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Millionenprojekt - © Stadt Verl
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Verl Verler Bau- und Wertstoffhof wird teurer

Kostenkorrektur: Die Stadt rechnet jetzt mit Baukosten von 6,8 Millionen Euro. Das sind 1,6 Millionen Euro mehr als noch vor einem Jahr berechnet. Die Fachbüros erklären sich heute im Haupt- und Finanzausschuss

Roland Thöring
21.03.2017 | Stand 21.03.2017, 09:41 Uhr

Verl. Erneut wird ein städtisches Bauprojekt deutlich teurer als zunächst angenommen: Nachdem die Verwaltung vor einigen Wochen die Kosten des geplanten Feuerwehrgerätehauses Kaunitz hatte erneut berechnen lassen und dabei Mehrkosten in Höhe von 700.000 Euro ermittelt worden waren, ereilt den künftigen Bau- und Wertstoffhof am Strothweg jetzt das gleiche Schicksal. 6,8 Millionen Euro brutto soll die Umsetzung des preisgekrönten Entwurfs des Büros v-Architekten aus Köln kosten, rund 1,6 Millionen Euro mehr als noch im Februar vergangenen Jahres angenommen. Das geht aus den neuen Zahlen hervor, die das Rathaus am Dienstag, 21. März, dem Haupt- und Finanzausschuss präsentieren wird. Die Sitzung beginnt um 18 Uhr im großen Saal des Rathauses. Sowohl das Architekturbüro als auch der von der Stadt beauftragte Projektsteuerer, das Büro Schütt Ingenieurbau aus Münster, hätten die im Februar 2016 vom Fachbüro für Baukostenmanagement Wolfgang Benesch aus Delbrück wbbkm "dargelegte Kostenrelation in Höhe von 5,2 Millionen Euro nicht bestätigt", heißt es in den Erläuterungen der Verwaltung wörtlich. Korrigiert wurden die Kosten für Haustechnik und Außenanlagen. Zusätzlich wirtschaftlich bewertet worden seien jetzt die Vordächer vor den geschlossenen Hallenbereichen und 40 Fahrsilos für Wertstoffe. Die Kosten bilden die vorläufige Berechnungsgrundlage für die Honorierung der Planungsleistungen. Deshalb bestand aus Sicht der Stadt Bedarf, die vorhandenen Abweichungen von Kosten- und Flächenansätzen aufzuklären. Dafür seien zwischenzeitlich vor Abschluss der notwendigen Planungsverträge mit den Beteiligten entsprechende Gespräche geführt worden. Siegerentwurf galt als kostengünstigste Planung In der heutigen Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses werden Wolfgang Benesch vom Ingenieurbüro wbbkm sowie ein Vertreter des Büros Schütt Ingenieurbau den aktuellen Kostenrahmen im Einzelnen erläutern. Die Stadt hatte für den geplanten Neubau des Bau- und Wertstoffhofes am Strothweg im Herbst 2015 einen Architektenwettbewerb ausgelobt. Die Jury hatte den Entwurf des Kölner Büros als Sieger des Wettbewerbs bekanntgegeben. Mit den damals geschätzten Baukosten von rund 5,2 Millionen Euro brutto inklusive Baunebenkosten war der Siegerentwurf auch der kostengünstigste der drei prämierten Planungen und erhielt deshalb vom Rat im April 2016 den Zuschlag für die Umsetzung. Die im Wettbewerb zweit- und drittplatzierten Entwürfe des Studios H2K aus Hamburg und Brüchner, Hüttemann und Pasch aus Bielefeld sollten nach den seinerzeitigen Berechnungen von Wolfgang Benesch 760.000 Euro beziehungsweise 160.000 Euro teurer werden als der Wettbewerbssieger. Im städtischen Haushalt des laufenden Jahres stehen für die Realisierung des neuen Bau- und Wertstoffhofes 1,5 Millionen Euro bereit. Weitere 4,5 Millionen Euro sind als Verpflichtungsermächtigung für das Jahr 2018 vorgesehen. Wann mit dem Bau des Gebäudes auf dem rund 25.000 Quadratmeter großen Grundstück des ehemaligen Schlachthofs Echterhoff zwischen Ewers- und Strothweg begonnen wird, steht noch nicht fest. Nach der Planung der Kölner Architekten soll der Funktionsbau Wert auf nachhaltige, naturbelassene Materialien und eine gute Einbindung in die bestehende Landschaft legen. Der neue Bauhof soll laut Entwurf vom Ewersweg aus erschlossen werden. Der Wertstoffhof ist darin in U-Form angelegt und befahrbar.

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