Neubau: Das Caritas-Haus St. Anna soll innerhalb der nächsten 20 Monate einen Anbau erhalten. Damit will die Einrichtung die seit dem 1. August 2018 geltende Einzelzimmerquote erfüllen. Das dreigeschossige Gebäude wird auf dem heutigen Mitarbeiterparkplatz neben der Marienkapelle errichtet. In der grafischen Darstellung des Architekturbüros steht der Betrachter auf der gegenüberliegenden Seite der St.-Anna-Straße in der Zufahrt zum Parkplatz des Schulzentrums. - © Architekturbüro Brockmeyer und Partner
Neubau: Das Caritas-Haus St. Anna soll innerhalb der nächsten 20 Monate einen Anbau erhalten. Damit will die Einrichtung die seit dem 1. August 2018 geltende Einzelzimmerquote erfüllen. Das dreigeschossige Gebäude wird auf dem heutigen Mitarbeiterparkplatz neben der Marienkapelle errichtet. In der grafischen Darstellung des Architekturbüros steht der Betrachter auf der gegenüberliegenden Seite der St.-Anna-Straße in der Zufahrt zum Parkplatz des Schulzentrums. | © Architekturbüro Brockmeyer und Partner

Verl Caritas-Haus St. Anna: Umbau soll im Sommer 2020 fertig sein

Caritas-Haus St. Anna: Nach der Umplanung soll der Umbau des Altenheims noch 3,5 statt 6,5 Millionen Euro kosten. Die Zahl der Pflegeplätze sinkt von 98 auf 82. Die Zukunft des alten Krankenhauses ist offen

Roland Thöring
11.01.2019 | Stand 11.01.2019, 17:55 Uhr

Verl. „1 E 5": Das ist die Bezeichnung der Planungsvariante, die nun umgesetzt werden soll. Matthias Timmermann, Vorstand des Caritasverbandes für den Kreis Gütersloh, bemühte sich gestern um Detailinformationen, um zu begründen, warum der erforderliche Umbau des Pflegeheims Caritas-Haus St. Anna erst jetzt beginnt: „Wir waren mal bis ,Variante 7‘ gekommen – mit diversen Untervarianten." Die lange Planungsphase seit 2014 habe sich aber gelohnt, sagte Timmermann bei der Vorstellung des Vorhabens vor der Presse: Das Projekt werde nicht nur 3 Millionen Euro billiger als anfangs gedacht, die Bauphase soll auch die Belastungen für Bewohner und Personal reduzieren. Für 3,5 Millionen Euro wird demnach auf dem Gelände des heutige Mitarbeiterparkplatzes neben der Marienkapelle ein dreigeschossiger Anbau entstehen, der sich um den Anbau aus dem Jahr 1990 legt. Einzugstermin ist der September 2020. Der ausschließliche Umbau des Bestandes kam wegen des damit verbundenen immensen Aufwandes nicht in Betracht. Große Teile des Altenheims wären dann längere Zeit unbewohnbar gewesen. Mehr Einzelzimmer werden benötigt Seit dem 1. August 2018 müssen bestehende Pflegeheime 80 Prozent ihrer Plätze in Einzelzimmern anbieten. Das frühere St.-Anna-Haus, das seit dem Trägerwechsel von der katholischen Kirchengemeinde zur Caritas „Caritas-Haus St. Anna" heißt, verfügt regulär über 98 Pflegeplätze, verteilt auf 36 Einzel- und 31 Doppelzimmer – das entspricht einer Einzelzimmerquote von 36,7 Prozent. Nachdem die Einrichtung die seit dem Jahr 2003 bekannte Quote nicht rechtzeitig erfüllte, hat der Kreis Gütersloh als Heimaufsicht für zehn Plätze eine Wiederbelegungssperre verhängt. Derzeit verfügt das Heim also über 88 vollstationäre Pflegeplätze. Nach erfolgtem Umbau soll das Haus 82 Bewohnern einen Pflegeplatz bieten und das in 66 Einzel- und acht Doppelzimmern. Die gesetzliche Vorgabe wird dann erfüllt: Die Quote beträgt künftig 80,5 Prozent. Als die Caritas das Heim im vergangenen Jahr übernahm, sah die Planung noch vor, die Zahl der Plätze lediglich um fünf auf 93 zu reduzieren. Das hätte aber einen größeren Eingriff in die bestehende Substanz bedeutet, sagten Timmermann und Architekt Martin Brockmeyer aus Bad Lippspringe. Der Neubau war da bereits vorgesehen, doch sollte zusätzlich auch der jetzt als „Alt-Neubau" bezeichnete Gebäudeteil aus dem Jahr 1990 umgebaut werden. Dessen Struktur und räumliche Aufteilung bleibt nun unangetastet, lediglich Brandschutz und Haustechnik sollen modernisiert werden. In dem Gebäude verbleiben 26 der später insgesamt 74 Zimmer. Betreiber legen Investitionskosten auf Bewohner um „Für die Modernisierung des Alt-Neubaus kommt noch ein bisschen was auf die 3,5 Millionen Euro drauf. Aber längst nicht so viel, als würden wir komplett umbauen", sagte Timmermann. Für die große Lösung waren Baukosten in Höhe von 6,5 Millionen Euro veranschlagt – Investitionskosten werden von den Heimbetreibern aber auf die Bewohner umgelegt und sind von diesen oder bei Bedürftigkeit vom Sozialamt zu tragen. Aktuell kommt zum Pflegesatz ein von den Bewohnern zu zahlendes tägliches Investitionsentgelt in Höhe von 15 Euro hinzu. Das werde dank der geringeren Baukosten weniger stark steigen, so Timmermann. Wenn der Neubau im Sommer kommenden Jahres fertig gestellt ist, sollen die Bewohner aus dem 1990 errichteten Teil des Altenheims dorthin umziehen. Nach Abschluss der Modernisierungsarbeiten im Alt-Neubau ziehen dort dann die heute im Altbau, dem früheren St.-Anna-Krankenhaus, untergebrachten Bewohner dort ein. Planung für Obergeschoss noch offen Was aus diesem Teil des Hauses wird, ist noch offen. Fest steht, dass Küche, Wäscherei und die Räumlichkeiten des Hausmeisters im Keller verbleiben. Was in den oberen Geschossen geschieht, sei jedoch noch völlig offen, sagte Timmermann. Er kann sich vorstellen, dass dort die Caritas-Tagespflege einzieht, die heute noch in einem angemieteten Nachbargebäude untergebracht ist. „Das ist Zukunftsmusik für die nächsten zwei bis drei Jahre." Sicher ist: Das Gebäude wird nicht abgerissen – ein Gedanke, den der Träger einmal hatte, der im Rathaus aber „nicht zu Beifallsstürmen" führte, wie Bürgermeister Michael Esken gestern sagte. Zwar stehe das ehemalige Krankenhaus nicht unter Denkmalschutz, doch handele es sich um ein geschichtsträchtiges Gebäude, das außerdem das Ortsbild prägt. „Deshalb haben wir uns da mal eingemischt." Nun wird der Mitarbeiterparkplatz überbaut. Ersatzstellplätze entstehen im Innenhof des Gebäudekomplexes. Das rund 10.400 Quadratmeter große Grundstück sei damit ausgereizt, merkte Pfarrer Karl Josef Auris an.

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