzung". Demnach möge die Verwaltung beim zuständigen Landesbetrieb Straßen NRW darauf hinwirken, dass die Sicherheit an der Kreuzung von Paderborner- und Bielefelder Straße überprüft und verbessert werde. Reicht die installierte Blinkampel? Die Fraktion begründet ihre Forderung damit, dass es an der Kreuzung seit 2010 immerhin 19 registrierte Unfälle gegeben habe und die Kreuzung zwischenzeitlich als Unfallschwerpunkt eingestuft wurde. Zwar wurde ein zusätzliches Blinklicht, eine so genannte Räumampel, installiert. Doch die Steuerung sei zur Zeit ungenau und nicht zuverlässig. „Der jüngste Unfall ist ein Indiz dafür, dass diese Ampel nicht ausreicht und eine Linksabbiegerampel die notwendige Konsequenz sein muss", sagt der Fraktionsvorsitzende Johannes Wilke. „Daher halten wir eine erneute Prüfung der Sicherheit durch den Landesbetrieb Straßen NRW für dringend geboten. Um die Sicherheit zu verbessern, sollte geprüft werden, eine Linksabbiegerampel mit Grünpfeil zu installieren und optional zusätzlich im Kreuzungsbereich die zulässige Höchstgeschwindigkeit von derzeit 70 km/h auf 50 km/h abzusenken." Das Blinklicht werde zum Beispiel auch dann nicht wahrgenommen, wenn verstärkter Lkw-Verkehr in der Kreuzung unterwegs sei. "Ganz normaler Unfall" Im Fachbereich Sicherheit und Ordnung stößt der Vorschlag aktuell auf wenig Begeisterung. „Zumal wir das alles schon einmal geprüft haben", sagt Leiter Werner Landwehr. „Es gab diverse Überlegungen. Gemeinsam mit Straßen NRW, der Bezirksregierung und der Polizei haben wir überlegt, was man tun könnte." Denn trotz der zusätzlichen Blinkampel habe ein Autofahrer den Gegenverkehr übersehen. Die Polizeisprecherin hatte den Unfall im Juli eingeschätzt als „ganz normalen Unfall, wenn man mal von der Zahl der Verletzten absieht, wie er im Kreis Gütersloh leider täglich vorkommt. Ohne besondere Auffälligkeiten bei der Fahrsituation". Das würde zu zusätzlichen Verzögerungen führen Sicherlich könnte eine Linksabbiegerspur eingerichtet werden, sagt Werner Landwehr. Doch zum einen müsse man berücksichtigen, dass täglich tausende Autofahrer die Kreuzung ohne Probleme passieren. „100.000 schaffen es und einer passt nicht auf." Zum anderen würde eine Ampel unterschiedliche Auswirkungen nach sich ziehen. „Es wird für die Fahrer aus Richtung Kaunitz Stau auf der Abbiegespur bedeuten. Und wenn dieser Stau bis auf die geradeaus führende Spur zurückreicht, geht gar nichts mehr." Das wiederum würde zu zusätzlichen Verzögerungen führen. Der Individualfehler bliebe, den könne auch eine weitere Aufstockung von Verkehrsregelungen nicht verhindern, so Landwehr. „Bei den tödlichen Unfällen der vergangenen Jahre hat es sich immer um gravierende menschliche Fehler gehandelt. „Angefangen mit zu hoher Geschwindigkeit oder Unaufmerksamkeit. Wovor wir immer wieder warnen, ist der Gebrauch von Mobiltelefonen." Die letzte Nachricht kann die wirklich letzte sein.

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