Die jungen Skater und BMX-Fahrer kommen auf der Skateranlage und BMX-Radcrossbahn in Verl auf ihre Kosten. Die Zuschauer übrigens auch. - © Karin Prignitz
Die jungen Skater und BMX-Fahrer kommen auf der Skateranlage und BMX-Radcrossbahn in Verl auf ihre Kosten. Die Zuschauer übrigens auch. | © Karin Prignitz

Verl Skateranlage und BMX-Radcrossbahn: Sportgelände in Verl wird überplant

Ideenschmiede: Kinder und Jugendliche bringen bei der Überplanung des Freizeit- und Sportgeländes viele Ideen ein. Jetzt muss die Stadt entscheiden, welche sie aufgreift.

Karin Prignitz
12.07.2019 | Stand 12.07.2019, 11:01 Uhr

Verl. Wenn es um die Gestaltung ihres Freizeitbereiches geht, dann sind Kinder und Jugendliche selbst wohl die besten Experten. Schon einige Male haben sie sich mit ihren Ideen und kreativen Vorschlägen in Verl einbringen dürfen. Jetzt hat es eine weitere Beteiligungsaktion gegeben. Diesmal ging es um die Überplanung des Freizeit- und Sportgeländes am Verler Sportzentrum. Zuletzt hatten rund 60 Kinder an der Neugestaltung eines Spielplatzes am Schmiedestrang mitgewirkt. „Die Wünsche waren keineswegs illusorisch, sondern fast durchweg realistisch", lobte der Erste Beigeordnete Heribert Schönauer. Kreativität der Jugendlichen soll genutzt werden Die Kreativität soll weiterhin genutzt werden. Während die gesammelten Ideen für die Spielfläche aufgearbeitet werden, stand schon die nächste Aktion an. Auch diesmal kamen mehr als 50 Jugendliche, die sehr konkrete Vorstellungen mitbrachten. Heribert Schönauer erinnerte an einen Bürgerantrag der Kolpingsfamilie Verl, in dem sich der Vorstand vor einigen Jahren für die Schaffung eines Platzes mit Aufenthaltsqualität für Familien am Schmiedestrang im Bereich der Skateranlage ausgesprochen hatte. Einer der Gründe war der Wegfall des Grillplatzes auf dem Schulhof der ehemaligen Brisse-Schule, die in die Kita „Abenteuerland" verwandelt worden und im Jahr 2014 an den Start gegangen war. Der Bereich am Sportzentrum schien bestens geeignet. Platz und Stadtnähe sind gegeben. Die Stadt gab eine Machbarkeitsstudie in Auftrag und stimmte sich mit dem Arbeitskreis Familie von Kolping ab. Ein Park soll ausdrücklich nicht entstehen Dass Skateranlage und BMX-Radcrossbahn sehr gut frequentiert sind, hätte Heribert Schönauer kaum hervorheben müssen. Die vielen Nutzer sprachen für sich. An einem langen Tisch versammelten sich Jugendliche gemeinsam mit Johanna Großelümern vom Planungsbüro Wolf, mit Vertretern der Stadt, dem Jugendamt, Skateparkexperte Andreas Bast von X-Move Berlin sowie BMX-Experte Kai Schugk aus Bielefeld. Ein Park soll ausdrücklich nicht entstehen, das betonte Heribert Schönauer, „sondern eine Spiel- und Freizeitanlage". Viele Ideen zur künftigen Gestaltung sind während der Beteiligungsaktion gesammelt worden. Sie sollen gesichtet und sortiert werden. „Nach den Sommerferien wird es einen weiteren Termin geben", kündigte Schönauer an. „Dann wird das ganze Paket vorgestellt, letzte Anregungen und Kritik gesammelt." Das Ganze soll Jugendhilfeausschuss und Rat präsentiert werden. Fest steht bereits, dass der Spielbereich öffentlich sein und nicht umzäunt wird und dass die Skateranlage mit ihren intakten Elementen am jetzigen Standort nahe des Stadions bleibt. Vorstellbar wäre hier eine Vergrößerung, beschlossen sei aber noch nichts, betont der Beigeordnete und verweist darauf, dass das Feld der Yaks unangetastet bleiben soll. Erhalten bleiben soll außerdem die begehrte Rollhockeybahn und Basketballfläche. Sie könnte, das ist eine Idee, von quer auf längs gedreht werden – parallel zur Baumreihe. In einem Zuge könnte die bisherige Straße rechts neben die Bahn verlegt werden und vor der Baumreihe Parkplätze entstehen. "Man muss all diese Ideen nur abgreifen" Jugendliche, die das Angebot regelmäßig nutzen, wünschen sich „mehr Tische und Bänke, mehr Licht und Mülltonnen". Auch ein überdachter Treffpunkt steht ganz oben auf der Wunschliste. Für die Skateranlage äußerten einige junge Nutzer den Wunsch nach einer großen Plattform. Damit ein großer Spiel- und Freizeitbereich entstehen kann, wird wohl der Bolzplatz verkleinert. Man werde nicht die gesamte Wunschliste umsetzen können, sagt Schönauer. Viele Vorschläge würden aber mit einfließen. „Sie haben so viele Ideen, die muss man nur aufgreifen", hebt auch Patrick Bullermann, Fachbereichsleiter Jugend der Stadt, hervor. Bevor der Politik der endgültige Plan vorgelegt wird, muss ein Schallgutachten her. Die Erfahrung zeigt, dass das dauern kann. „Ziel ist es, das bis zum Oktober hinzubekommen", sagt Heribert Schönauer. „Am 8. Oktober wird der Haushalt eingebracht." Für die Gesamtmaßnahme seien knapp 1,4 Millionen Euro veranschlagt. Geld, wie Schönauer hervorhebt, das gut angelegt sei. Technische Planung, Kosten und die Entscheidung der Politik, das alles müsse zusammenspielen.

realisiert durch evolver group