Julia Held vor einem der riesigen Schneeberge im österreichischen Hinterthal. Sie nimmt die Situation gelassen. „Die Stimmung ist trotzdem gut." - © Privat
Julia Held vor einem der riesigen Schneeberge im österreichischen Hinterthal. Sie nimmt die Situation gelassen. „Die Stimmung ist trotzdem gut." | © Privat

Verl/Hinterthal Verlerin steckt im Schneechaos in Österreich fest

Seit Sonntag ist Julia Held in Österreich. Mehr als 2,5 Meter Schnee liegen dort im Tal. Ob sie die Heimreise am Samstag wie geplant antreten kann, ist bislang unklar

Verl/Hinterthal. Es sollte eigentlich ein entspannter Urlaub mit Freunden werden. Eine Woche Schnee, Alpen-Panorama und Ski-Fahren. Dass diese Tage so aufregend werden, hätte die Verlerin Julia Held vorher wohl nicht geglaubt. Seit Sonntag ist die die 30-Jährige im österreichischen Hinterthal. Probleme gab’s allerdings schon bei der Anreise mit dem Bus. Die Straßen waren teilweise so verschneit und glatt, dass der Bus nicht schneller als 25 km/h schnell fahren konnte. Mehr als zehn Stunden brauchte der Bus alleine bis nach München. Und dann der Super-Gau in Österreich. Kurz vor ihrem Reiseziel Hinterthal war Endstation. „Wir standen vor einer Lawine und die Zufahrt zum Ort musste gesperrt werden." Feuerwehr und Einsatzkräfte des Katastrophenschutzes hätten dann schließlich entschieden, dass eine Weiterfahrt zu gefährlich sei. Mit Hilfe einer Polizei-Eskorte wurde die Reisegruppe in den nächstgelegen Ort gebracht. „Wir mussten dann erst noch eine Nacht in Maria Alm in einer anderen Unterkunft übernachten." Mittlerweile sind sie und ihre Reisegruppe aus Freunden und Bekannten zwar in ihrer gebuchten Unterkunft in Hinterthal angekommen, die geplanten Ski-Touren mussten sie aber größtenteils absagen. „Die Verhältnisse sind nicht wirklich gut. Es schneit ununterbrochen. Die Maschinen kommen kaum nach." Und ein Ende ist noch nicht in Sicht. Auch für die nächsten Tage ist weiterhin Neuschnee angesagt – mit Temperaturen bis zu minus sieben Grad. Held war vor drei Jahren schon mal in Hinterthal – viele aus der 22-köpfigen Truppe sind mittlerweile schon das vierte Mal in Folge in dem sonst so malerischen Ski-Örtchen in Österreich. So etwas wie in diesem Jahr habe aber keiner von ihnen jemals gesehen. „Auch die Menschen hier sagen, dass sie solche Schneemassen in den letzten vier Jahrzehnten noch nicht erlebt hätten – wenn nicht noch länger." Autos und Hütten sind unter den Schneebergen teilweise gar nicht mehr zu sehen, Lifte fahren nicht mehr. Unterkriegen lässt sich Julia Held aber nicht, sagt sie. Auch, wenn man sich jetzt anders als mit Ski-Fahren beschäftigen müsse. Die Reisegruppe ist erfinderisch geworden. „Wir bauen fleißig Schneebars und Schneemänner und machen uns nette Tage an der Hotelbar oder im Wellnessbereich." Kleiner Fernseh-Star dank Schnee-Massen Oder aber sie sammeln Fernseh-Erfahrungen. Tatsächlich stand Julia Held während ihrer Zeit in Österreich nämlich auch schon vor der Kamera. Ein Team von der RTL-Sendung Stern TV ist auf die Situation der Verlerin über die Social Media Plattform Instagram aufmerksam geworden. „Sie haben meine Stories gesehen und mich dann kontaktiert", erzählt sie. Kurz darauf reiste das Fernseh-Team an und filmte Held und ihre Reisegruppe – eine spannende Erfahrung für die Industriekauffrau. Ausgestrahlt wurde der Beitrag mit der Verlerin am Mittwochabend. Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an ⛷❌⛄️ #hinterthal Ein Beitrag geteilt von Jules (@juleshero) am Jan 10, 2019 um 9:09 PST Geplant ist eigentlich, dass Held und ihre Reisegruppe am Samstagmorgen die Heimreise antreten. Ob das aber auch tatsächlich klappt, ist bislang unklar. Dafür müsse nämlich die Bundesstraße freigegeben werden, sagt Held. „Aufgrund von Lawinengefahren gab es in den letzten Tagen meist Zeitfenster in denen rein und raus gefahren werden konnte."

realisiert durch evolver group