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Bürgermeister Michael Esken ist auf den Plattformen Facebook, Twitter und Instergram aktiv. - © Christian Geisler
Bürgermeister Michael Esken ist auf den Plattformen Facebook, Twitter und Instergram aktiv. | © Christian Geisler

Verl Ein Experte erklärt: Warum soziale Medien wichtig für Politiker sind

Bürgermeister Michael Esken ist im Netz aktiv und tritt dort in Kommunikation mit den Bürgern. Social-Media-Experte Guido Zetsche erklärt das Geheimnis hinter seinem Erfolg

Christian Geisler
29.09.2018 | Stand 28.09.2018, 16:38 Uhr

Verl. Webanalysten sind sich einig: Nutzer entscheiden innerhalb von zehn Sekunden, ob sie auf einer Webseite bleiben oder nicht. Im Durchschnitt wohlgemerkt. Wirksame Öffentlichkeitsarbeit will also gelernt sein – gerade in Sozialen Netzwerken, in denen die Aufmerksamkeitsspanne der User durch Reizüberflutung noch geringer ausfällt. Bedingt durch eine Vielzahl an Beiträgen, ist es schwierig mit seinen eigenen Posts herauszustechen. Auch die Politik ist bereits im digitalen Zeitalter angekommen. Bundeskanzlerin Angela Merkel oder US-Präsident Donald Trump machen es vor. Soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter dominieren dabei die Debatten. Aber auch kommunal sind immer mehr Politiker im Netz zu finden. Die Bürgermeister Tim Kähler aus Herford, Pit Clausen aus Bielefeld und Michael Dreier aus Paderborn mischen munter im World Wide Web mit. Keiner von ihnen ist aber so aktiv im Netz, wie Verls Bürgermeister Michael Esken. Er ist nicht nur auf drei verschiedenen Plattformen unterwegs, sondern nutzt sie auch vorbildlich, wie Experte Guido Zetsche von der Verler Internetagentur Zetsche & Co herausstellt. „In Sozialen Netzwerken geht es um Menschen. Das vergessen leider viele. Das oberste Ziel sollte es daher sein, relevante Inhalte für Menschen zu produzieren. Und das schafft Michael Esken." DIE ZIELGRUPPE IM BLICK Grundvoraussetzung für das Soziale Profil sei eine gute Kenntnis über die eigene Person. Ein Auftritt auf einer Digitalen Plattform erfordere ebenso eine klar definierte Zielgruppe. „Alles was man benötigt, ist ein klares Bild von sich selbst. Wer bin ich also? Was mache ich? Was kann ich?", sagt Zetsche. Sind diese Punkte geklärt, könne eine genau auf die Zielgruppe abgestimmte Kommunikation stattfinden. „Für den Bürgermeister sind das in erster Linie die Bürger aus Verl. In der Regel sind diese auf der Plattform Facebook zwischen 15 und 40 Jahre alt." Fortan gelte es, sich in die definierte Zielgruppe hineinzuversetzen und Einträge zu produzieren, die exakt ihren Themen entsprechen. AUS DEM LEBEN ERZÄHLT „Michael Esken macht das nahezu in Perfektion", sagt Guido Zetsche. Der Experte für Social-Media ergänzt: „Er schreibt über Dinge, die jeden interessieren. Er greift Themen aus dem alltäglichen Leben auf, berichtet zum Beispiel über Bauvorhaben." Für die Zielgruppe irrelevant seien „langweilige" Posts aus dem Rat. „Du musst konkreter werden. Konkreter in dem Umfang, als dass es auch persönlich ist", sagt Zetsche. Es interessiere die Menschen, was ein Bürgermeister den ganzen Tag treibt. Das bedeute nicht, dass auch Bilder der eigenen Familie ins Internet gestellt werden müssen. „Privates bleibt auch privat. Zu viel darf man auch nicht preisgeben", so Zetsche. „ IM AUSTAUSCH BLEIBEN „Aus Sicht der Zielgruppe würde ich von meinem Bürgermeister Bürgernähe erwarten", sagt der Experte von Zetsche & Co. Zum Auftritt eines Politikers oder Bürgermeisters innerhalb eines Sozialen Netzwerks sollte der Dialog mit Nutzern daher zum Alltag gehören. „Erhalte ich Reaktionen, muss ich darauf reagieren. Drei Tage später ist es dafür zu spät. Am besten passiert das sofort", erklärt Zetsche. Auch in dieser Hinsicht agiere Bürgermeister Michael Esken vorbildlich. DIE MEINUNG VERTRETEN Für den Online-Auftritt eines Politikers sei es unabdinglich, „auch über den Tellerrand hinaus zu schauen", sagt Zetsche. Ein Bürgermeister sollte immer das große Ganze im Blick behalten und auch dazu gelegentlich seine Meinung vertreten. Das wirkt kompetent." Michael Esken habe dies vor kurzem mit einem Beitrag über den neuen CDU-Fraktionschef Ralph Brinkhaus getan. Hier gelte es allerdings authentisch die eigene Sichtweise darzustellen. „Ändert man seine Meinung dahingehend, um der Masse zu gefallen, hat man verloren. In der Regel merken das die Nutzer genau." UNNÜTZES VERMEIDEN Das oberste Problem, gerade des Netzwerkes Facebook, sei die Informationsflut, die auf jeden Nutzer einwirke. „Wenn ich meinen News-Feed aufmache, steht da zum großen teil nur Müll drin", sagt der Experte. „Würde ein Bürgermeister anfangen, auch inhaltlichen Müll zu produzieren, würde er keine Relevanz mehr haben." Inhalte mit Bild oder Video würden von der Zielgruppe in der Regel besser angenommen, als reiner Text. „Auch die Qualität spielt dabei eine Rolle. Man muss aber kein Profifotograf sein. Ganz im Gegenteil: Wenn man sieht, dass man etwas aus dem Stegreif gemacht hat, suggeriert das wiederum Echtheit."

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