Die Tribünen an der Poststraße. - © FOTO: VORNBÄUMEN
Die Tribünen an der Poststraße. | © FOTO: VORNBÄUMEN

Verl Stadion-Ausbau kann beginnen

Zuschuss der Stadt beschlossen / vier Gegenstimmen

Verl (rb). Der Sportclub (SC) Verl kann den Stadion-Ausbau angehen. Mit großer Mehrheit stimmte der Rat der Errichtung einer Flutlichtanlage und den damit verbundenen erweiterten Nutzungszeiten zu. Außerdem hießen die Politiker gut, die Ost- und Südseite des Stadions an der Poststraße mit einer überdachten Tribüne zu versehen, die sogenannte O-Lösung. In den bewilligten 895.000 Euro ist auch ein Außenaufzug für den geplanten Businessbereich enthalten. 31 Ratsleute votierten dafür, vier von SPD, FDP und den Grünen dagegen.

"Der SC Verl liegt uns allen irgendwie am Herzen", sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Peter Heethey. Sein Fraktionskollege Volker Manthei klagte allerdings über "arge Bauchschmerzen" angesichts der Höhe des Zuschusses. Er sei früher selbst oft im Stadion gewesen und "nicht gegen den SC Verl". Ähnlich gespalten zeigten sich die Grünen in dieser Frage. Die mehrheitliche Entscheidung für den Umbau sei der Fraktion "nicht leicht gefallen", erklärte Johannes Wilke. Die Grünen hätten dem Verein einen höheren Kostenanteil zumuten wollen. Grundsätzlich unterstütze man die Maßnahme, hätte sich "nur eine andere Finanzierung gewünscht".

Entscheidend für die überwiegende Zustimmung sei jedoch gewesen, so Wilke, "dass der SC Verl ein großer Pluspunkt für die Stadt" sei. Wilke würdigte "die hervorragende Jugendarbeit" und "die positive überregionale Außendarstellung". Dessen ungeachtet wandte sich Uwe Hasler gegen den Antrag des Vereins. Er begründete das unter anderem damit, dass der Club an diesem Standort nicht aufsteigen könne, dass der Platz nur für Fußball nutzbar sei. Der Grüne favorisierte wie schon im Haus- und Finanzausschuss einen Neubau an anderer Stelle, und nannte die Umbaukosten zu hoch im Vergleich zu einem Neubau wie der Tönnies-Arena in Rheda. "Das können Sie überhaupt nicht miteinander vergleichen", hielt Bürgermeister Paul Hermreck, der den Zuschuss in seiner vorausgegangenen Rede zum Haushaltsentwurf schon abgehakt hatte, Hasler vor, "großen Müll" zu erzählen.

Zuvor hatte Jan Böttcher für die den Antrag unterstützende CDU mit dem verbesserten Lärmschutz argumentiert und betont, das Geld werde "investiert für unsere Bürger". Ulrich Klotz (FDP) wiederum hatte die aktuelle Verler Zuschauerzahl pro Heimspiel von 595 Besuchern für "leider sehr gering" befunden, zu gering, um den Zuschuss zu geben. Wenn der Schnitt "deutlich höher wäre", könne man darüber reden, sagte Klotz, der den SCV gleichwohl als Werbeträger für die Stadt schätzte.

Es gehe ja durch die Ermöglichung von Flutlichtspielen darum, auf andere Zahlen zu kommen, entgegnete der Bürgermeister. Und er rief die Ratsmitglieder auf, das Spiel an diesem Samstag zu besuchen. Dann wären es schon mal gut 30 Zuschauer mehr.

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