Auffällig: Doris Stanke-Rump hat vor 42 Jahren die Akademie der Kunst in Lage gegründet. In Verl zeigt sie überdimensionale Glückssterne mit ganz unterschiedlichen Motiven. Die Sterne können von innen leuchten. Fotos: Karin Prignitz || - © Karin Prignitz
Auffällig: Doris Stanke-Rump hat vor 42 Jahren die Akademie der Kunst in Lage gegründet. In Verl zeigt sie überdimensionale Glückssterne mit ganz unterschiedlichen Motiven. Die Sterne können von innen leuchten. Fotos: Karin Prignitz || | © Karin Prignitz

Verl Unikate aus Butterbrot- und Filtertüten

Die Zimmerei Köller wird zum Ausstellungsraum für die Verler Künstlergemeinschaft

Karin Prignitz

Verl. Kunst aus einer gebrauchten Kaffeefiltertüte? Marie Bruske-Schmachtenberg hat ein Faible für besondere Materialien. Vor allem für die zerbrechlichen. Vor Jahren hat die Kölnerin den Scherenschnitt für sich entdeckt und pflegt ihn seither "mit Leib und Seele". Mit Hilfe einer kleine Pinzettenschere und viel Geschick lässt sie aus eben jenen gesäuberten Filtertüten, aus Butterbrottüten oder anderem Papier hauchzarte Unikate entstehen. Die Besucher der Ausstellung "Kunst V" sind fasziniert von dem, was die gelernte Krankenschwester entstehen lässt. Auf einem Berg in Tirol hat sie die Schattenbildung eingefangen, drumherumgemalt und angefangen auszuschneiden. Ohnehin sei ihr Blick mittlerweile geschärft, erzählt die 66-Jährige. Fundstücke, von denen sie glaubt, dass sie sie verwerten kann, sammelt sie und verbindet sie mit ihren Scherenschnitten. Der Herbst mit seinen durchscheinenden Blättern ziehe sie beinahe magisch an, erzählt Marie Bruske-Schmachtenberg. Einem alten Fensterrahmen aus Naumburg etwa hat sie eine neue Gardine verpasst. "Ich hatte ein Leben lang Sehnsucht nach Kunst." Als Ruheständlerin lebt sie sie aus. Wiederum hat die Verler Künstlergemeinschaft mit Monika Eckholt, Hildegard Köller, Petra Berenbrinker, Florian und Jürgen Hoburg einige Gäste eingeladen. Diesmal in die Räume der Zimmerei Köller an der Lindenstraße. Farbintensive und nicht zu übersehende Glückssterne weisen den Weg. Dort, wo sonst die Vorarbeiten für Holzfußböden, Vordächer, Gartenhäuser, Carports oder Dachstühle fachmännisch gefertigt werden, haben insgesamt 13 Kunstschaffende einen ebenso ungewöhnlichen wie passenden Ort gefunden, um ihre höchst unterschiedlichen Arbeiten einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Doris Stanke-Rump hat die mehr als zwei Meter großen Sterne mitgebracht. Vor zwölf Jahren habe sie die mit 15 Studenten ihrer Akademie für Kunst geschaffen, erzählt die Lagenserin. Damals haben die von innen beleuchtbaren Glückssterne dem Weihnachtsmarkt im lippischen Lage mit ihren impressionistischen Motiven einen besonderen Glanz verliehen. "Für die Ausstellung in Verl habe ich sie noch einmal ausgeliehen", erzählt die 69-Jährige. Auch ihre farbintensiven Nanas hat sie mitgebracht. Ein ganz besonders Projekt haben sich Monika Eckholt und die Gütersloherin Gertraud Theermann ausgedacht. Gertraud Theermann hat fotografiert, Monika Eckholt hat sich davon inspirieren lassen und Bildeindrücke in Malerei umgesetzt. Spannend sei dieser Prozess gewesen. "Ich habe große Lust, das fortzusetzen", kündigte die Verlerin an. Birgit Nothbaum-Leiding aus Enger bearbeitet von Olive bis Korkenzieherhasel Holz. "Ein bisschen ist das jedes mal wie ein Geschenk, das man auspackt und von dem man nicht weiß, was drin ist", beschreibt die 61-Jährige den Prozess vom Entfernen der Rinde bist zum Bearbeiten mit Bildhauereisen und Holzknüpfel. Ute Esken zeigt Schmuck aus Glasperlen und Silber, Malerei und Papier in Kombination in der Werkreihe Goldstücke. Der warme Glanz des Goldes, die Leuchtkraft und Farbigkeit der Edelsteine , eine reizvolle Kombination. Die Besucher der Ausstellung "Kunst V", die von Bürgermeister Michael Esken eröffnet worden war, haben noch viele weitere entdeckt.

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