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Verl Bürgermeister Michael Esken: „Ich bin rund um die Uhr erreichbar“

Bürgermeister Michael Esken im Interview zu seinem Engagement in den sozialen Netzwerken Facebook und Co.

Christian Geisler
01.10.2018 | Stand 01.10.2018, 10:18 Uhr

Verl. Bürgermeister Michael Esken spricht im Interview über seine Auftritte in Sozialen Netzwerken, seine Grundsätze und Gefahren dabei. Michael Esken, wie sind Sie dazu gekommen, in Sozialen Netzwerken aktiv zu werden? Michael Esken: Das hat sich so entwickelt. Ich gehöre einer Generation an, die technische Entwicklungen von der Schreibmaschine bis hin zum Computer mitgemacht hat. Mit den einzelnen Neuerungen habe ich mich dann stets befasst. Das interessiert mich einfach. Irgendwann gab es dann das Internet mit Netzwerken wie StudiVZ, MeinVZ oder Wer kennt wen – dort war ich überall aktiv. Daraus hat sich dann für mich entwickelt, dass diese Digitalen Plattformen zu meinem alltäglichen Leben dazugehören. Ich denke da ehrlich gesagt, gar nicht mehr groß drüber nach. Ich mache es einfach. Inwieweit steckt hinter Ihren Auftritten auf Facebook, Instagram und Twitter eine Strategie? Esken: Ich habe keine Strategie in dem Sinne. Aber ich habe einige Grundsätze. Sie werden zum Beispiel so gut wie keine Fotos meiner Kinder im Netz finden. Ich habe außerdem eine Trennung vorgenommen von meinem privaten Profil und dem des Bürgermeisters. Dadurch ist die Facebook-Gruppe „Verl (er)leben gemeinsam mit Bürgermeister Michael Esken" entstanden. Ein weiterer Grundsatz ist, dass ich die Diskussionen bewusst nur auf meinen eigenen Kanälen betreibe. Schreibt man mich woanders an, reagiere ich nicht. Das hat auch mit Zeitmanagement zu tun. Wer etwas von mir will, muss auf meine Seiten kommen oder mich über den Messenger anschreiben. Dafür ernte ich auch Kritik, aber das ist eben so. Das klingt alles nach einem Vollzeit-Job. Esken: Nicht ganz. Ich schätze, dass ich am Tag im Durchschnitt etwa eine Stunde in den unterschiedliche Medien verbringe. Zeitlich gestoppt habe ich das allerdings noch nie. Im Prinzip bin ich aber rund um die Uhr erreichbar. Spätestens nach einem Tag – das ist ein weiterer meiner Grundsätze – gibt es von mir auch eine Antwort auf gestellte Fragen. „Ich kümmere mich." Alleine dieser Satz reicht vielen Menschen schon aus, um vorerst zufrieden gestellt zu sein. Und das mache ich dann auch. Sie müssen merken, dass ich ihr Anliegen registriert habe. Später gibt es dann eine ausführliche Antwort. Inwieweit betreiben Sie auch Wahlkampf über die Sozialen Netzwerke? Esken: Ich betrachte vor allem mein Facebook-Profil als Möglichkeit, um mit den Bürgern in Kommunikation zu treten. Umgekehrt können sie mich auch ansprechen. Es ist mir zu einfach, diese Plattformen auf Wahlkampfzeiten zu beschränken. Je näher man sich einem Wahlkampf nähert, desto aktiver werden auf einmal alle potenziellen Kandidaten. Darauf kann man fast Wetten abschließen. Ich handhabe das aber anders: Ich bin auch unabhängig des Wahlkampfes aktiv. Für mich ist das ein kontinuierlicher Prozess. Abgesehen davon mache ich es gerne. Wie gehen Sie mit Hetze oder Kritik im Netz um? Esken: Ich versuche immer höflich zu reagieren und dabei sachlich zu bleiben. Meine Meinung vertrete ich aber klar. Man kann nicht von allen der Freund sein. Damit muss man Leben. Bisher habe ich auch noch keinen Inhalt löschen müssen. Würde aber eine rechtsradikale Diskussion aufkommen, wäre das zum ersten Mal der Fall. Da sortiere ich klar aus. Soziale Netzwerke haben den Ruf, Daten der Nutzer abzufangen. Was halten Sie davon? Esken: Ich verteufle die Plattformen nicht. Selbst Datenkraken wie Google verteufele ich nicht. Denn für vieles, was wir ins Netz hinein stellen, sind wir selbst verantwortlich. Man betreibt quasi Marketing für die eigene Person. Deswegen ist es der Auftrag meiner Generation unseren Nachkommen den Umgang mit den Netzwerken zu lehren. Dabei muss man auch auf Gefahren hinweisen. Das Abfangen der Daten ist sicherlich eine davon.

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