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Dreharbeiten zu „Unfall“: Janine liegt am Boden (Mitte). Moritz Hamburger von Kanal 21 führt die Kamera. Rafael (v. l.), Tim, Chantal, Lennart und Jamera befreien Janine von der schweren Last der Matte. Die 6e der Gesamtschule Verl nimmt mit vier Teams am Wettbewerb „GT-Clips“ teil. Am 23. Juni werden die 90-Sekunden-Filme im Gütersloher Kino „Bambi“ ausgestrahlt. - © Fotos: Robert Becker
Dreharbeiten zu „Unfall“: Janine liegt am Boden (Mitte). Moritz Hamburger von Kanal 21 führt die Kamera. Rafael (v. l.), Tim, Chantal, Lennart und Jamera befreien Janine von der schweren Last der Matte. Die 6e der Gesamtschule Verl nimmt mit vier Teams am Wettbewerb „GT-Clips“ teil. Am 23. Juni werden die 90-Sekunden-Filme im Gütersloher Kino „Bambi“ ausgestrahlt. | © Fotos: Robert Becker

Verl Schüler drehen in der Gesamtschule für das Projekt „GT-Clips“

Robert Becker
08.05.2015 | Stand 07.05.2015, 21:12 Uhr

Verl. Vier Filmteams schwirrten gestern durch die Gesamtschule Verl. Für das Filmprojekt „GT-Clips“, initiiert vom Kreismedienzentrum Gütersloh, versuchten Schülerinnen und Schüler der Klasse 6e Ideen zum vorgegebenen Thema „Ver-Trauen“ filmisch umzusetzen. Von 8 bis 16 Uhr waren die Teams in der Schule und in der Stadt unterwegs, dann war das Material für die vier 90-Sekunden-Clips auf der Speicherkarte fixiert.

Einigen Gruppen gelang es sogar, den ersten Schnitt vorzunehmen. Am 23. Juni sollen auf einer Präsentation im Gütersloher Kino „Bambi“ alle Filme gezeigt werden. Die besten werden prämiert.

Die erste Hürde hatte die 6er-Klasse der Gesamtschule im Bewerberverfahren genommen. Klassenlehrerin Nicola Krause hatte die Kinder im vergangenen Jahr im Sportunterricht ein paar Sequenzen mit dem Handy drehen lassen. „Sprinten wie Usain Bolt“ lautete das Thema, das die Schüler so gut umsetzten, dass sie als eine von 18 Schulen und Jugendtreffs für die „GT-Clips“ nominiert wurden. Die als Lernvideo gedachte Sequenz schickten sie an einen Wettbewerb des Landes Nordrhein-Westfalen, wo sie den dritten Platz belegten.

Nicola Krause, die in der 6er Klasse die Fächer Mathematik und Sport unterrichtet, nutzte für die Vorbereitung des Filmprojekts die einmal pro Woche anstehende OS-Stunde. „Ich hatte gemerkt, dass die Kinder Spaß daran haben“, sagt die junge Lehrerin, die bereits den Sporttag an der Gesamtschule vor einem halben Jahr initiiert hatte. Vier Gruppen á sieben Schüler wurden gebildet, Themen ausgearbeitet. Die Drehbücher ließ Krause nur in Stichpunkten vorbereiten. Die Teams verließen sich gestern auf ihre Spontaneität. Nicola Krause selbst hatte sich im Studium während eines Seminars Medienpädagogik mit dem Thema vertraut gemacht.

Information

Das Projekt „GT-Clips“

„GT-Clips“ ist ein Projekt des Kreismedienzentrums und der Schulen im Kreis.

„Ver-Trauen“ lautet das Thema, maximal 90 Sekunden darf der Videofilm am Ende dauern. Gezeigt werden die besten Filme am 23. Juni im Gütersloher Bambi-Kino.

Als Partner beteiligt sind der Kreis, die Sparkassen, die Jugendämter Verl und Rheda-Wiedenbrück, das medienpädagogische Labor der Uni Bielefeld und der Bielefelder Kanal 21.

Das Drehteam wandert innerhalb von vier Wochen durch 18 Schulen und Jugendhäuser im Kreis.

Als Beitragsformen sind Kurzspielfilme, Reportagen, Satiren oder Trickfilme gestattet.

Inhaltlich drehten sich die vier Clips um folgende Themen: Mit „drei Ausrufezeichen“ bezeichneten die Schüler einen Film, der das Vertrauen in Schülerdetektive thematisiert. Ein anderer Streifen mit dem Titel „Babysitter“ rückt das Vertrauen in junge Aufsichtspersonen in den Mittelpunkt. Film Nummer drei handelt von einem Sportunfall beim Völkerball. Nah am Leben ist auch der Film „Diebstahl“. Es geht ums Geldverleihen, das Geld wird gestohlen und schließlich rennt die Hauptdarstellerin vor ein Auto. „Ich habe den Kindern freien Lauf gelassen“, wunderte sich Pädagogin Krause über die teils schnörkelhaften Gedanken- und Handlungsstränge.

Neben dem Erarbeiten der drehbuchartigen Stichpunkte teilten die Schüler die Rollen ein, organisierten die Requisiten und die Drehorte. Eine der vier Gruppen hatte sich überlegt, am Kriegerdenkmal zu drehen. Nicola Krause ließ die Schüler eine Drehgenehmigung bei der Stadtverwaltung einholen: „Das gehört für einen Dreh dazu.“ So hatte sich Krause auch nicht eingemischt, als die „Diebstahl“-Gruppe im Geschäft von Wittkemper drehen wollte.

Für den Unfall-Dreh gewann das Team der Gesamtschule mit Dirk Alich einen Elternteil der Gruppe, der aufgrund seines Engagements beim DRK mit dem Rettungswagen vorfuhr. „Extra einen Tag freigenommen“, sagte Alich, der eine Rettungsausrüstung weiterreichte an Lehrerin Vera Freudenthal. Nicht nur diese beiden stellten sich als Komparsen zur Verfügung, auch eine Mutter mit Zwillingen beteiligte sich.

„Die Kinder waren sehr aufgeregt“, erzählte Nicola Krause vom Beginn morgens um 8 Uhr. Das hatte sich gelegt, als die ersten Szenen „im Kasten“ waren. Moritz Hamburger einer der vier „Teamer“ vom Bielefelder Filmteam „Kanal 21“, gab viele Hinweise, wie die Szenen am besten umzusetzen waren.

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