Neue Technik: Arvato hat in die Spielwarenlogistik rund drei Millionen Euro investiert. - © Roland Thöring
Neue Technik: Arvato hat in die Spielwarenlogistik rund drei Millionen Euro investiert. | © Roland Thöring

Verl Arvato investiert in den Umbau des Logistikzentrums drei Millionen Euro

20 Millionen Spielwaren aus Verl

Verl. Die Bücher haben dem Spielzeug Platz gemacht: Arvato SCM Solutions, Teil der Arvato AG, hat am Standort Verl eine neue automatisierte Logistiklösung für Spielwarenhersteller in Betrieb genommen. Das bestehende VVA-Logistikzentrum an der Henkenstraße wurde umgebaut und mit neuer Technik ausgestattet. Arvato investierte dafür rund drei Millionen Euro. In Spitzenzeiten, zum Beispiel in den letzten drei Monaten vor Weihnachten oder zu Ostern, werden bis zu 70 Mitarbeiter Spielwaren von Verl aus in die gesamte Welt verschicken. Seit Jahresanfang hat das Unternehmen die bisher in Verl angesiedelte Buchauslieferung für Verlagskunden der VVA in das VVA-Verteilzentrum nach Gütersloh, An der Autobahn, verlagert. Damit wurde Platz geschaffen für den Wachstumsbereich Spielwarenlogistik. Wenn Spielwarengeschäfte oder auch Onlinehändler wie Amazon Brett- oder Kartenspiele, Ritterburgen, Hula-Hoop-Reifen oder Stofftiere für ihre Endkunden ordern, dann gehen sie durch das Verler Logistikzentrum. 12.000 Pakete, das entspricht etwa 300.000 einzelnen Spielzeugen, können hier tagtäglich verpackt und Spediteuren oder Paketdiensten übergeben werden - 20 Millionen Spielwaren pro Jahr. Sechs Monate hat der Umbau gedauert. "In Verl werden wir uns künftig auf den Spielzeugmarkt konzentrieren", sagte gestern Stephan Schierke, Geschäftsführer im Bereich Arvato SCM bei der Vorstellung der neuen Spielwarenlogistik vor der Presse. Das Geschäft betreibe das Unternehmen seit etwa 15 Jahren; jetzt habe es eine "kritische Größenordnung" erreicht, "so dass wir uns entschieden haben, Gas zu geben". In der Spielwarenbranche wachse die Bereitschaft, die Auslieferung aus der Hand zu geben und Spezialisten damit zu beauftragen, ergänzte Vertriebsleiter Mike Röttgen - ein Schritt, den die Buchverlage schon vor 30 Jahren vollzogen hätten. Arvato verfüge über das notwendige Know-how. Rund drei Millionen Euro investierte das Bertelsmann-Unternehmen in die Renovierung und technische Neuausstattung der Hallen an der Henkenstraße. 600 Meter Fördertechnik wurden eingebaut, 5.590 Tragrollen und 412 Antriebe sorgen für den Transport der von den Mitarbeitern gepackten Versandstücke. Sie bedienen sich aus 389 Regalfeldern. Allein in Verl werden rund 7.000 unterschiedliche Artikel auf mehr als 20.000 Paletten gelagert. Der Umbau sei erforderlich gewesen, weil Bücher und Spielwaren unter Logistik-Gesichtspunkten nicht vergleichbar seien, sagte Karsten Jakuschona, Leiter des Standortes Verl. Das reiche von der Kommissionierung ("Plüschtiere haben nicht unbedingt einen Strichcode") bis zum Verpackungsvorgang selbst: Besagtes Plüschtier kann auch mal in einen Karton gestopft werden. Und bei der Lagerung benötigen Spielwaren aufgrund von Form und Größe anders Platz als Bücher: So sind die Durchlaufregale in Teilen Gitterboxen gewichen. Der Bereich Spielwarenlogistik nimmt jetzt gut die Hälfte der 45.000 Quadratmeter Nutzfläche des Verler Logistikzentrums ein. Am Standort behalten hat Arvato noch die Retourenvereinnahmung des Buchgeschäfts; 10 Millionen Bücher müssen pro Jahr sortiert und für die Rücklagerung vorbereitet werden. Zudem werden 10 Millionen Bücher für Spezialverlage und Antiquariate weiterhin von Verl aus verschickt.

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