"Es gibt viele Ideen": Judith Fege und Stefan Tiemann aus der Personalabteilung des Sürenheider Türen- und Toreherstellers Teckentrup wissen, dass das Thema "Attraktiver Arbeitgeber" künftig zunehmend wichtiger wird. - © Natalie Gottwald
"Es gibt viele Ideen": Judith Fege und Stefan Tiemann aus der Personalabteilung des Sürenheider Türen- und Toreherstellers Teckentrup wissen, dass das Thema "Attraktiver Arbeitgeber" künftig zunehmend wichtiger wird. | © Natalie Gottwald

Verl So will ein Verler Unternehmen Mitarbeiter gewinnen

Unternehmen wie der Sürenheider Türen- und Torehersteller Teckentrup lassen sich immer mehr einfallen, um Personal zu gewinnen und zu halten

Natalie Gottwald

Verl. Beim Wettbewerb um Fachkräfte kann nur ein guter und attraktiver Arbeitgeber seine Vorteile gegenüber der Konkurrenz ausspielen - und das ist nicht nur bezogen auf den Bereich Ausbildung wichtig. Auch die vorhandenen "Human Ressources" müssen gepflegt und gehalten werden. "Das ist ein Thema, das auch künftig immer wichtiger werden wird", sagt Stefan Tiemann aus der Personalabteilung des Sürenheider Unternehmens Teckentrup voraus. Natürlich könne das mittelständische Unternehmen mit derzeit 850 Mitarbeitern "nicht mit den ganz Großen konkurrieren" und würde auch aktuell immer noch in erster Linie auf regionaler Ebene neues Personal rekrutieren, aber "Gedanken machen müssen wir uns alle", so Tiemann. Neben dem klassischen Anreiz Verdienst hat man sich beim Sürenheider Türen- und Tore-Hersteller jetzt etwas Neues einfallen lassen: das Bewerbertraining für Mitarbeiter-Kinder. "Wir hatten immer wieder Anfragen von Mitarbeitern in der Personalabteilung, ob wir uns nicht mal die Bewerbungsunterlagen ihrer Kinder anschauen könnten", erzählt Judith Fege aus der Personalabteilung, wie die Idee entstanden ist. Bewerbungstraining für die Kinder der Mitarbeiter Jetzt soll das Ganze auf breitere Füße gestellt, den Mitarbeitern damit etwas Gutes getan und es sollen ihre Familien eingebunden werden. "Die Kinder der Mitarbeiter, die jetzt ins Ausbildungsalter kommen, können nicht nur ihre Unterlagen bei uns vorzeigen. Sie können bei uns in der Personalabteilung auch ein Bewerbungsgespräch üben und bekommen direktes Feedback dazu", so Fege. Die Teilnehmer profitieren damit vom Know-how der firmeneigenen Personaler, bekommen Tipps und den nötigen Feinschliff mit auf den Weg. "Und wenn wir Glück haben, besteht auch direkt Interesse an einem unserer sechs Ausbildungsberufe oder an einem der drei praxisintegrierten Studiengänge", sagt Judith Fege. Ein weiteres "Bonbon", das Teckentrup seit einiger Zeit seinen Mitarbeitern bietet, ist das Jobrad. "Hier gibt es spezielle Leasingangebote und Vergünstigungen für Mitarbeiter und deren Angehörige, denn wer Rad fährt, bleibt auch eher gesund", sagt Fege. Schulkooperationen wie zum Beispiel mit der Anne-Frank-Schule in Gütersloh oder Ausbildungs-Botschafter, die auf Berufsmessen die Ausbildungsberufe des Unternehmens vorstellen, gehörten darüber hinaus schon fest zum Gesamtprojekt "attraktiver Arbeitgeber". Da müsse Teckentrup vor allem mit dem Vorurteil aufräumen, dass Berufe wie Fachkraft Lagerlogistik oder Industriemechaniker klassische Männerberufe sind, die schwere körperliche Arbeit bedeuten. Mit einem modernen Arbeitsumfeld, flexiblen Arbeitszeitmodellen, die auch familienfreundlich gestaltet werden können, mit der Möglichkeit, auch tageweise von zu Hause aus zu arbeiten oder weiteren Gesundheitsangeboten will Teckentrup künftig noch weiter punkten. "Da gibt es viele Ideen", sagt Stefan Tiemann. "Schließlich buhlen die mittelständischen Unternehmen hier in OWL zum Teil um die gleichen Mitarbeiter. Und die Menschen, die arbeiten wollen, haben alle einen Arbeitsplatz. Da muss man sie erstmal von den Vorteilen eines Wechsels überzeugen."

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