Noch immer wird Ponyreiten auf vielen Volksfesten angeboten. - © picture alliance / Wolfram Steinberg
Noch immer wird Ponyreiten auf vielen Volksfesten angeboten. | © picture alliance / Wolfram Steinberg

Verl Schluss mit Quälerei: Tierschützer demonstrieren am Ponykarussell

Drei Tage lang war der Verein Achtung für Tiere auf dem Verler Leben - als die Betreiber eine Aktivistin sahen, nahmen sie ein lahmendes Tier schnell aus dem Karusell

Verl. "Ponyquälerei auf Volksfesten ist ein Auslaufmodell", sagt Astrid Reinke, Vorsitzende vom Verein Achtung für Tiere. Zusammen mit etlichen Mitgliedern der Organisation demonstrierte die Tierärztin beim Verler Leben täglich für eine Kirmes ohne Ponyreiten. Die Anwesenheit der Demonstranten, die als Ponys verkleidet waren und Schilder mit Aufschriften wie "Ponys leiden stumm" trugen, regten viele Besucher der Kirmes zum Nachdenken an. Beim Ponyreiten würden Kinder über das Wesen und die Bedürfnisse von Pferden hinweg getäuscht werden. Kopf am Hinterteil gebunden Dazu Reinke: "Lärm, dass die Tiere sich fast um sich selbst drehen müssen, stundenlang, Kopf an Hinterteil gebunden, ständig wechselnde Kinder auf dem Rücken, viele rammen ihnen ihre Fersen in Rippen und Bäuche, das ist Tierquälerei. Im Frühjahr ging durch die Medien, dass ein Pony unter einem Kind zusammengebrochen und von den anderen Pferden weitergeschleift worden war, das Kind wurde verletzt." In Gütersloh habe die Tierärztin beobachtet, wie ein gestresstes Pony nach einem anderen schlug. "Die Tiere sind meist eng an eng gequetscht. So bringen sie das meiste Geld. Das ist hochgefährlich. Wir haben ein Kind vom Pferd fallen sehen" erinnert sich auch Vorstandsmitglied Yvonne Herzig-Rother. "Tierschutz ist nicht wirklich überwachbar" "Beim Verler Leben beobachtete ich Ponys, die meiner Meinung nach lahmten. Als die Betreiber mich bemerkten, nahmen sie das eine Tier schnell aus der Bahn", sagt Reinke. "Da Pferde sich nicht äußern können, kann oft kein Leiden bewiesen werden. Tierschutz ist nicht wirklich überwachbar. Amtstierärzte stehen nicht stundenlang am Karussell und protokollieren so genannte Pausen, Tränke und Schmerzfreiheit." Die Reaktion auf die drei Tage andauernden Demonstrationen sei von den Kirmesbesuchern "überwältigend" positiv gewesen. "Viele äußerten totales Unverständnis für Eltern, die ihren Kindern einen grausamen und dümmlichen Umgang mit Pferden beibringen, sowie für Politiker, die dies fördern. Auch dass die Schule, auf deren Grund das Ponykarussell stand, anscheinend nichts zu dieser Verwendung des Geländes zu sagen hatte, kam schlecht an," kommentiert Herzig Rother. Auf der Michaeliskirmes und auf Pollhans werde der Verein wieder demonstrieren. Weitere Infos dazu unter www.achtung-fuer-tiere.de oder unter Tel. 01 52 27 19 92 34.

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