Generationenübergreifendes Hobby: Die Faszination Modelleisenbahn hat im MINT-Technikum (v. li.) Ole Maasmeier, Pädagoge Hans-Ulrich Bever, Jan Raeder und Finn Maasmeier erfasst. - © Manuela Fortmeier
Generationenübergreifendes Hobby: Die Faszination Modelleisenbahn hat im MINT-Technikum (v. li.) Ole Maasmeier, Pädagoge Hans-Ulrich Bever, Jan Raeder und Finn Maasmeier erfasst. | © Manuela Fortmeier

Verl Kleine Lokführer in Aktion

Modellbahnen sind der Traum von großen und kleinen Jungen - kein Wunder, dass die Besucher vom Modellbahnbautag begeistert sind

Manuela Fortmeier
24.09.2015 | Stand 24.09.2015, 18:21 Uhr

Verl. Die Unterführung in Gütersloh, von Regenmassen überflutet. Ein gelbes Fahrzeug gerät ins Schleudern und steht quer auf der Fahrbahn. Was sich so dramatisch anhört, ist nur Spiel. Es ist das beeindruckende Ergebnis der einjährigen Arbeit von Schülern einer Arbeitsgemeinschaft für Modellbau an der Elly-Heuss-Knapp-Realschule in Gütersloh, die ein Modellbahn-Modul aufgebaut haben. Daneben gab es noch weitere ausgeklügelte Ideen auf der Modellbahnausstellung im MINT-Technikum zu sehen. Modelleisenbahn - wohl fast jeder Mann oder Junge hat in seinem Leben schon davon geträumt. Beim Modellbahntag hatten die Besucher aller Altersgruppen am Sonntagnachmittag die Gelegenheit, die vom Netzwerk "Modellbahn Gütersloh" organisierten, installierten und modular aufgebauten, unterschiedlichen Exemplare detailliert in Augenschein zu nehmen, Fragen zur Bauweise zu stellen, oder unter Anleitung der Pädagogen die Züge behutsam über das Schienennetz zu steuern. "Gar nicht so einfach, nicht so schnell zu fahren", musste auch der kleine Johannes schnell feststellen. "Es ist erstaunlich, wie achtsam die Kinder mit den Modellen umgehen", sagte Karl-Heinz Bute, Betreuer der Modelleisenbahn-AG am Evangelisch-Stiftischen Gymnasium in Gütersloh erfreut. Gemeinsam mit Hans-Ulrich Bever, er ist Leiter der Arbeitsgemeinschaften Modellbau an der Elly-Heuss-Knapp-Realschule in Gütersloh und Leiter des Netzwerkes Modellbahn Gütersloh, betreute er die Besucher den Nachmittag über und gab viele Antworten auf die Fragen der Kinder, aber auch auf die der ebenso interessierten Eltern. Oft war es auf Anhieb nicht genau auszumachen, ob der Sohn den Vater mitgenommen hatte, oder umgekehrt. Das Interesse war bei beiden Altersgruppen stark ausgeprägt. Auch bei dem achtjährigen Lukas Hemer und seinem Vater Stefan war das so. Wenn auch zunächst unbekannt, wurde nach kurzer Zeit gemeinsam gefachsimpelt und nette Gespräche über anstehende Wünsche und Anschaffungen im Modellbaubereich oder bereits umgesetzte Ideen geführt.Rangieren um die Wette "Hier muss von jedem Modul jede Schiene an die des anderen kombinierbar sein", sagte Bever. Das sei jeweils auf's Neue akribische Millimeterarbeit. Jedoch genau diese scheint den Reiz für die Schüler auszumachen und Ansporn zur Teilnahme an den Projektarbeiten zu sein. Es sei schon erstaunlich, auf welche Ideen die Schüler dabei teilweise kommen und wie diese dann präzise und möglichst kostengünstig von allen Beteiligten verantwortungsvoll umgesetzt würden. Nach Möglichkeit würde versucht, alles - so weit möglich- selbst herzustellen. Spannend war für die Besucher auch das sogenannte Rangierspiel. Hier galt es, die Waggons mit vielen Weichenstellungen und möglichst wenigen Rangierbewegungen fortzubewegen. Schwierig, aber für echte Modellbahnfreaks kein Problem. Von diesem Spiel konnte auch der Schüler Johannes Karnatz gar nicht genug bekommen. "Ich habe Zuhause auch schon eine Eisenbahn, aber ich spare jetzt ganz viel, damit ich noch eine schöne Landschaft dazu bauen kann", hat Johannes ein klares Ziel vor Augen. Wer glaubt, Kinder und Jugendliche müssen jeweils eine Entscheidung treffen, ob sie mit dem Computer, oder der Modelleisenbahn spielen möchten, der irrt. "Auch in der Welt der Modellbahn hat die moderne Technik längst Einzug gehalten, sind Züge über Notebook oder Smartphone steuer- und regelbar", sagt Hans-Ulrich Bever und macht Lust auf das heute noch zeitgemäße Hobby Modellbahn.

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