ÖPNV: Die Buslinie 73 fährt an der Haltestelle "Post" in Kaunitz vorbei. Auch hier sollen die Busse künftig im halbstündlichen Takt fahren. Die Umsetzung eines ganzheitlichen Konzepts ist für Mitte 2019 geplant. - © Roland Thöring
ÖPNV: Die Buslinie 73 fährt an der Haltestelle "Post" in Kaunitz vorbei. Auch hier sollen die Busse künftig im halbstündlichen Takt fahren. Die Umsetzung eines ganzheitlichen Konzepts ist für Mitte 2019 geplant. | © Roland Thöring

Verl Taktverdichtung der Buslinien kostet die Stadt mehr Geld als geplant

Die Buslinien 73 und 85 sollen in einer engeren Taktung fahren. Statt des ursprünglich aufgerufenen Betrags von rund 150.000 Euro ist der Preis auf fast 300.000 Euro gestiegen. Ausschreibung am Ende des Jahres

Christian Geisler

Verl. Die Bus-Regionallinien 73 und 85 gelten als Rückgrat des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) in Verl. Aus diesem Grund soll die Taktung dieser Linien statt bisher stündlich auf halbstündlich ausgeweitet werden. Der Straßen-, Wege- und Verkehrsausschuss sowie der Haupt- und Finanzausschuss der Stadt haben daher einheitlich beschlossen, die Taktverdichtung der beiden Buslinien in die zum Ende des Jahres vorgesehene Ausschreibung des Linienbündels Süd aufzunehmen. Die engere Taktung soll schließlich im Rahmen eines ganzheitlichen Konzepts im Jahr 2019 umgesetzt werden. »Ursprünglich war die Rede von rund 150.000 Euro« Bereits im Juni fand im Rathaus eine Besprechung mit Vertretern der Verkehrsgemeinschaft Ostwestfalen-Lippe (VVOWL), des Busunternehmens Teutoburger Wald Verkehr (TWV) und der Politik statt, um kurzfristig die Möglichkeit zur Umsetzung konkreter Maßnahmen zur Ergänzung des ÖPNV-Angebotes in Verl auszuloten (Taktverdichtung, Bürgerbus, Taxibus). Im Anschluss an das Gespräch sollten TWV und VVOWL eine sinnvolle Taktverdichtung zu den Buslinien 73 und 85 erarbeiten sowie den Preis für zusätzliche Fahrten ermitteln. Die Kosten für die zusätzlichen Leistungen auf den Linien 73 und 85 liegen laut Rechnungen der VVOWL bei 1.165,50 Euro pro Tag. Bei 252 Tagen im Jahr, an denen der Linienverkehr auf den Verler Straßen rollen soll, ergeben sich somit jährliche Kosten von 293.706 Euro. "Ursprünglich war die Rede von rund 150.000 Euro. Auf diesen Betrag ist der TWV gekommen", sagte Konrad Balsliemke, Mitglied der CDU-Fraktion. "Auf einmal kostet die Taktverdichtung das doppelte. Das kann ich nicht nachvollziehen." Auch die übrigen Fraktionen zeigten Unverständnis für die entstehenden Kosten. "Das sieht mir nicht nach einem Schreibfehler aus. Das ist eine Preisexplosion", sagte Peter Heethey, Fraktionschef der SPD, und Wolfgang Rohde von der FWG-Fraktion ergänzte: "Bei mehreren unserer Projekte haben sich die Kosten erhöht. Inzwischen auch bei der Taktverdichtung. Ich bezweifle, dass der Preis berechtigt ist." Nach Angaben von Bürgermeister Michael Esken (CDU) war auch die Verwaltung "sehr überrascht" über den aufgezeigten Betrag. In der Folge habe er ein "längeres Gespräch" mit Mitarbeitern der VVOWL geführt. Demnach seien die Kosten mit einem im Detail abgestimmten Fahrplan zu begründen. "Dieser ist so abgestimmt, dass keine Wartezeiten entstehen. Um nahtlose Anschlussfahrten zu gewährleisten, müssen allerdings zusätzliche Busse sowie zusätzliches Personal bereit gestellt werden", erklärte Esken. Der VVOWL schlägt vor, sich vor der Ausschreibung im November im Herbst zusammenzusetzen, um die Wünsche der Stadt aufzunehmen und in der Ausschreibung vorzugeben, so der Bürgermeister. Die Verkehrsgemeinschaft gehe demnach davon aus, dass ein sehr viel wirtschaftlicheres Angebot für eine sinnvolle Taktverdichtung möglich ist. Im Fahrplan sollen keine Wartezeiten entstehen "Da dieser Vertrag dann auch als Bruttovertrag ausgeschrieben wird, könnte man sich zusätzlich auf eine pragmatische Einnahmeaufteilung einigen", erläuterte Esken. "Dadurch wird die Finanzierung günstiger." So könne ab Mitte nächsten Jahres ein ganzheitliches Konzept für beide Linien mit einem vertretbaren Preis umgesetzt werden.

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